Regionalstadtbahn als Patentlösung?

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So sehen die Pläne für die Regionalstadtbahn in der EuRegio Traunstein-Berchtesgadener Land-Salzburg aus. Die Stadt Traunstein unterstützt sie. Oberbürgermeister Manfred Kösterke wurde beauftragt, dem Initiator "Verein zur Förderung der Regionalstadtbahn Salzburg-Bayern-Oberösterreich" beizutreten.

Traunstein - Eine zukunftsweisende Infrastruktur für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr wollen Gemeinden entwickeln. Ein Projekt: die Regionalstadtbahn Salzburg-Bayern-Oberösterreich.

Sie soll den Verkehrskollaps verhindern.

Um ein bayerisch-österreichisches Gesamtkonzept innerhalb der EuRegio Traunstein-Berchtesgadener Land-Salzburg im Bereich des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs voranzubringen, haben sich verschiedene Gemeinden auf beiden Seiten der Grenze zusammengetan. Sie wollen eine zukunftsweisende ÖPNV-Infrastruktur entwickeln.

Ziel ist es, neben einer optimalen Vernetzung der Schieneninfrastruktur ein leistungsfähiges und finanzierbares öffentliches Nahverkehrssystem zu erreichen.

In jüngster Sitzung diskutierten die Traunsteiner Stadträte über das Konzept einer Regionalstadtbahn, das ein Mischsystem aus Straßenbahn in der Stadt und Eisenbahn in der Region vorsieht. Zusammengefasst ist die Initiative in dem "Verein zur Förderung der Regionalstadtbahn Salzburg-Bayern-Oberösterreich", dem Kommunen und Einzelpersonen als ordentliche Mitglieder beitreten können. Zwölf Gemeinden aus den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land gehören dem Verein bisher an, sechs aus dem Land Salzburg und eine aus Oberösterreich.

Verein und Stadt Traunstein präferieren eine Regionalstadtbahn als sinnvolle Lösung auch für künftige Herausforderungen bezüglich Verkehr und Umwelt. Anlehnen will man sich hier an die Stadt Karlsruhe, die eine Regionalstadtbahn mit einer Reichweite von bis zu 84 Kilometern erfolgreich umgesetzt hat. Regionale Bedeutung soll die RSB beispielsweise aus den Verlängerungen der S2 in Bayern bis nach Traunstein oder auf der Strecke von Salzburg über Anif nach Berchtesgaden und Königsee erhalten. Der Oberbürgermeister solle beaufragt werden, dem Verein in dieser Funktion als ordentliches Mitglied beizutreten.

Wilfried Schott (Grüne) regte in der Diskussion indes an, dass die Stadt Traunstein Mitglied werden solle. Auch plädierte er für einen jährlichen Sachstandsbericht. Seine Kollegin Burgi Mörtl-Körner warnte davor, dass Traunstein verkehrstechnisch langfristig "abgekoppelt" werden könne. Dies gälte insbesondere, wenn der Brenner Basistunnel (voraussichtlich 2025) fertig gebaut sei.

Zweiter Bürgermeister Hans Zillner (CSU) begrüßte grundsätzlich das Projekt. Ernst Haider (UW) kritisierte ebenso wie zuvor Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholer-Niederlöhner (SPD), dass sich die Bayerische Staatsregierung zunehmend aus der Verantwortung zurückziehe. Der Zukunftsrat, der die Bayerische Staatsregierung berät, habe erklärt, dass sich bayerische Randgebiete Richtung Österreich orientieren könnten. Oberbürgermeister Kösterke begrüßte die Initiative, die helfen könne, "einen Verkehrskollaps im Großraum Salzburg zu vermeiden."

Sachstandsberichte im Stadtrat

Schließlich stimmten alle Ratsmitglieder zu, das Projekt Regionalstadtbahn Salzburg-Bayern-Oberösterreich als "äußerst sinnvolles und zukunftsträchtiges Projekt grundsätzlich zu unterstützen" und beauftragten den Oberbürgermeister zum Beitritt in den Verein zur Förderung der Regionalstadtbahn Salzburg-Bayern-Oberösterreich. Jährlich bekommt der Stadtrat zudem einen Sachstandsbericht.

wi/Chiemgau-Zeitung

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