"Red'n ma midanand"

Kandidatinnen der SPD-Ruhpolding luden zum Frauenfrühstück

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Von links: Johannes Hillebrand, Barbara Vogl, Claus Pichler, Margarete Schürholt, Sigrid Haitzer, Maria Haßlberger vor der Jockl-Alm

Ruhpolding - Am Samstag, dem 29. Februar, luden die Ruhpoldinger SPD-Kandidatinnen zu einem Frauenfrühstück ein.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

"Red'n ma midanand" unter diesem Motto luden die Ruhpoldinger SPD-Kandidatinnen am Samstag zu einem Frauenfrühstück ein. Die Veranstaltung 'Beim Häusler' war gut besucht, und auch unser 1. Bürgermeister Claus Pichler sowie einige männliche Kandidaten stellten sich der Diskussion.


Gemeinderätin Sigi Haitzer begrüßte die Anwesenden und äußerte den Wunsch, dass mehr Frauen in den zukünftigen Gemeinderat gewählt werden. Dies wurde direkt mit Beifall aufgenommen, Frauen stellen die Hälfte der Gesellschaft, da sind 3 von 20 Frauen im Gemeinderat deutlich zu wenig. Dies war auch ein Grund, warum die SPD-Kandidatinnen das Gespräch mit anderen Frauen gesucht haben. Zu Beginn der Veranstaltung stellten die vier Kandidatinnen sich und ihre Ziele vor. Maria Haßlberger berichtete von ihren Erfahrungen als Familienbeauftragte der Gemeinde. Sie erlebe immer wieder "Viel Ach unter jedem Dach" und in jedem Einzelfall komme es darauf an, den Menschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Sehr häufig stelle sie fest, dass die Menschen nicht wüssten wo und wie sie Hilfe bekommen könnten, auch wenn der Landkreis viele Hilfsangebote und Unterstützung anbiete. Daher sieht sich Maria Haßlberger vor allem als Vermittlerin, machte jedoch auch deutlich, dass die Fülle der Aufgaben für eine ehrenamtliche Kraft alleine viel zu groß sei. Deshalb hat sie mit dem Aufbau eines Sozialbüros begonnen. Ihr Ziel ist es, das Sozialbüro weiter zu etablieren und dafür mindestens einen hauptamtlichen Sozialarbeiter zu bekommen.

Auf Grund der rechtsextremistischen und antidemokratischen Ereignisse der vergangenen Wochen erklärte Margarete Schürholt zu Beginn ihrer Vorstellung, dass ihr ein friedliches Miteinander ohne Hass, Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus wichtig ist. Anschließend erläuterte sie die Forderung nach bezahlbarem Wohnraum anhand von Ergebnissen aus der Sozialraumanalyse 2017 des Landkreises. Der Anteil an Hartz-IV-Empfängern in Ruhpolding war mit 3,6 % höher als in den meisten anderen Gemeinden, auch der Anteil der Haushalte mit einem Nettoeinkommen von weniger als 1500 Euro lag mit 31 % aller Haushalte bei den höchsten Anteilen im Landkreis. Insgesamt verfügten 62 % aller Ruhpoldinger Haushalte über ein Nettoeinkommen unter 2600 Euro (das Nettoeinkommen setzt sich laut der Studie aus den Nettoeinkünften der Haushalte und allen erhaltenen Transferleistungen zusammen). Margarete Schürholt wies darauf hin, dass sich auch in anderen südlichen Gemeinden ein ähnliches Erscheinungsbild zeigt. Ein Grund liegt vermutlich darin, dass diese Gemeinden stark vom Tourismus geprägt sind, der wiederum eine vergleichsweise hohe Zahl an Jobs im Niedriglohnsektor mit sich bringt.Ein Blick auf die Demografische Entwicklung verdeutlichte, dass in Zukunft auch das Thema seniorengerechter Wohnraum an Bedeutung gewinnen wird. Bürgermeister Claus Pichler ergänzte, man müsse sich dieser Herausforderung stellen, allerdings handele es sich nicht um ein spezielles Ruhpoldinger Phänomen, auch die anderen Gemeinden seien davon betroffen.


Barbara C. Vogl setzt sich für ein lebenswertes Leben im Alter ein, dabei plädiert sie auch für mehr Eigeninitiative, u. a. könne sie sich vorstellen, eine sogenannte Zeitbörse ins Leben zu rufen. In dieser könnten Jung und Alt Zeit für einander einbringen; so könnten z. B. junge Menschen Rasen mähen, ältere Menschen Kuchen backen oder Kinder betreuen. In diesem Zusammenhang begrüßte sie die Vision von Bürgermeister Claus Pichler, im alten Pfarramt ein Haus der Begegnung zu schaffen. Barbara C. Vogl erklärte, dass sie die Arbeit von Claus Pichler sehr schätze und es ihr ein großes Anliegen sei ihn zu unterstützen, inhaltlich verwies sie dabei auf die Informationen auf seiner Homepage.

Sigi Haitzer sprach über ihre Arbeit als Gemeinderätin, sowie über ihre Aktivitäten als eine der beiden Jugendbeauftragten der Gemeinde. So berichtete sie u.a. von Ideenwerkstätten, Kinder- und Jugendkino, "Sport nach acht", Ferienprogramm, Ferien-Ganztagsbetreuung und dem Kinder- und Jugendtag der Gemeinde in Zusammenarbeit mit den Vereinen. Sie lobte die sehr gute und vielfältige Jugendarbeit in den Ruhpoldinger Vereinen und betonte ihr sei es sehr wichtig, dass diese die nötige Unterstützung der Gemeinde erhielten.

Sigi Haitzer schilderte, dass sich die Wünsche und Bedürfnisse von Jugendlichen im Laufe der Zeit immer wieder veränderten und sich das Angebot nach Möglichkeit am jeweiligen Bedarf orientieren sollte. Als wichtige Ziele für die nächsten Jahre sieht sie u. a. eine permanente Lösung für den Jugendtreff und die stärkere Einbindung von Jugendlichen, die aktuell nicht in Vereinen engagiert sind.

Da es den Kandidatinnen wichtig war, mit den anwesenden Frauen ins Gespräch zu kommen, wurden anschließend an den Tischen verschiedene Themen diskutiert. Dabei wurden Fragen und Anregungen gesammelt, zu denen Bürgermeister Pichler sowie die SPD-Kandidatinnen und Kandidaten Stellung bezogen. Unter anderem wurde der Wunsch nach stärkeren Ermäßigungen für das Wellenbad für Ruhpoldinger Bürger geäußert. Bürgermeister Claus Pichler erklärte, dass das EU-Recht die Handlungsmöglichkeiten der Gemeinde einschränke. Auch wenn einzelne Personen im Wahlkampf Versprechungen machten, sei es der Gemeinde nicht gestattet, Ermäßigungen nur für Ruhpoldinger Bürger zu gewähren. Wenn dann müssten diese Preisnachlässe genauso für Siegsdorfer, Traunsteiner, Münchner und alle anderen gelten. Bei den Gästeermäßigungen stelle sich die Situation anders dar, da hier die Vermieter für jeden Gast und jeden Tag einen Beitrag entrichten. Dieser Beitrag helfe enorm, die von der Gemeinde zu übernehmenden Defizite zu reduzieren.Ein weiteres Thema war der Wunsch nach einem Drogeriemarkt in Ruhpolding. Hierzu erläuterte Bürgermeister Pichler, dass es für die in Frage kommenden Unternehmen drei Kriterien für die Standortwahl gäbe: Größe des Einzugsgebietes, Fläche und Parkplätze. Man habe die drei großen Unternehmen angesprochen, diese hätten bisher jedoch kein Interesse gezeigt. Natürlich müsse man da am Ball bleiben. Auch die Leerstände in Ruhpolding wurden von den Anwesenden thematisiert. Bürgermeister Claus Pichler legte dar, dass es bereits viele Gespräche mit den Eigentümern gegeben habe, jedoch seien diese kaum erfolgreich gewesen. Daher habe man sich nun gemeinsam mit den Gemeinden Inzell und Siegsdorf entschlossen einen Flächenmanager einzustellen. Dieser Experte werde auf die Eigentümer zugehen, um mit diesen über Möglichkeiten zur Verringerung des Leerstands zu beraten. Außerdem hofft Claus Pichler, dass die deutlich gestiegene Gästezahl dazu beiträgt, bestehende und neue Geschäfte besser auszulasten. Darüber hinaus komme es auch auf das Einkaufsverhalten der Ruhpoldinger Bevölkerung an. Erneut äußerten Teilnehmer die Sorge, dass durch "die neue Architektur" bei einigen Neubauten, der oberbayrische Charakter verloren geht, dessen typische und warmherzige Ausstrahlung auch bei den Gästen sehr beliebt sei. Claus Pichler führte aus, vor allem auswärtige Architekten würden neue Vorschläge präsentieren, die nicht unbedingt mit den Vorstellungen des Gemeinderates übereinstimmten. Die Gemeinde hat versucht mit der Ortssatzung einen Rahmen zu definieren, Genehmigungsbehörde sei letztendlich jedoch das Landratsamt.

Außerdem wurde über die folgenden Themen diskutiert: Handyempfang speziell in den Außenbereichen wie Weitsee, Urschlau, etc., Kindergartenplätze, Radwege im Gemeindegebiet, öffentliche Toiletten und Wickelstationen, sowie die Beseitigung von Schlaglöchern in der Miesenbacher Straße.

Pressemitteilung SPD Ruhpolding

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