Auf der Herreninsel erlitt er einen Herzinfarkt

"Ich will danke sagen": Ruhpoldinger Joachim sucht seine Lebensretterin

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Frisch zurück aus dem Krankenhaus wirkte Joachim Friesdorf im Gespräch bumperlgsund. Zu verdanken hat der Ruhpoldinger das allen Helfern von der Herreninsel, vor allem aber einer Unbekannten, die ihn nach dem Herzinfarkt am Leben hielt. 

Ruhpolding/Herreninsel - Als Restaurator ging er auf der Herreninsel seiner Arbeit nach - bis ihn ein Herzinfarkt traf. Nur die Erste Hilfe einer jungen Passantin hielt Joachim Friesdorf am Leben. Zurück aus dem Krankenhaus sucht er jetzt nach ihr. 

Groß und robust steht er vor einem. Ein kerngesundes Aussehen und mitten im Berufsleben. Doch wie schnell es gehen kann hat Joachim Friesdorf am 8. Juni erlebt. Zumindest wurde es ihm so erzählt. Denn die Erinnerungen sind weg. "In meinem Alter rechnet man eigentlich nicht mit dem Tod. Das ist gekommen wie ein Schlag mit der Schaufel", erzählt der 58-jährige Ruhpoldinger beim Treffen mit chiemgau24.de. Ein Herzinfarkt packte ihn während der Arbeit. Am Mittwoch, 17. Juni, konnte er das Traunsteiner Krankenhaus wieder verlassen. Jetzt sucht er die junge Frau, die ihm das Leben rettete. 


Die 15 Minuten Erste Hilfe waren entscheidend

"Ich will einfach nur danke sagen", so Friesdorf. Seine Frau Birte startete deshalb einen Facebook-Aufruf, der inzwischen rund 58.000 Mal geteilt wurde. Gemeldet hat sich bislang noch niemand. "Vielleicht will sie auch einfach im Hintergrund bleiben, das könnte natürlich sein", so Birte Friesdorf. Mit einer Herzdruckmassage und einem Beatmungsbeutel hielt sie Joachim Friesdorf am Leben bis 15 Minuten nach dem Herzinfarkt der Rettungshubschrauber auf der Herreninsel landete. "Die Ärzte haben mir bestätigt, dass diese 15 Minuten entscheidend waren", erzählt Frau Birte.


Als Kirchenmalermeister und Restaurator war der 58-Jährige im Inseldom gerade dabei den Lehmboden auszubessern. Plötzlich wurde ihm schlecht, seine beiden Baubetreuer begleiteten ihn hinaus. "Dann muss ich auf einmal umgefallen sein", so Friesdorf. Zwei Tage lang lag er im Koma, doch dank der unbekannten Helferin blieb er körperlich stabil. Auch die Operation am Herzen verlief reibungslos. Unklar blieb aber, ob Friesdorf bleibende Schäden im Gehirn erlitten hatte.

"Ab sofort habe ich zweimal im Jahr Geburtstag"

"Ich hatte wirklich befürchtet, er würde mich nach dem Aufwachen nicht mehr erkennen. Oder dass Joachim schwerst pflegebedürftig wird", erzählt Birte Friesdorf. Doch alles lief glatt. "Nach zwei, drei Tagen wurde es immer besser." Auch beim Personal des Traunsteiner Krankenhauses wollen sich die beiden bedanken: "Das waren komote Leute ohne Ende. Ich habe ihnen versprochen, nach der Reha noch einmal vorbeizuschauen", so Joachim Friesdorf. 

Jetzt findet der 58-Jährige langsam wieder zurück in den Alltag. Garteln, seinen drei Kindern bei den Hausaufgaben helfen oder die Werkstatt aufräumen. All das hilft ihm, den dramatischen Zwischenfall zu verarbeiten. "Dass ich es überhaupt nicht mitbekomme hätte zu sterben, das beschäftigt mich schwer. Ich hatte ja keine Vorerkrankungen, nichts." Freilich muss der Ruhpoldinger jetzt viele Medikamente nehmen. Blutverdünner werden ihn sein weiteres Leben lang begleiten. "Aber ab sofort habe ich zweimal im Jahr Geburtstag", lächelt Joachim Friesdorf glücklich. Ob auch die unbekannte Lebensretterin bei der nächsten Feier vorbeischauen wird?

xe

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