Raubüberfall: Angeklagter ist geständig

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Der Gerichtssaal kurz vor Beginn des Prozesses

Traunstein  - Ein 32-Jähriger soll einen Autohändler in Rosenheim brutal überrfallen und ausgeraubt haben. Am Dienstag startete der Prozess.

Rechtsanwalt Axel Kampf ist der Verteidiger des Angeklagten.

Zwei Männern wird seit Dienstag vor dem Landgericht Traunstein der Prozess gemacht. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, gemeinsam den Überfall auf einen Gebrauchtwagenhändler geplant und am 21. November 2011 ausgeführt zu haben. Der 32-Jährige Angeklagte habe den Mann mit Hilfe eines Gegenstands niedergeschlagen und anschließend 3.000 Euro entwendet. Außerdem brachte er dabei verschiedene Ausweisdokumente in seinen Besitz. Sein 39-jähriger Komplize soll ihn als Fluchtfahrer unterstützt und ihn nach Salzburg transportiert haben.

Um kurz nach 9 Uhr startete der Prozess am Dienstagmorgen. Gleich nach der Verlesung der Anklageschrift wurde die Verhandlung durch ein Rechtsgespräch unterbrochen, welches aber keine Einigung ergab.

Anschließend gestand der 32-jährige Tadschike die Tat in weiten Teilen. Er gab zu, dem Autohändler vorgetäuscht zu haben, von ihm ein Auto kaufen zu wollen. Als er sich mit dem Händler in dem Container auf dem Firmengelände befand, drehte sich das Opfer um, um den Schlüssel für das Auto zu holen. In diesem Moment schlug der Angeklagte dann nach eigenen Angaben mit einem Holzgegenstand mehrmals auf den Händler ein.

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Opfer und Täter kannten sich von einem Geschäft. Denn der Angeklagte verkaufte dem Händler zuvor sein gebrauchtes Auto. Da habe er dann auch gesehen, dass der Händler eine größere Menge Bargeld dabei hatte. Wieviel das genau war, darüber herrschte Uneinigkeit. Der Mann gab an, es seien knapp 2000 Euro gewesen, die er erbeutet habe.

Zum Motiv erklärte der Angeklagte, er hätte das Geld benötigt, um sich Drogen zu beschaffen. Seit einigen Jahren sei er heroinabhängig. "Ich hatte Angst, dass die Entzugserscheinungen kommen. Darum habe ich mich zu dem Überfall entschieden."

Unklarheit herrschte am ersten Verhandlungstag über die Rolle des zweiten Angeklagten. Der 39-Jährige wartete wohl im Auto auf den 32-Jährigen und fuhr ihn anschließend nach Salzburg. Vor Gericht gab der Hauptangeklagte an, der Fahrer hätte von dem Überfall im Vorfeld nichts gewusst. Er habe ihm gesagt, er würde ein Auto kaufen wollen. Ein abgehörtes Telefonat zwischen dem 32-Jährigen und seiner Verlobten gab dem Gericht aber andere Anhaltspunkte. Hier wurde der Fahrer des Autos schwer belastet, von der Tat gewusst und auch Ratschläge zur Durchführung gegeben zu haben.

Die ersten Zeugen werden am Dienstagnachmittag angehört. Einige Fragen werden noch zu klären sein. Der Prozess soll dann am kommenden Donnerstag fortgesetzt werden.

red ch24

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