Edeka Kaltschmid macht's vor

Erster Supermarkt mit verpackungsfreien Artikeln ist in Ruhpolding

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Inhaberin Monika Schwarzenböck steht vor der "Unverpackt-Abteilung" im Edeka in Ruhpolding
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Ruhpolding - Die Klimaschutzbewegung ist in Zeiten von Fridays for Future so aktuell wie nie. Viele Mensch bemühen sich, ihren ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten. Der Edekamarkt in Ruhpolding unterstützt dabei künftig mit einem neuen Konzept.

Wer daheim seinen Einkauf einräumt, füllt dabei nicht nur Schränke, Schubladen und den Kühlschrank, sondern auch seinen Mülleimer. Denn: Ein Großteil der Waren ist in Plastik verpackt. Doch während man dies jahrelang hinnahm, setzt inzwischen ein Umdenken ein.

Spätestens seit Bilder im Umlauf sind, die mit Plastik vermüllte Meere und Strände zeigen, würden viele Menschen die Flut an Verpackungen gern eindämmen. Ganz einfach ist das aber nicht – zumindest in herkömmlichen Geschäften stößt man schnell an Grenzen. Immer mehr "Unverpackt-Läden" öffnen ihre Pforten, doch in den normalen Supermärkten ist es schwierig, Dinge unverpackt zu bekommen. 

Edeka in Ruhpolding macht den Vorreiter

Im Edeka Kaltschmid in Ruhpolding gibt es jetzt eine Unverpackt-Abteilung

Der Edeka Kaltschmid in Ruhpolding macht hier aber den Vorreiter. Seit 1. August ist er der erste Edeka mit einer Abteilung für verpackungsfreie Artikel. Der Kunde kann in mitgebrachte (oder gleich mitgekaufte) Gläser oder Boxen viele Bio-Artikel lose "zapfen". In Prien wird eine gleiche Abteilung nächste Woche eingeführt.

"Wir beziehen die Lebenmsittel in Großgebinden, z.B. Nudeln in Papiertüten. Die Behälter zum Zapfen sind zwar aus Kunststoff, aber das ist derzeit das am besten geeignete Material. Glas kann Scherben bringen. Außerdem muss es lebensmittelecht sein, sagt Inhaberin Monika Schwarzenböck. "Die Verpackung kann der Kunde selber mitbringen oder bei uns kaufen. Gläser und Boxen haben wir dazu platziert. Der Kunde stellt sein Gefäß auf die Waage, drückt T für tara, füllt dann seine Wunschware ein, wiegt mit der Nummer ab und klebt den Preis drauf. Wir hoffen natürlich auf die Ehrlichkeit der Kunden. Alles ist Bio." 

Die Waren bezieht der Supermarkt über basic. Die betreiben um die 30 Bio-Märkte. Der Ruhpoldinger Edeka ist der erste Testmarkt bei "normalen" Supermärkten. Es haben sich schon viele Besucher angemeldet, um sich das Konzept anzuschauen, so Schwarzenböck. "Die Resonanz ist ausnahmslos positiv. Wir müssen natürlich sehr auf Sauberkeit achten, weil ja schnell Brösel usw. rumfliegen können. Aber das übernehmen wir mit den stündlichen Kontrollen der Obstabteilung." Geben tut es von Reis, Nudeln, Nüsse, Studentenfutter, Linsen, Müsli über Fruchtgummis bis zu Granola. Im Edekamarkt von Monika Schwarzenböck kann man seit vergangenem Jahr auch seine Wurst in mitgebrachte Boxen verpacken lassen.

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