Ludwig Hurm verabschiedet – in 2022 Neuverpachtung zweier Jagdbögen

Anna Maier ist neue Vorsteherin der Jagdgenossenschaft Ruhpolding

Jagdgenossenschaft Ruhpolding
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Die neu gewählte Vorstandschaft der Jagdgenossenschaft Ruhpolding besteht von links aus Schriftführer Alexander Eisenberger, zweitem Jagdvorsteher Johannes Stief, der neu gewählten ersten Jagdvorsteherin, Ortsbäuerin Anna Maier, den Beisitzern Alexander Ringsgwandl und Ludwig Böddecker, dem neuen Kassenwart Ludwig Hurm und daneben Bürgermeister Justus Pfeifer

Eine Seltenheit weit und breit: neuer Jagdvorsteher bei der Jagdgenossenschaft Ruhpolding ist eine Frau, nämlich die Ruhpoldinger Ortsbäuerin Anna Maier.

Ruhpolding. Wie Reinhard Kurz-Hörterer von der Jagdbehörde im Landratsamt Traunstein auf Nachfrage informierte, gab es bisher im Landkreis Traunstein keine weiblichen Jagdvorsteher, derzeit lediglich zwei stellvertretende Vorsteherinnen bei den rund 130 Jagdgenossenschaften im Landkreis. Die Versammlung hatte unter strenger Beachtung der Hygienevorschriften im Pressezentrum der Chiemgau-Arena stattgefunden. Die Neuwahlen standen im Mittelpunkt. 

Der bisherige Jagdvorsteher Ludwig Hurm trat nach fünf Jahren im Amt nicht mehr zur Wahl an. Als stellvertretender Jagdvorsteher bleibt Johann Stief weiter im Amt. Ludwig Hurm übernahm den Posten des Kassenwartes, nachdem Alexander Ringsgwandl nicht mehr zur Wahl antrat, aber stattdessen Beisitzer wurde. Weiterer Beisitzer bleibt Ludwig Böddecker.

Zum Schriftführer wurde weiterhin Andreas Eisenberger bestimmt. Kassenprüfer bleiben Peter Högl und Rudi Rechl. 

Johannes Stief dankte Ludwig Hurm für seinen engagierten Einsatz als erster Jagdvorsteher und wünschte Anna Maier ein glückliches Händchen für ihre neue Aufgabe. 

Über die Abschusszahlen in dem insgesamt rund 2400 Hektar großen Jagdrevier mit dem östlichen Gebiet rechts der Traun (1070 Hektar) mit Jagdpächter Claus Pichler und dem westlichen Gebiet links der Traun mit Jagdpächter Max Haßlberger informierten die beiden Jagdpächter. In beiden Jagdrevieren wurden 45 Rehe geschossen, links der Traun sechs Stück Rotwild, insgesamt über 40 Füchse, und es gab über 15 Stück Fallwild, zwei Drittel davon rechts der Traun.

Im Gespräch mit chiemgau24.de erklärte Jagdpächter Claus Pichler, die hohe Zahl an Fallwild damit, dass auch durch die Pandemie der Druck auf die Wildtiere von Radlern, Spaziergängern und anderen Naturhungrigen enorm gestiegen sei. „Das Wild ist sehr beunruhigt – die Freizeithungrigen scheuchen die Tiere zu jeder Tages- und Nachtzeit teilweise tief im Wald auf“, sagte Pichler. Dazu trage bei, dass die Alpenstraße quer durch das Jagdrevier führe. Wie in vielen anderen Revieren wurden auch einige, wenige Krähen geschossen, was wegen des Überhandnehmens der großen Vögel dringend notwendig sei, so Pichler.

Wegen der Pandemie fand heuer kein Jagdessen statt, wird aber, wenn möglich, nachgeholt. Die Versammlung beschloss einhellig, heuer keinen Jagdschilling an die Grundeigentümer auszubezahlen, da es noch unklar ist, wie es mit der Freibank in Ruhpolding  weitergehen soll. Informiert wurde auch, dass in 2022 die Neuverpachtung beider Jagdbögen in Ruhpolding ansteht.

gi

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