Vom Feldversuch zum Betrieb

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Rosenheim - Das Forschungsprojekt "Immer Mobil" soll nach erfolgreichem Abschluss fortgeführt werden. Man sieht darin eine sinnvolle Ergänzung zum Personennahverkehr.

Rosenheims Landrat Josef Neiderhell und sein Traunsteiner Amtskollege Hermann Steinmaßl kündigten die Fortführung des Forschungsprojektes "Immer Mobil" auf der Abschlussveranstaltung im Rosenheimer Landratsamt an.

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Mitmachen und mobil bleiben

Steinmaßl sprach die Probleme im Öffentlichen Personennahverkehr deutlich an: Wir wären froh, wenn wir jedes Dorf anbinden könnten, bei diesem Projekt denken wir sogar von Haus zu Haus. Für Traunsteins Landrat müssen mehrere Bedingen erfüllt sein, damit die Fortsetzung von „Immer Mobil“ gelingen kann. Zielgruppe darf, nach seiner Ansicht, nicht nur die Generation 50 plus sein. Stattdessen müssen alle miteingebunden werden. Steinmaßl will zudem, dass alle verfügbaren Verkehrsmittel Teil des Projektes werden.

Rosenheim Landrat Neiderhell sieht in „Immer Mobil“ eine sinnvolle Ergänzung zum Öffentlichen Personennahverkehr. Auf das Seniorenpolitische Gesamtkonzept im Landkreis Rosenheim angesprochen, meinte Neiderhell, Senioren wollen mobil bleiben. Deshalb solle aus dem Feldversuch ein Feldbetrieb werden.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hatte das Forschungsprojekt in den vergangen drei Jahren gefördert. Dessen Vertreter Andreas Liessem, Regierungsdirektor für Verkehrstechnologien, äußerte den Wunsch, dass „Immer Mobil“ ein Referenzprojekt für ganz Deutschland werde, auch wenn das Ministerium kein Geld mehr einbringen könne. Allen Beteiligten sprach Liessem ein großes Lob aus: Das Engagement, dass in dieses Projekt eingebracht worden sei, gehe weit über das hinaus, was er in anderen Projekten erlebt habe.

Die Ergebnisse des Feldtests präsentierte die Leiterin des Projekts Nicole Wagner. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik im Projektzentrum „Verkehr, Mobilität und Umwelt“ in Prien. Im Zeitraum von Oktober bis Dezember vergangenen Jahres wurden die Möglichkeiten von „Immer Mobil“ durch 1064 Anfragen genutzt. Fast drei Viertel der 126 Teilnehmer kamen dabei aus einer ländlichen Region. Die meisten Teilnehmer gehörten der Altersgruppe der 60- bis 70-jährigen an. Am häufigsten kam neben dem Öffentlichen Personennahverkehr das so genannte Bürgertaxi zum Einsatz. Das sind Bürgerinnen und Bürger, die bereit sind, auf ihrem Weg in die Arbeit oder zum Einkaufen, Seniorinnen oder Senioren mitzunehmen.

Nach Wagners Angaben, wird „Immer Mobil“ auch von den Verkehrsdienstleistern positiv gesehen. Für sie ist es unter anderem ein neuer Vertriebsweg, der den Kundenstamm erweitert. Michael Schmidt, der Traunsteiner Niederlassungsleiter der Regionalverkehr Oberbayern GmbH bestätigte, sich eine Weiterführung von „Immer Mobil“ vorstellen zu können. Schmidt sieht in dem Angebot des Projekts eine Ergänzung zum Angebot von Bahn und Bus. Auch die Taxizentrale des INN-DLZ in Rosenheim und die beteiligten Taxiunternehmer erklärten sich bereit weiter mitzumachen. Gleiches gilt laut dem Leiter des Malteser Service Centers, Marco Sassi, für den Malteser Hilfsdienst, der für die Zeit des Feldversuchs das Call-Center zur Verfügung stellte.

Ziel des Projekts „Immer Mobil“ war es, das Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr in Kombination mit sozialen und privaten Fahrdiensten im ländlichen Raum älteren Menschen einfacher und komfortabler nutzbar zu machen. Nicole Wagner vom Fraunhofer Institut ist überzeugt davon, dass es auf Grundlage des bestehenden Angebots möglich ist, von Tür zu Tür zu kommen. Einzige Voraussetzung, das bestehende Angebot muss sinnvoll vernetzt werden.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

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