Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Ruhpolding

18 Fragen an Claus Pichler (SPD)

Will in Ruhpolding Bürgermeister bleiben: Claus Pichler (SPD).
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Will in Ruhpolding Bürgermeister bleiben: Claus Pichler (SPD).

Ruhpolding - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Ruhpolding wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Claus Pichler (SPD).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Claus Pichler


2. Partei

SPD

3. Alter

60 Jahre

4. Wohnort

Ruhpolding

5. Geburtsort

Bad Reichenhall

6. Familienstand

ledig

7. Kinder

keine

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Von 2002 bis 2008 Gemeinderat, seit 2008 1. Bürgermeister und Kreisrat.

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Mein Vater und Helmut Schmidt

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Ruhpolding ist meine Heimat, die ich gerade in den Jahren meiner Berufstätigkeit im Ausland besonders schätzen gelernt habe. Ruhpolding ist eine Flächengemeinde mit mehreren Seitentälern und vielen Schutzgebieten aufgrund der schönen Natur. Dadurch entsteht eine Vielzahl an Aufgaben, genauso wie durch den Tourismus und Großveranstaltungen im Sport.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Ich habe mich von Kindheit an durch das Vorbild meines Vaters für Kommunalpolitik interessiert. In den zwölf Jahren als Bürgermeister konnte ich sehr viel Erfahrung sammeln, die mir jetzt zu Gute kommt und ich brenne noch dafür, neue Ziele zu verwirklichen.

12. Was haben Sie in Ihrer vergangenen Amtszeit erreicht?

Die Infrastruktur unseres Tales ist in meiner bisherigen Amtszeit „runderneuert“ worden: 

  • Neubau der Ortskernumfahrung und 
  • Verkehrsberuhigung der Hauptstraße 
  • Umgestaltung des Bahnhofs zur Tourist-Info 
  • Neubau der Chiemgau Arena 
  • Sanierung der Leichtathletik Anlagen im Waldstadion 
  • Generalsanierung von Schule und Turnhalle 
  • energetische Sanierung des Rathauses 
  • Abschluss der neuen Kanalisierung 
  • Neubau der Wasserversorgung West 

Dafür wurden 62 Mio Euro investiert. Ich bin stolz darauf, dass wir 38 Mio Euro überörtlicher Zuschüsse für Ruhpolding aushandeln konnten.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Eine spezielle Herausforderung für Ruhpolding stellt der Erhalt bzw. Ausbau der vielfältigen Infrastruktur dar. Die Gemeinde ist im Besitz einer überaus hohen Anzahl an Gebäuden, sowie Sport- und Freizeiteinrichtungen: Schule, Sporthalle, Museen, Eishalle, Freibad, Vita Alpina und Chiemgau-Arena, um nur die wichtigsten zu nennen. Die meisten dieser Liegenschaften können nicht kostendeckend geführt werden, sind aber sehr wichtig für Einheimische und Gäste aus nah und fern. Bürgermeister und Gemeinderat sind permanent gefordert, die Finanzierung hierfür sicherzustellen. In Zukunft kommt es sicher darauf an, neben der staatlichen Förderung auch private Investoren für entsprechende Projekte zu gewinnen.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

  • Sicherung eines qualifizierten Betreuungsangebotes in Kinderkrippe, Kindergarten und Schule: Meiner Meinung nach sollen zukünftig in den Kindergärten „Spatzennest“ und „St. Irmgard“ zwei kombinierte Einrichtungen entstehen, in denen unsere Kinder von der Krippe bis zur Einschulung bleiben können. In einer dieser Kindertagesstätten soll auch ein Waldkindergarten zusätzlich angeboten werden. 
  • „Haus der Begegnung“ Meine Vision hierfür zielt darauf ab, den ehemaligen Pfarrhof und den Kindergarten St. Franziskus zu einem „Haus der Begegnung“ umzugestalten. Dort könnte eine Begegnungsstätte für Jung und Alt über alle Generationen hinweg entstehen. Die verschiedensten Gruppen, Vereine und Beratungsangebote können dort eine gemeinsame Heimat finden. 
  • Sicherung einer gut funktionierenden Wasserversorgung: Nach Abschluss der Wasserversorgung West in Bärngschwendt, am Unternberg und im Brander Tal müssen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen am bestehenden Leitungsnetz, diversen Hochbehältern und am Betriebshof in Grashof erfolgen.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Ruhpolding verfügt im gemeindlichen Wohnbauwerk über 55 Wohnungen mit günstigen Mieten. Somit stellt sich die diesbezügliche Lage besser dar als in den Nachbargemeinden. Außerdem erfolgt derzeit die Planung für den Neubau von 12 Wohnungen im Rahmen des Wohnungspaktes Bayern. In den kommenden Jahren sollen auf den Grundstücken des Wohnbauwerks weitere Projekte dieser Art verwirklicht werden.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Klimaschutz vor Ort kann sicher am besten durch die bereits geplante Neuordnung der Energie- und Wärmeversorgung erfolgen sowie die Ausweitung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in unserem Tal. Nur so können wir eine spürbare Reduzierung des CO2-Ausstosses erreichen. Ruhpolding soll der umweltfreundlichste Urlaubsort der Alpen werden.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Ich habe mich persönlich immer gegen das genannte Volksbegehren ausgesprochen und auch nicht unterschrieben. Unsere örtliche Landwirtschaft ist sehr klein strukturiert, arbeitet äußerst naturnah und bienenfreundlich. Dies wird von unseren Imkern ausdrücklich betont. Unsere Bauern arbeiten zumeist im Nebenerwerb mit großem persönlichem Einsatz und nur deshalb zeigt sich unsere Landschaft in einer derartigen natürlichen Vielfalt. Gerade die Nebenerwerbslandwirte verdienen unsere Solidarität und die Unterstützung des Staates. Ständig neue Vorschriften zu erlassen gleicht hier mehr einer Schikane.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Bitte machen Sie alle von Ihrem Wahlrecht Gebrauch. Eine hohe Wahlbeteiligung ist der beste Beweis für ein funktionierendes Gemeinwesen. Sie zeigt den nötigen Respekt gegenüber denjenigen, die sich für das Allgemeinwohl einsetzen.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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