Große Hilfsbereitschaft nach Erdbeben in Kroatien

Riesige Hilfswelle nach Aufruf aus Kreis Traunstein: Konvoi bayerischer Feuerwehren erreicht Erdbebengebiet

Bild vom Hilfskonvoi
+
22 LKW aus allen sieben Regierungsbezirken brachten rund 15000 Ausrüstungsgegenstände in das Krisengebiet. Die Feuerwehren im Landkreis Traunstein haben sich an der Hilfeleistung ebenfalls beteiligt.

22 vollbeladene Lkw sind aufgebrochen, um Hilfe nach Kroatien zu bringen.

Landkreis Traunstein - Das Erdbeben in Kroatien hat neben hohen Schäden an der Infrastruktur zahlreiche Menschenleben gekostet. Viele Feuerwehren in der gesamten Region haben große Teile ihrer Ausrüstung verloren und sogar ganze Gerätehäuser wurden schwer beschädigt oder zerstört. Dem Hilferuf des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein zur Unterstützung sind zahlreiche Feuerwehren im Landkreis gefolgt. Die gespendete Ausrüstung ist mittlerweile im Katastrophengebiet angekommen und wird bereits an die vom Beben betroffenen Feuerwehren verteilt.

„Uns hat der Hilferuf nach Unterstützung über den Landesfeuerwehrverband Bayern erreicht“, erzählt Kreisbrandrat Christof Grundner und führt fort, „dass wir sofort alle Hebel in Bewegung gesetzt haben um unseren kroatischen Kameraden schnell und unbürokratisch helfen zu können“. Schon wenige Stunden nachdem bei unseren lokalen Feuerwehren angefragt wurde, habe sich eine breite Unterstützung der Hilfsaktion abgezeichnet, berichtet Grundner. Neben Beleuchtungsgeräten, Stromerzeugern, Arbeitsgeräten und Leitern spendeten die Traunsteiner Feuerwehren unter anderem Schutzausrüstung und –Kleidung.

Ehrenamtliche packen an

In zahlreichen Feuerwehrgerätehäusern wurden die Spenden zusammengetragen. Ehrenamtliche haben die Ausrüstung und Geräte für den Transport verpackt und schließlich zur zentralen Sammelstelle im Feuerwehrgerätehaus Stein gebracht. Mit dem hier stationierten Katastrophenschutz LKW wurden die gesamten Spenden anschließend nach Rosenheim transportiert. Im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Rosenheim wurden sämtliche Spenden für den südbayerischen Raum zusammengetragen. Für die Feuerwehren In Nordbayern wurde eine Sammelstelle in Hersbruck eingerichtet.

„Die Ladefläche unseres LKW war bis auf den letzten Zentimeter ausgereizt“, freut sich Josef Sieber, der Kommandant der Feuerwehr Stein. Der sogenannte „DEKON-P“ der Feuerwehr Stein ist ein „Bund-Fahrzeug“ und wurde von der Bundesrepublik Deutschland für die Einheiten des Katastrophenschutzes zur Verfügung gestellt. Im Regelfall wird er speziell für Einsätze genutzt, bei denen die Dekontamination von Einsatzkräften notwendig ist. Mit seiner großen variablen Ladefläche ist er zugleich für Transport- und Logistikaufgaben bestens geeignet.

„Als wir in unseren sozialen Medien erstmals über den Hilfseinsatz berichtet hatten, erreichten uns unzählige Unterstützungsangebote von vielen unterschiedlichen Seiten. Es macht mich schon stolz, dass bei uns die gegenseitige Hilfeleistung einen sehr hohen Stellenwert hat“, freut sich Peter Volk, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein. „Mittlerweile erreichen uns fast täglich Anschreiben der Dankbarkeit aus dem Krisengebiet. Viele kroatische Kameraden schreiben uns und schildern, wie dringend die Spenden der bayerischen Feuerwehren vor Ort gebraucht werden“, so Peter Volk.

Ein großer Feuerwehr-Konvoi mit 22 voll beladenen LKW startete vergangenes Wochenende in Richtung Kroatien. Der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat die Hilfsaktion der bayerischen Feuerwehren nicht nur unterstützt, sondern war er auch selbst bei der Abfahrt vor Ort und verabschiedete die rund 40 Aktiven aus allen Regierungsbezirken.

Freudig erwartet wurden die bayerischen Feuerwehren sowohl an der Feuerwehrschule Zagreb als auch bei der Berufsfeuerwehr der Hauptstadt. Dort wurden die rund 15000 Gegenstände zentral abgegeben und werden von dort weiter verteilt. Eine Abordnung des dortigen Feuerwehrverbandes sprach den bayerischen Kollegen einen großen Dank für diese einzigartige Hilfsaktion aus. Mittlerweile sind sämtliche Feuerwehren nun wieder aus dem Erdbebengebiet wohlbehalten zurück in die bayerische Heimat gekehrt.

Hob

Kommentare