Rückblick auf Veranstaltungsreigen

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Beim Schwenden aus der Veranstaltung "Bäume ausreißen - Schwenden für Laien". Interessierte konnten mit anpacken.

Schleching - 20 Jahre ist es nun her, dass der Geigelstein als Naturschutzgebiet ausgezeichnet wurde. In einem Großprojekt wurde nun ein Rückblick auf diese bewegte Zeit gewagt.

Hoch her ging es vor 20 Jahren, als hitzig gerungen wurde, ob der Geigelstein ein Skiberg mit Liften werden sollte oder nicht. Jetzt, 20 Jahre später, wurde in einem Großprojekt mit 30 Vorträgen und Aktionen zurückgeblickt. Die Arbeitsgruppe „Berge und Almen“ hatte dabei einen weiten Themenbogen gespannt.

Die Podiumsteilnehmer "Skischaukel contra Naturschutzgebiet" mit von links Michael Pause, Karl Lindner, Georg Antretter, Alfred Ringler, Sebastian Pertl.

"20 Jahre Naturschutzgebiet Geigelstein", "Internationales Jahr der Wälder", "Jahr des Ehrenamts": drei Impulsgeber für die Arbeitsgruppe "Berge und Almen" in Sachrang, um nach 20 Jahren auf Spurensuche zu gehen. Das Ergebnis dieses Bürgerprojekts wurde in 30 Veranstaltungen präsentiert. Ein Ziel war, der Heimatkunde Raum zu bieten und den Blick auf eines der größten Naturschutzgebiete Bayerns zu schärfen.

Zukunftsperspektiven für den Fortbestand der landwirtschaftlichen Betriebe im Priental zeigte im Vortrag "Zsammaraffa!" der Biologe Alfred Ringler auf, ebenso Prof. Dr. Claus Hipp, selbst Almbauer im Naturschutzgebiet, in seinem Referat "Ökologische Zusammenhänge". Die sehr gut besuchte Filmvorführung "Skischaukel contra Naturschutzgebiet" mit Filmen aus dem BR-Archiv und einer Podiumsdiskussion mit Michael Pause beeindruckte durch die Teilnahme zahlreicher Entscheidungsträger aus der Region und durch Zukunftsperspektiven.

Bei "Almwanderung und Käseverkostung" mit Rupert Wörndl und Käse-Expertin Susanne Hofmann zur Schreckalm, begleitet durch zwei Filmteams, wurden Alm- und Waldwissen, Produktkunde und Gaumenfreuden in Einklang gebracht. Der Verein "Lebendiges Sachrang" initiierte das Projekt "Gesellige Nager - Zu Gast bei den Murmels auf der Sulzingalm". Die geschützten Wildtiere zeigten sich nur vorsichtig in der Nähe ihrer Baue, denn auch der Steinadler zog hungrig seine Kreise. Zeitgleich lud der Heimat- und Geschichtsverein Aschau ein zur literarischen Veranstaltung "Von Werner Herzogs 'Heros' bis zum 'Wilderer von der Schreckalm'", bei der an mehreren Haltepunkten Texte mit Bezug zum Geigelstein, teilweise von den Autoren selbst, vorgetragen wurden. Alpenländische Musik der Familie Schlemer beendete die ausgebuchte Veranstaltung auf der Schreckalm.

Mit Arten- und Landschaftsschutz beschäftigten sich mehrere Programmpunkte. So boten Sachranger Almbauern die Mitmachaktion "Bäume ausreißen - Schwenden für Laien" an, die die harte Arbeit beim Freihalten der Almen erlebbar machte. Den Gästen war neben körperlichem Einsatz ein kurzweiliges Almerlebnis der besonderen Art garantiert. Der "Müllner Peter Museumsverein" beteiligte sich mit der Veranstaltung "Zum Geigelstein mit offenen Augen und Ohren - Kräuterwanderung und Stubnmusi auf der Schreckalm". Ein Höhepunkt war für 40 musikbegeisterte Gäste die Wanderung "Jodelnd auf die Alm" mit Traudi Siferlinger. In bester Wanderstimmung genossen sie eine "maßgeschneiderte" Fortbildung in den Grundtechniken des zwei- und dreistimmigen Jodelns und konnten am Simmerlkaser bei Brotzeit, Kaiserwetter und Kaiserblick einen fast perfekten Chorgesang präsentieren.

Gleich vier Ausstellungen gab es zum Sachranger Jubiläumsjahr. "Schützenswerter Geigelstein" von Johanna Vilsmeier machte die im Naturschutzgebiet lebenden Wildtiere, eine Auswahl der auf dem "Blumenberg" heimischen Pflanzen und die Funktionen des Bergwalds als Schutzwald in spielerischen Mitmachaktionen erlebbar. Der Naturfarbraum Oberes Priental lud zur Ausstellung "Farben in der Natur" - "Farben in der Architektur" ein. Christina Kalko erforscht seit Jahren in der Natur vorkommende Farbrhythmen und setzt ihre Beobachtungen in der Architektur gestalterisch ein. Im Haus "Annapurna" zeigten die Münchner Künstler Petra Scherzer und Heinz Gemeinhardt die Fotoausstellung "Die Heilige Kuh - Eine indisch - bayerische Begegnung", Aufnahmen im indischen Alltag von mehreren Reisen durch den Subkontinent. Nikolaus Hipp und Wolfgang Müller stellten mit "Kunst am Berg" abstrakte Bilder in der Priener Hütte und Holzskulpturen entlang des Höhenweges aus.

Chiemgau-Zeitung

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