Themenveranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen

Erneuerbare Energien für Ruhpolding

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Gisela Sengl (Mitte), Martin Stümpfig (rechts) Sepp Hohlweger (links)

Ruhpolding - In der "Jockl-Alm" beim Häusler trafen sich am 4. Februar um 19.30 Uhr zahlreiche Interessent*innen und wurden neben Landratskandidatin Gisela Sengl, Mitglied des Landtages Martin Stümpfig und Bürgermeisterkandidat der Grünen Sepp Hohlweger vom Ortssprecher Andreas Korte herzlich begrüßt.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

In der "Jockl-Alm" beim Häusler in Ruhpolding trafen sich am 4. Februar um 19.30 Uhr zahlreiche Interessent*innen und wurden neben Landratskandidatin Gisela Sengl, Mitglied des Landtages Martin Stümpfig und Bürgermeisterkandidat der Grünen Sepp Hohlweger vom Ortssprecher Andreas Korte herzlich begrüßt.


Zum Auftakt des Themenabends stellte sich Gisela Sengl mit den drei Zielen ihrer Kandidatur als Landrätin im Kommunalwahlkampf vor. Klimaschutz, so Gisela Sengl, beginnt beim Einzelnen und in der Kommune.Gemeinden CO2-neutral auszubauen habe oberste Priorität. Ganz wichtig sei ihr, alle Kraft auf ein soziales Miteinander zu richten und die regionale Wertschätzung vorhandener Ressourcen, einheimischer Produkte und Betriebe einschließlich der Landwirtschaft zu erhöhen. Warum, fragt Gisela Sengl, wird das Klinikum Traunstein mit Essen durch eine Firma aus Rheinland-Pfalz versorgt; während das Salzburger Klinikum mit regionalen Produkten in Bioqualität eine eigene Küche für die Versorgung betreibt? Engagiert sprach sich Gisela Sengl für den zügigen flächendeckenden Ausbau des ÖPNV aus. Mit Martin Stümpfig übernahm der energiepolitische Sprecher des Landtages das Wort und stellte anhand konkreter Zahlen und Fakten die Notwendigkeit der Energiewende weltweit als auch regional dar.

Wenn bereits die Kippelemente im Erdsystem auf die globale Erwärmung reagieren; z. B. auftauender Permafrostboden und Veränderung des Jet Streams, gibt es keine Argumente mehr gegen eine Energiewende, so Martin Stümpfig.


Betrachten wir nur die letzten zwei Jahre, führt Martin Stümpfig weiter aus, fielen im Jahresmittel 2018 und 2019 24% weniger Niederschlag.

Die Temperatur 2018 war um 2,1 °C und 2019 um 1,40 °C zu warm.

Diese Klimaveränderungen haben Auswirkungen auf die Wasserversorgung (ca. 65% der oberflächennahen Grundwassermessstellen haben zu niedrige Wasserstände), auf die Gesundheit (im Jahr 2019 wurde die 400 C-Marke 25 Mal überschritten; von 1881 - 2018 war das nur 10 Mal der Fall), auf die Landwirtschaft (Apfelblüte Mitte Mai war normal; Apfelblüte in den vergangenen Jahren bereits im April mit Spätfrostgefahr und Ernteausfällen) und auf die Forstwirtschaft (Fichte und Buche leiden unter Trockenstress).

Wieviel Zeit bleibt uns noch, fragt Martin Stümpfig und stellt den interessierten Zuhörer*innen die Verursacher des CO2-Ausstoßes in Bayern anteilig vor:

  • Wärme = 35 Mio. t
  • Verkehr = 30 Mio. t
  • Landwirtschaft = 25 Mio. t
  • Strom = 12 Mio. t

Mit diesen Beispielen und Zahlen, argumentiert Martin Stümpfig, lässt sich auch die Zielsetzung für klimaschutzrelevante Maßnahmen in Ruhpolding manifestieren:

  • Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes
  • bis 2035 klimaneutrale Gemeinde
  • Kimaschutzmanager*in einstellen (Fürderung möglich)
  • Strombedarf bis 2025 aus erneurbaren Energien decken
  • Entwicklung eigener Stromprojekte
  • Aufbau eines Nahwärmenetzes (Nutzung von Abwärme)
  • Auf- und Ausbau einer Regionalvermarktung

An den Vortrag anschließend zeigte sich Bürgermeisterkandidat Sepp Hohlweger enttäuscht über den langjährigen Stillstand bei der Umsetzung klimaschutzrelevanter Projekte in der Gemeinde. Erdgas aus Russland darf nicht Favorit der zukünftigen Energieversorgung in der Gemeinde werden. Auch wenn es als sogenanntes "Naturgas" verkauft wird, bleibt es ein fossiler, endlich verfügbarer Energieträger.

Sepp Hohlweger sprach die einmalige Chance an, das Heizkraftwerk auf Holz als nachwachsenden, regional vorhandenen Rohstoff für die Stromerzeugung umzustellen. Für die Umstellung auf erneuerbare Energie gibt es auch Fördermittel. Sepp Hohlweger betonte, dass es wichtig sei, für die zukünftigen Energieprojekte den Energienutzungsplan des Landkreises heranzuziehen und Beratungsmöglichkeiten der Energieagentur des Landkreises bei der Vorbereitung und Umsetzung der Energieprojekte zu nutzen.

In der sich anschließenden Diskussion wollte Herbert Koch wissen, ob bei seiner privaten Heizungsumstellung ein Anschluss an das geplante Gasnetz oder an das Wärmenetz sinnvoller sei. Martin Stümpfig sprach sich nachdrücklich für das Wärmenetz aus, da Erdgas und auch Erdöl fossile Energieträger und endlich sind.

Der Ortsobmann des Bauernverbandes Thomas Christofori zeigte

großes Interesse an der Solarenergie

, da nach Aussage von Martin Stümpfig Solaranlagen auch auf Nordseiten wirtschaftlich betrieben werden können.

Der Vorschlag von Sepp Hohlweger, eine Energiegenossenschaft zum Beispiel für den Betrieb des Heizkraftwerkes ins Leben zu rufen, wurde positiv aufgenommen.

Sepp Hohlweger ist eine Herzensangelegenheit, die Gemeinde umweltverträglich und enkeltauglich weiter zu entwickeln. Mit einem Dank an die Referenten und die Anwesenden für die rege Diskussion beendete Ortssprecher Andreas Korte den Themenabend.

Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen Ruhpolding

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