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Kilometersammler in der Luft

Gleitschirmflieger nutzen Reisefreiheit und Thermik um im Chiemgau Rekorde zu erzielen

Die Winklmoos-Alm mit der Steinplatte aus luftiger Höhe.
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Die Winklmoos-Alm mit der Steinplatte aus luftiger Höhe.

Mit Verspätung startete die Steckenflugsaison der Drachen- und Gleitschirmpiloten. Dies lag auch daran, dass die Wertung zur Deutschen Meisterschaft aufgrund der Corona bedingten Grenzregelungen nach Österreich später beginnen musste. Normalerweise werden die langen Rekordflüge bereits früher im Jahr gestartet.

Unterwössen/ Bergen/ Ruhpolding - Am 3. Juni standen die „Kilometerfresser“ in den Startlöchern und so wurden vom Unternberg in Ruhpolding, vom Balsberg (Unterwössen) und vom Hochfelln (Bergen) bemerkenswerte Leistungen erzielt.
Sebastian Barthmess (Gleitschirmclub Hochries Samerberg) startete mit seinem Gleitschirm um 10 Uhr vom Hochfelln, setzte einen Wendepunkt nahe dem Zillertal und landete nach knapp zehn Stunden Flugzeit wieder in Bergen. Dieser sogenannte Dreiecks-Flug wurde vom GPS mit knapp 250 Kilometer registriert. Seit es die Onlinewertung vom Deutschen Hängegleiterverband gibt, wurden lediglich drei weitere Gleitschirm-Flüge vom Hochfelln registriert.

Freilich die Drachen, bzw. Starrflüglerpiloten mit ihren schnelleren und leistungsfähigeren Fluggeräten sind noch etwas weiter unterwegs. Einen Damen-Rekord, der nicht so leicht zu knacken sein wird, stellte die mehrfache Deutsche Meisterin Brigitte Kurbel auf. Auf ihrem neun Stunden langen Flug weit nach Österreich und zurück bis nach Ruhpolding wurden 209 Kilometer erreicht. Das sind nochmal 18 Kilometer mehr, als der Flug von Ramona Eckart im Jahr 2019.

Ebenfalls am 3. Juni wurde am Balsberg in Unterwössen und am Unternberg in Ruhpolding neue Rekorde aufgestellt. Am Balsberg, Übungshang der Süddeutschen Gleitschirmschule, hob Christoph Burger ab und flog mit der Thermik einen 191-Kilometer Rundflug und landete wieder im Achental. Tim Huber, der für die Hochfelln Flieger Bergen startet, flog mit seinem Gleitschirm von Ruhpolding zunächst über den Gerlospass, wendete dort, um über das Pinzgau bei Bad Gastein, den zweiten Wendepunkt zu setzen. Der Rückweg über den Hochkönig führte den Teisendorfer nicht mehr ganz in die Heimat zurück, in der Nähe von Saalfelden endet der Flug. In der elfstündigen Flugzeit wurden unglaubliche 264 Kilometer erreicht. So weit war vor ihm vom Unternberg noch kein Gleitschirmflieger geflogen. Und sogar die Rekorddistanz, aufgestellt von Toni Raumauf mit einem Starrflügler von 269 Kilometer war in Gefahr. „Verfolgt“ wurde Huber an diesem Tag von Wojciech Chyla und Markus Anders, die ebenfalls vom Unternberg in die Luft gingen. Chyla (GSC Albatros Reichenhall) kam über die magische 200 Kilometer Marke und Anders landete nach 225 Kilometer. Der 31-jährige wird bald im Rampenlicht der Gleitschirmszene stehen, denn er ist einer von drei Deutschen, die beim Red Bull X-Alps an den Start gehen. Bei dem größten Gleitschirm-Flugevent weltweit starten die Piloten in Salzburg und müssen zu Fuß oder fliegend rund 1.200 Kilometer in den Alpen bewältigen. Start ist am 20. Juni in Salzburg, nach rund 190 Kilometern hat das Rennen einen Wendepunkt in Marquartstein. Zuschauer können im Achental hautnah dabei sein.

Alle Streckenflüge sind online einsehbar und fließen in die Wertung zur Deutschen Meisterschaft ein, die bis Ende September läuft. In der Gleitschirmwertung „Sportklasse“ steht Tim Huber nach seinem Rekordflug aktuell auf Platz eins mit 887 Punkten. In der Wertung „Performance“ rangiert Uli Straßer (Bergdohlen Brannenburg) auf Platz Eins mit 1.078 Punkten.
Auch in der Vereinswertung sind die Flugsportler aus dem Südbayerischen Raum stark vertreten. Der Gleitschirmclub Hochries Samerberg ist aktuell führend. Bei den Drachen ist „Abonnements-Meister“, der DCB Ruhpolding auf Platz zwei, mit deutlichem Rückstand auf den Drachen- und Gleitschirmfliegerclub Südschwarzwald.     

pf

  

   

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