Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Ruhpolding

18 Fragen an Sepp Hohlweger (Bündnis 90/Die Grünen)

Will in Ruhpolding Bürgermeister werden: Sepp Hohlweger (Bündnis 90/Die Grünen).
+
Will in Ruhpolding Bürgermeister werden: Sepp Hohlweger (Bündnis 90/Die Grünen).

Ruhpolding - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Ruhpolding wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Sepp Hohlweger (Bündnis 90/Die Grünen).

Homepage/Social-Media-Kanäle:


Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Sepp Hohlweger


2. Partei

Bündnis 90/Die Grünen Liste 2

3. Alter

56

4. Wohnort

Ruhpolding, seit 1994

5. Geburtsort

Reit im Winkl

6. Familienstand

Verheiratet

7. Kinder

2

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Ich war 2008 und 2014 Landratskandidat für die Grünen und Anschließend jeweils als Kreisrat Sprecher der Grünen Kreistagsfraktion.

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder? 

Sepp Daxenberger

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Als Landwirt gibt es viele Berührungspunkte mit der Gemeinde. Da ich im Tourismus schon früh aktiv war, haben sich auch hier intensive Kontakte zu den lokalen Akteuren ergeben. Als 1. Vorsitzender des Tourismus- und Wirtschaftsverbandes bin ich mit den Herausforderungen die im Einzelhandel und Tourismus vor uns liegen, gut vertraut. Das Besondere ist unsere noch unverfälschte Tradition. Hervorzuheben ist, dass diese momentan nur sehr wenig zur Wertschöpfung durch die Verwendung von lokal erzeugten Produkten beiträgt. Mir ist es ein ehrliches Anliegen die Verwendung lokaler Produkte und Lebensmittel in der Tourismusbranche zu stärken.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Ich kenne die politischen Strukturen und Entscheidungswege, war von 2008 bis 2014 bereits Gemeinderatsmitglied, und seit 12 Jahren Kreisrat/Fraktionssprecher. Zudem bin ich auch heute als Vorsitzender des Wirtschafts- und Tourismusverbandes in regelmäßigem Austausch mit der Gemeindeverwaltung und Tourismusverantwortlichen. In verschiedenen Tätigkeiten habe ich Gruppenprozesse moderiert, Projekte, besonders in der Regionalentwicklung vorangetrieben und umgesetzt. Bei meiner Tätigkeit in der touristischen Projektentwicklung habe ich viel Kontakt mit Gemeinden und Bürgermeistern, vor allem im bay. Oberland. Darüber hinaus bin ich in der oberbayerischen Tourismusbranche gut vernetzt. Nicht zuletzt habe ich auch immer Personalverantwortung getragen. Auch im eigenen Betrieb mit derzeit 9 Mitarbeiter*Innen

12. Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Viele Entscheidungen des Gemeinderats sind nicht nachvollziehbar, das will ich ändern und mehr Transparenz schaffen. 27 Kinder fanden im laufenden Jahr keinen Kindergartenplatz in Ruhpolding. 19 davon sind im Waldkindergarten Eisenärzt untergebracht. Ein haltloser Zustand. Deshalb setze ich mich für die Schaffung eines Waldkindergartens in Ruhpolding ein. Die Anzahl der Sozialwohnungen hat sich von einst 151 auf nunmehr 16 reduziert. Bei ca. 1000 Haushalten mit einem Einkommen von unter 1.500,00 € monatlich wirklich ein Problem. Das kommunale Wohnbauwerk verkauft eigene Flächen an immer denselben Bauträger, könnte jedoch selbst kostengünstigen Wohnraum schaffen. Ich sehe das als große Herausforderung hier aktiv zu werden. Die Energiewende ist verschlafen worden – ich will bis 2025 alle Liegenschaften der Gemeinde Co 2 -neutral betreiben. Eine Verbesserung der Jugendbetreuung mit einem besserem Jugendtreff muss angegangen werden.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Es stehen nicht unwesentliche Investitionen in verschiedene Hochwasserschutzmaßnahmen an, die die Gemeinde mitfinanzieren muss. Insgesamt müssen wir uns als Gemeinde auch der Herausforderung stellen, den Klimawandel zu meistern, die kleinstrukturierte Landwirtschaft zu erhalten und daran zu arbeiten, dass unsere Bergwälder weiterhin ihre Schutzfunktion erfüllen können.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Allen Eltern für ihre Kinder einen Betreuungsplatz anbieten zu können. Das Angebot auf dem Wohnungsmarkt zu verbessern, auch durch Neubau durch die Gemeinde und das Wohnbauwerk. Gewerbebetriebe im Ort zu halten durch gezielte Ausweisung von Gewerbeflächen/Mischgebieten und Flächenrecycling, zum Beispiel Speedwaystadion.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Die Anzahl der Sozialwohnungen hat sich von einst 151 auf nunmehr 16 reduziert. Bei ca. 1000 Haushalten mit einem Monatseinkommen mit weniger als 1.500,00 € wirklich ein Problem. Das kommunale Wohnbauwerk verkauft eigene Flächen an immer denselben Bauträger, und baut selbst nicht, obwohl die finanzielle Leistungsfähigkeit gut wäre und man selbst kostengünstigen Wohnraum schaffen könnte. Neben dem Wohnbauwerk kann natürlich die Gemeinden mit den hohen Förderungen des „Wohnungspakt Bayern“ selbst bezahlbare Wohnungen errichten.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Es ist wohl eine der Kernaufgaben für die nächsten Jahre, die Energiewende beginnt in der Gemeinde. Ich will alle kommunalen Liegenschaften bis 2025 Co 2 -neutral betreiben. Die fehlenden Konzepte zur klimaneutralen Wärmeversorgung im Ort sind zu erarbeiten und umzusetzen. Die geplante Erdgasleitung nach Ruhpolding steht hier in direkter Konkurrenz zum Holzheizwerk. Dort wo möglich soll die Sonnenenergie genutzt werden. Die Chiemgauarena bedarf hierbei besonderer Betrachtung und kann sich ein positives Beispiel werden wie Wintersportstätten zukünftig betrieben werden können.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

In vielen Gesprächen gab es große Kritik an den Grünen wegen des Volksbegehrens. Die Vorbehalte der Landwirte sind nur zu teil verständlich. Die Düngeverordnung setzt europäisches Recht um, was in vielen Bereichen sicher notwendig ist. Anderer Seitz hat Ruhpolding durch die extensive Landbewirtschaftung viele hochwertige, ökologisch wertvolle Blühflächen. Ich will mit den Landwirten an einer lokalen Vermarktungsstruktur arbeiten, die deren hochwertigen Produkte für die Gastronomie und Hotellerie verfügbar macht. Ziel soll der Erhalt der kleinstrukturierten Betriebe sein, die Ihre Leistung zu Recht entlohnt sehen wollen. Eine Identitätssteigerung des Ruhpoldinger Tourismus bei den Gästen kann damit erreicht werden. „Ruhpoldiger Blühwiesenkäse“ oder „Ruhpoldinger Almrind“ hat nicht jeder auf der Speisekarte, bzw. im Angebot.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

In Ruhpolding hat sich seit Jahren eine Entscheidungskultur im Gemeinderat entwickelt, die oftmals über die Köpfe der betroffenen hinweg Beschlüsse herbeigeführt hat. Sehr deutlich wurde das bei der Einführung und Umsetzung der Chiemgaukarte. Ich will das ändern, wir brauchen eine Mitmachkultur, die es allen ermöglicht Ihre Erfahrungen und das Wissen in die Entwicklung Ruhpoldings einzubringen, dafür stehe ich! „Wir.Zusammen“ ist deshalb auch unser grüner Leitspruch!

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

Kommentare