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Gemeinderat Staudach-Egerndach unterstützt Anliegen

Protestaktion für Abschuss von Wölfen

„Lichter aus für die Weidetierhaltung“ lautete der Mahnruf der Versammlung in Bergen.
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„Lichter aus für die Weidetierhaltung“ lautete der Mahnruf der Versammlung in Bergen.

Mit einer Protestaktion machten Bauern in Bergen auf ihre Sorge vor dem Wolf aufmerksam. Nach Bergen hat nun auch der Gemeinderat Staudach-Egerndach seine Unterstützung in der Sache zugesagt.

Bergen/Staudach-Egerndach – Der Wolf lässt die Region nicht zur Ruhe kommen. Nach mehreren Rissen sorgen sich Bauern um ihre Weidetiere. Rund 70 Halter haben am Wochenende auf dem Parkplatz der Hochfelln-Seilbahn zum Protest versammelt. Der Staudach-Egerndacher Gemeinderat sprach sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür aus, den Antrag der Forstberechtigten auf so genannte Wolfsentnahme – sprich Abschuss – zu unterstützen.

„Es geht nicht um ein wildes Abschießen des Wolfes, sondern um die Entnahme einzelner, problematischer Tiere“, betonte Staudach-Egerndachs Bürgermeisterin Martina Gaukler (CSU) in der Gemeinderatssitzung. Stellvertretender Bauernobmann Michael Hofer hatte das Gremium gebeten. sich mit dem Thema Wolfsentnahme zu befassen, nachdem in der Nachbargemeinde Bergen sechs Schafe von einem umherziehenden Wolf gerissen wurden. Aufgrund der räumlichen Nähe und nachdem der Wolf vermehrt in besiedeltem Gebiet auftauche, sei dies auch ein Thema in der Gemeinde, so Gaukler. Sie sei der Meinung, dass der Antrag der Forstberechtigten zur Entnahme eines auffälligen Wolfes unterstützt werden und ein Brief an die Regierung geschrieben werden könne.

Daseinsberechtigung oder zu große Gefahr?

Bastian Starflinger betonte, dass die Wolfspopulation immer größer werde und nicht zu spät gehandelt werden solle. Andreas Fritzenwenger meinte, dass auch der Wolf seine Daseinsberechtigung habe. Wenn der Wolf zur Gefahr werde, müsse er entnommen werden, fügte Sepp Bauer hinzu.

Die Population Wolf wachse in den Alpen, einem sehr dicht besiedelten Raum, so Michael Hofer. Hierzu wusste Starflinger, dass in Deutschland aktuell 1500 bis 1800 Wölfe lebten. In Schweden und Norwegen, in einem Land mit viel Raum für den Wolf seien es gerade einmal 400 bis 500 Wölfe. Ohne weitere Diskussion stimmte der Rat einhellig dafür, seine Solidarität mit den Landwirten, Almen-Betreibern zu bekunden und den Antrag der Forstberechtigten auf Wolfsentnahme in besiedelten Gemeindegebieten zu unterstützen. Die Verwaltung wurde beauftragt dies der Regierung schriftlich mitzuteilen.

Bauern sehen Weidetiere gefährdet

Aufgerufen zu der Protestaktion am Wochenende in Bergen hatte der Förderverein der Deutschen Schafhaltun mit seinen regionalen Vereinigungen. Sie wollten laut BBV Traunstein ein Zeichen zum Erhalt der heimischen Weidetierhaltung setzen, die sie durch die „ungebremste Zunahme“ der Wolfspupulation gefährdet sehen.

„Gerade die aktuellen Wolfsrisse in Anger und Bergen zeigen deutlich, dass auch unsere Weidetiere hier erheblich gefährdet sind. Die Wolfspopulation nimmt unaufhaltsam zu“, so der BBV. Eine wolfssichere Umzäunung sei aufgrund der Topograhpie in der Region nicht ausführbar und zu teuer. Hirten seien bei gerechter Bezahlung nicht leistbar und Wachhunde stellten eine Gefährdung für Wanderer und Radfahrer dar. Josef Harbeck, der Vorsitzende der Schafhaltervereinigung Traunstein, führte in seinem Statement aus: „Unsere Weidetiere sind dem Wolf schutzlos ausgeliefert.“ Er fordert, den Schutzstatus des Wolfes herabzusetzen und eine Regulierung zuzulassen. Die Weidetiere könnten sonst nur noch in geschlossenen Ställen gehalten werden.

Schützenhilfe vom Landtagsabgeordneten Steiner

Der CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Steiner sagte laut BBV bei der Veranstaltung: „Man muss sich entscheiden, Weidehaltung von Schafen, Rindern und Pferden oder Raubtiere wie Bär oder Wolf.“ Unterstützung erhielten die Protestierenden von Vertretern aus den umliegenden Gemeinden, vom BBV und vom Verband der Forstberechtigen.

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