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Bürgermeisterkandidaten für Ruhpolding

Ruhpolding: Kandidaten stellen sich vor

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Die beiden Bürgermeister-Kandidaten für Ruhpolding: Hermann Feil (links) und Claus Pichler.

Ruhpolding - Hermann Feil tritt bei der Kommunalwahl 16. März gegen den amtierenden Bürgermeister Claus Pichler an. Wir haben beide Kandidaten zu ihren Zielen für die Gemeinde befragt.

Die Kandidaten:

Claus Pichler, SPD (amtierend): 53 Jahre, Bürgermeister seit März 2008

Hermann Feil, CSU: 47 Jahre, verheiratet, 3 Kinder, Verwaltungsangestellter beim staatlichen Bauamt Traunstein

Was läuft gut in der Gemeinde?

Claus Pichler: Im März 2008 wurde ich zum 1. Bürgermeister gewählt und konnte seither sehr viel bewegen. Zum Beispiel den Bau der Ortskernumfahrung und viele Teilmaßnahmen zur Ortskernsanierung, Umbau der Chiemgau-Arena, Generalsanierung von Volksschule und Turnhalle, Abschluss der Kanalisation und Renovierung der Kläranlage um nur einige Beispiele zu nennen. Diese Maßnahmen konnten jeweils termingerecht und innerhalb des geplanten Kostenrahmens abgeschlossen werden. Darüberhinaus wurden aber auch noch wichtige andere Projekte umgesetzt wie die Sanierung der Miesenbacher Straße oder die einheitliche Beschilderung unseres ausgedehnten Wanderwegenetzes in Zusammenarbeit mit unseren Nachbargemeinden. In unserem wichtigsten Wirtschaftszweig, dem Tourismus, konnten trotz schwieriger Rahmenbedingungen neue Angebote wie etwa der Urlaubspass eXtra-Karte und ein neuer Werbeauftritt entwickelt werden. Die Gründung des Mittelschulverbundes und die Erweiterung des Bildungsangebotes sind ebenso erfreulich wie das neue Familienmodell, durch das neuerdings Bauland für junge Familien zur Verfügung gestellt werden kann. Die gute Zusammenarbeit mit dem hiesigen HPZ und der Pfarrei sichert ein ausreichendes Angebot an Krippen- und Kindergartenplätzen. Ich bin auch wieder sehr optimistisch was das Krankenhaus Vinzentinum anbelangt, da es seit einigen Wochen wieder eine sehr gute Belegung aufweist. Ehrenamtliches Engagement wird bei uns immer noch groß geschrieben, was für das Zusammenleben in unserem Dorf sehr wichtig ist.

Hermann Feil: Ruhpolding mit seiner Infrastruktur bietet für Alt und Jung wohl einzigartige Möglichkeiten der Erholung. Unabhängig davon sind Sportbegeisterte egal welcher Art in und um Ruhpolding hervorragend aufgehoben. Breiten- und Spitzensport lässt sich in unserem einzigartigen Talkessel hervorragend verbinden. Unsere Vereine bieten mit ihren Angeboten eine zuverlässige und sichere Betreuung unserer Jugend, dies gilt es weiterhin zu fördern und zu sichern. Weiter sind die kulturellen und traditionellen Höhepunkte in unserer Heimatgemeinde als einmalig zu bezeichnen. Hier wird unser Hauptwirtschafts- zweig von den bereits vorgenannten Institutionen hervorragend unterstützt. Unsere Ortkernsanierung steht noch ohne Vollendung da, beweist aber, dass sich dahinter für unseren Ort und unsere Wirtschaft eine unzählige Vielfalt an Möglichkeiten bieten könnte. Innovation, Mut und Kontaktfreudigkeit braucht unser Tourismus wohl für die Zukunft, davor müssen wir aber keine Scheu haben, wenn man die Agilität unserer Bevölkerung betrachtet.

Was gilt es zu verbessern in Ruhpolding?

Claus Pichler: Leider verlieren wir seit vielen Jahren eine beträchtliche Anzahl an Gästebetten vor allem im Bereich der Privatvermieter und es gelingt bisher nicht diesen Rückgang in anderen Bereichen zum Beispiel bei den Hotels auszugleichen. Dadurch wird es immer schwieriger die Übernachtungszahlen zu halten und genügend Einnahmen für die touristische Werbung sowie den Unterhalt unsere zahlreichen Einrichtungen wie z.B. dem Vita Alpina, dem Kurhaus oder der Unternbergbahn zu generieren. Entsprechend angespannt ist unsere Haushaltslage. Außerdem können wir die Wettbewerbsnachteile, die wir gegenüber unseren österreichischen Nachbarregionen haben, nicht aus eigener Kraft ausgleichen und es gelingt bisher weder auf Bezirks- noch auf Landesebene bessere Strukturen für die Arbeit in typischen Tourismusorten wie Ruhpolding, Reit im Winkl oder Inzell zu schaffen. Hier ist der neu gewählte Landtag in die Pflicht zu nehmen, genauso wie bei den Fragen, wie der Einzelhandel gestärkt werden kann oder die vielen Probleme, die sich durch die stark gestiegene Zahl an Asylbewerbern ergeben, gelöst werden können.

Hermann Feil: Die Details der maroden Finanzsituation der Gemeinde dürften die wichtigsten Gesichtspunkte sein. Schritte wie Budgetierung und das in Ordnung bringen der Finanzen in der Legislaturperiode muss oberste Priorität erlangen um einen Erhalt, sowie Unterhalt beziehungsweise eine Weiterentwicklung der gemeindlichen Aufgaben gewährleisten zu können, ohne in die Abhängigkeit der Kommunalaufsicht zu gelangen. Eine Informationspolitik, die zwar von den SPD-Gemeinderatsmitgliedern als bisher einzigartig und noch nie dagewesen bezeichnet wird, erfährt aus Sicht weiterer Gremiumsmitglieder einen anderen Blickwinkel. Mangelnde Erhaltung unserer sog. Diamanten, ich spreche von unserem Rad- und Wanderwegenetz, wird uns künftig priorisiert beschäftigen müssen, um dem Gast gegenüber unsere Versprechen halten zu können. Ebenso bedarf es einer grundsätzlichen Überlegung zum maroden Straßennetz, den Leerständen Innerorts und der Geräteausstattung unseres Bauhofs. Tourismus und Biathlon müssen wieder in die Erfolgsspur vergangener Jahre. Weiter muss die Suche und Findung neuer Wirtschaftswege angegangen werden. Dem Bürger offen und ehrlich entgegen zutreten, ohne wortgewandte Ausreden zu suchen, diese Ziele gehören in einem heutigen Demokratieverständnis umgesetzt. Viele weitere Aufgaben die derzeit nicht im Sinne unserer Bevölkerung laufen, werden die neuen Ratsmitglieder und den Bürgermeister stark fordern.

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