Rettungsorganisationen, Jugend und Breitbandausbau

Aus der Ruhpoldinger SPD-Wahlversammlung

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Nach einer Vorstellungsrunde der Gemeinderatskandidaten wurden an den einzelnen Tischen die Themen abgefragt.

Ruhpolding - Die Häusler-Alm war voll besetzt, als der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Johannes Hillebrand, die Veranstaltung mit einem flotten Musikstück eröffnete.

Die Häusler-Alm war voll besetzt, als der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Johannes Hillebrand, die Veranstaltung mit einem flotten Musikstück als Alleinunterhalter eröffnete und dann die Leitung gleich abgab an die beiden Moderatoren (die Bezeichnung gilt sowohl männlich als auch weiblich) des Abends, Sigi Haitzer und David Maier. Diese erklärten dem Publikum, dass die Veranstaltung etwas anders ablaufen solle, als es sonst bei Wahlveranstaltungen üblich ist, wobei die Anliegen der Rettungsorganisationen, der Jugend und der Vereine im Mittelpunkt stehen sollten.


Nach einer Vorstellungsrunde der Gemeinderatskandidaten wurden an den einzelnen Tischen die Themen abgefragt, an denen die Anwesenden besonders interessiert waren. Diese Themenkreise arbeitete die Versammlung, immer unterstützt von den Moderatoren, dann der Reihe nach ab. Dabei hatten die Fragesteller jeweils Gelegenheit, ihre Themen noch näher zu erläutern.

Rettungsorganisationen

Bergwacht, Feuerwehr und DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) waren sich in einem Punkt einig: Der Standort an der Waldbahnstraße ist optimal. Da sei zum einen die zentrale Lage, die die Anfahrtszeiten so kurz wie möglich hält. Es habe aber auch erhebliche Vorteile, wenn die Rettungsorganisationen an einem gemeinsamen Standort vereinigt seien. Dann seien die Informationswege kurz, und die beteiligten Personen kennen sich. Allerdings brauche die Bergwacht mehr Platz. Sie habe nur eine Garage für mehrere Einsatzfahrzeuge, und die Zahl der Einsätze nehme ständig zu. Auch die Feuerwehr habe ein Platzproblem. Insbesondere gebe es zu wenige Parkplätze für die Einsatzkräfte, notwendig wäre etwa die doppelte Anzahl. Für die DLRG wäre es ebenfalls günstig, mit den anderen Organisationen zusammenzukommen. David Maier, selbst sehr aktives Mitglied der Feuerwehr, schlug deshalb wie auch die anderen vor, die Rettungsorganisationen räumlich beisammenzuhalten und dadurch Platz zu schaffen, dass der Bauhof an einen anderen Standort verlegt wird.


Nachdem Johannes Stief den bisherigen Verlauf der Gespräche zwischen Rettungsorganisationen und Gemeinde erläutert hatte, nahm Bürgermeister Claus Pichler zum Thema Stellung.Er lobte zunächst das sehr gute Funktionieren der Rettungsdienste. Zum Standort stellte er fest, dass die Diskussion an Fahrt aufgenommen habe. Man könne aber zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht genau sagen, welche Aufwendungen bei einer Baumaßnahme oder Verlegung förderfähig seien. Einen geeigneten Standort für den Bauhof zu finden sei aus einer Reihe von Gründen ebenfalls sehr schwierig. In einem ersten Schritt müsse jetzt untersucht werden, wie hoch genau der Platzbedarf der Organisationen sei. Damit sei schon begonnen worden. Dann könne man sich als nächstes der Frage der Finanzierung zuwenden.

Jugend

Zum Thema Jugendtreff betonte Sigi Haitzer, eine der beiden Jugendbeauftragten der Gemeinde, wie wichtig ein bedarfsorientiertes Angebot für die Jugend sei.In diesem Zusammenhang berichtete sie über durchgeführte Ideenwerkstätten mit Jugendlichen, in denen der Wunsch nach einem Jugendtreff erstaunlicherweise nicht an erster Stelle gestanden habe. Es sei jedoch sehr erfreulich, dass mit Hilfe ehrenamtlichen Engagements von Eltern eine Übergangslösung in der alten Tourist-Info geschaffen wurde. Ziel müsse es sein, eine dauerhafte Lösung unter der Trägerschaft der Gemeinde zu finden. Ideal wäre ein Platz in der Dorfmitte. Dies bestätigte auch der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser, indem er auf das erfolgreiche Haus der Generationen in Traunreut verwies. Sowohl Sigi Haitzer als auch David Maier als Jugendwart der Feuerwehr wiesen darauf hin, dass das Angebot für Jugendliche in der Gemeinde sehr groß sei, die Jugendlichen es aber teilweise nicht annähmen. Dazu ergänzte Johannes Stief, dass schon ganz konkret versucht wurde, auch an nicht in Vereinen aktive Jugendliche heranzukommen, um sie im Rahmen von Veranstaltungen wie "Sport nach acht" oder dem"Kinder- und Jugendtag der Gemeinde" einzubinden. Allerdings gestalte sich dies oft schwierig.

Der Bürgermeister beschrieb die Leistungen der Gemeinde für die Jugend. Dazu gehörten zum Beispiel auch die Jugendsozialarbeit in der Schule und die offene Ganztagsschule bis 16 Uhr, die jetzt auch auf die Grundschule ausgeweitet worden sei. Wenn die Sozialarbeit ausgeweitet werden solle, würde das weitere Stellen bedeuten, über die der Gemeinderat im Rahmen des Haushaltsplanes zu entscheiden habe. Eine Schwierigkeit in der Jugendarbeit sehe er darin, dass sich die Bedarfslagen und Wünsche der Jugendlichen sehr schnell änderten, während es lange dauere, Maßnahmen zu verwirklichen, insbesondere wenn es um Baumaßnahmen gehe.

Breitbandausbau

 Der Bürgermeister berichtet von "großem Ärger bei der schlechten Ausführung" der Erdarbeiten. David Maier, selbst Mitarbeiter der Telekom, bestätigte, dass es kaum mehr freie Kapazitäten bei Firmen gebe, die über das notwendige know-how beim Anschluss von Datenleitungen verfügen. Sepp Konhäuser sieht den Rückstand Deutschlands und Bayerns bei der Digitalisierung als echtes Zukunftsproblem.

Bezahlbarer Wohnraum

 Mehrere Teilnehmer, besonders Margarete Schürholt forderten nachdrücklich, den sozialen Wohnungsbau wieder aufzunehmen und darüber hinaus weiteren bezahlbaren Wohnraum für Normalverdiener zu schaffen. Dazu erklärt der Bürgermeister, dass das Ruhpoldinger Wohnbauwerk im Vergleich zu gleich großen Nachbargemeinden noch relativ viele günstige Wohnungen im Bestand habe. Es gebe jetzt aber auch einen Umschwung in der Sicht auf die Problematik. Die Gemeinde habe auf Antrag der SPD-Fraktion den Bau eines Mietshauses mit etwa zwölf Wohnungen in die Wege geleitet. Dafür gebe es einen staatlichen Zuschuss von 30%, der dann eine erschwingliche Miete ermögliche. Für weitere künftige Projekte dieser Art stünden gegebenenfalls noch Grundstücke zur Verfügung.

Weitere Themen

Eine Anwesende kritisierte die große Zahl der Heimatabende im Kurhaus, die für die aktiven Trachtler fast nicht mehr zumutbar sei, zumal der Besuch zu manchen Zeiten sehr zu wünschen übrig lasse. Trachtenvorstand Johannes Stief gab zu verstehen, dass die Botschaft angekommen sei. Angesprochen wurde auch der Unternberg als Sportberg oder die Entwicklung des Baustils in Ruhpolding. Gerhard Hallweger bedauerte in diesem Zusammenhang, dass man sich vom landschaftsgebundenen Bauen nach und nach verabschiede. Das könne negative Auswirkungen auf den Tourismus haben. Die Diskussionen waren lebhaft, teilweise auch hitzig, aber immer sachlich und interessant, und alle Fragen wurden von Bürgermeister Claus Pichler souverän und umfassend beantwortet. Das Format des Abends habe sich bewährt, erklärte Johannes Hillebrand in seinem Schlusswort, und bedankte sich sehr herzlich bei den beiden Moderatoren.

Pressemitteilung SPD Ruhpolding

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