Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Schließung nach 89 Jahren

„Kurhaus nicht mehr zumutbar“: Welche Lösungen für Ruhpolding jetzt diskutiert werden

Kurhaus Ruhpolding Bürgermeister Justus Pfeifer
+
1933 wurde das Kurhaus in Ruhpolding gebaut, jetzt wird es wegen allerlei Sicherheitsmängeln nicht mehr geöffnet. Links im Bild Bürgermeister Justus Pfeifer.

Mängel überall und jedes Jahr ein Verlustgeschäft: Das Kurhaus in Ruhpolding ist nach 89 Jahren praktisch Geschichte - wir haben mit Bürgermeister Pfeifer über die Probleme im Kurhaus und den dringend nötigen Ersatz gesprochen.

Ruhpolding - Das Ende kündigte sich langsam an, jetzt hat die Gemeinde den Deckel draufgemacht: Das Kurhaus ist zu und wird es wohl auch bleiben. „Im jetzigen Zustand ist das Kurhaus den Ruhpoldingern nicht mehr zuzumuten“, so Bürgermeister Justus Pfeifer (CSU) im Gespräch mit chiemgau24.de. Es mangele am Brandschutz, an der Hygiene und am Dach, dazu reiße das Kurhaus jedes Jahr ein großes Loch in die Gemeindekasse und auch das Lokal ist seit anderthalb Jahren geschlossen. „Seit 30 Jahren ist kaum noch hinein investiert worden“, stellt Pfeifer fest.

Komplett-Sanierung, Neubau, Hotel-Lösung - vieles wäre möglich

Zuletzt konnte man das Kurhaus noch für Veranstaltungen, Hochzeiten oder Konferenzen mieten, „aber auch das wurde kaum noch genutzt“, so Pfeifer. Abseits der Gemeindeveranstaltungen wäre das Kurhaus für das ganze Jahr nur für zwei Termine gebucht worden, eine Hochzeit und ein Pflegekongress. Ein Defizit von bis zu 300.000 Euro jährlich hab es laut dem Bürgermeister verursacht. Durch die Schließung der Gastronomie konnte der Betrag auf unter 100.000 Euro gedrückt werden. Eine umfassende Sanierung des Kurhauses könnte rund drei Millionen Euro kosten, so eine Schätzung, die aber auch schon fünf Jahre zurückliegt.

„Wie es mit dem Kurhaus weitergehen soll wird ja schon seit 2014 auf- und abdiskutiert und die Corona-Krise hat das Fass jetzt zum Überlaufen gebracht. Aber es ist gut, dass die Verhältnisse jetzt aufbrechen“, so Justus Pfeifer. Der Gemeinderat sei sich einig: Ein neuer Saal muss her. Eine Komplettsanierung ist nicht ausgeschlossen, aber auch ein Neubau kommt in Frage. „Oder vielleicht auch der Bau eines Hotels anstelle des Kurhauses mit einem großen Saal, der an den Betrieb angeschlossen ist“, so Pfeifer. Man sei momentan in der Findungsphase.

Kurhaus Ruhpolding: „Geschichtskapitel geht zu Ende“

Die Ideen sind vielfältig, aber für den Bürgermeister ist klar, dass es „möglichst schnell“ einen neuen Veranstaltungssaal brauche - denn: die Vereine, die das Kurhaus bisher nutzten, wie zum Beispiel die Trachtler, brauchen eine Übergangslösung. Vor gut zwei Wochen habe man die Vereine informiert, dass das Kurhaus nicht mehr genutzt werden kann. „Das Kurhaus war in der Vergangenheit ein bedeutender Treffpunkt im Ort“, erinnert sich Pfeifer. 1974 wurde dort beispielsweise der Fernsehpreis „Bambi“ verliehen; Peter Alexander, Roberto Blanco, Siegfried & Roy - alle traten sie auf, als das Kurhaus noch gefragter und Ruhpolding Hotspot des Massentourismus war. Bürgermeister Pfeifer: „Mit der Schließung geht ein Geschichtskapitel zu Ende.“

xe

Kommentare