Bergerlebnispfad Röthelmoos mit viel Prominenz feierlich eingeweiht

Mit „Tanni“ und „Urschl“ den Wald erkunden

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Mit der Enthüllung der Infotafel durch Staatsministerin Michaela Kaniber (rechts) und den Michael Neumeyer (2. von links) wurde der Bergerlebnispfad offiziell eröffnet. Mit dabei Paul Höglmüller (1. v. l.). -

Ruhpolding - Mit dem Bergerlebnispfad Röthelmoos ist Ruhpolding und Umgebung um eine Attraktion reicher.

Ein neuer interaktiver Bergerlebnispfad bietet Einheimischen und Touristen, vor allem auch Familien mit Kindern, die Gelegenheit, den herrlichen Bergwald der bayerischen Alpen, mit seiner typischen Tier- und Pflanzenwelt und seinen Nutz- und Schutzfunktionen näher kennenzulernen. An sechzehn spannenden Stationen entlang eines rund sieben Kilometer langen Rundwegs von dem Wanderparkplatz Urschlau, durch den herrlichen Ruhpoldinger Bergwald und das reizende Hochtal der Röthelmoosalm können sich Besucher jeden Alters Kenntnisse und Informationen zum Thema Bergwald, von der historischen Nutzung in Form des Triftwesens über die Tier- und Pflanzenwelt bis zur Geologie spielerisch erarbeiten. Begleitet werden sie dabei symbolisch von zwei „Freunden“, die im Bergwald zuhause sind, von „Tanni, dem Tannenhäher“ und „Urschl, der knorrigen Buche“. Ist die kurzweilige Wanderung dann geschafft, die Bäume, Tierspuren und Vogelstimmen erkannt, die im Wald versteckten Tiere gefunden, der Almduft eingeatmet, das Holz getriftet, der Schotter sortiert und alle Fragen an den einzelnen Stationen richtig beantwortet, wartet auf die neu gekürten „Bergwaldprofis“ eine Urkunde, die den Erfolg mit Stempel bestätigt.


Der neue Erlebnispfad wurde jetzt von Staatsministerin Michael Kaniber und dem Vorstandsvorsitzenden der Bayerischen Staatsforsten Martin Neumeyer offiziell eröffnet. Denn er ist in enger und reibungsloser Kooperation der Bayerischen Staatsforsten (BaySF) und der Bayerischen Forstverwaltung entstanden. Die Ministerin dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Forstbetriebs Ruhpolding (BaySF) und des Bergwalderlebniszentrums (BWEZ) am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Traunstein, die gemeinsam zum Gelingen des Projektes beigetragen haben. Namentlich erwähnte sie den Leiter des BWEZ, Thomas Dankemeyer, der den Pfad initiiert und konzipiert hat sowie den Revierleiter Matthias Scherger (BaySF), der die Umsetzung mit viel Engagement und Herzblut vorangetrieben hat. Der neue Bergerlebnispfad sei eine „wunderbare Möglichkeit, den Wald und seine Zusammenhänge anschaulich und spannend zu vermitteln“, so Michaela Kaniber. Dies sei umso wichtiger als gerade die junge Generation zwar digital bestens vernetzt sei, die Natur vor ihrer Haustür aber kaum noch kenne. „Die Kinder und Jugendlichen sollen den Wald als wichtige natürliche Lebensgrundlage kennen lernen, aber auch als Lebensraum und Lieferant des ökologisch vorbildlichen Rohstoffes Holz“, so die Ministerin. Deshalb freue es sie besonders, dass die Gestaltung des Pfades im Rahmen einer Projektarbeit von Schülerinnen und Schülern des Chiemgau-Gymnasiums unterstützt wurde und deren Anregungen eingeflossen sind.

Alfons Leitenbacher, Leiter des AELFs Traunstein und Paul Höglmüller, Leiter des Forstbetriebs Ruhpolding konnten neben vielen anderen Besuchern den Landtagsabgeordneten Klaus Steiner, die stellvertretende Landrätin Resi Schmidbauer, und die Bürgermeister von Ruhpolding Justus Pfeifer (1. Bürgermeister) und Ludwig Böddecker (2. Bürgermeister) sowie den Vorsitzenden des Vereins Berwalderlebniszentrum Joachim Ries begrüßen. Den geistlichen Segen spendete der evangelische Pfarrer des Sprengels Ruhpolding Thomas Schmeckenbecher und Georg Gruber, Pastoralreferent der Katholischen Pfarrei St. Georg in Ruhpolding. Der neue Lehrpfad führe am Bach entlang, so Gruber in einer kurzen Ansprache. Dort würden die Bäume ihre Wurzeln zum Wasser strecken. Wer sich auf den Herrn verlasse, so Gruber, sei wie ein Baum am Wasser, und dürfe nie vergessen, wohin er seine Wurzeln strecken soll. Vor der Segnung hatten Staatsministerin Kaniber und Vorstandsvorsitzender Neumeier die erste Tafel des Weges enthüllt, die wichtige Informationen zum Weg aber auch zum Naturschutz im Bergwald enthält. Damit war der Lehrpfad nun auch offiziell seiner Bestimmung übergeben.


Mit diesem Erlebnispfad möchten die BaySF dazu beitragen, die Schönheiten der Natur für alle erlebbar zu machen, so Vorstandsvorsitzender Martin Neumeyer. Wichtig sei, dass dies auf naturverträgliche Weise geschehe. Denn der Druck auf den Wald durch den Tourismus wachse stetig. Neumeyer bedankte sich bei der Ministerin für die finanzielle Unterstützung, denn die Kosten für den neuen Lehrpfad in Höhe von rund 120.000 Euro kommen zu neunzig Prozent aus den besonderen Gemeinwohlleistungen. Diese werden in Bayern von den Bayerischen Staatsforsten über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus für das Gemeinwohl erbracht und entsprechend aus Haushaltsmitteln vergütet.

Auch Bürgermeister Justus Pfeifer sieht den neuen Bergwalderlebnispfad als wichtige touristische Ergänzung für die einheimischen Familien und die Touristen, die in die Region kommen. Gerade jetzt, wo viele Menschen ihren Urlaub in Deutschland verbringen, seien interessante Bildungsangebote für die Gemeinde wichtig. Pfeifer warb für die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Forst, wie sie in Ruhpolding Tradition sei. Das man an einer Station mit dem Thema Holztrift an die lange Tradition der Holzgewinnung und – bringung erinnere, die die Gemeinde geprägt hat, freute ihn sehr.

Einrichtungen wie das BWEZ, so Resi Schmidhuber in ihrem Grußwort, seien heute wichtiger denn je. Früher sei die Natur, der Wald und die Wiesen für die Kinder ein weiter, natürlicher Spielplatz gewesen. „Das geht den Kindern heute ab“. Deshalb müsse man andere Wege finden, ihnen die Natur nahe zu bringen. Wie Thomas Dankemeyer zum Schluß der Veranstaltung am BWEZ ausführte, haben allein im vergangenen Jahr hier über 6.000 Kinder unterschiedliche waldpädagogischen Angebote durchlaufen. „Umweltbildung ist uns eine Herzensangelegenheit. Wir sind mit den Kindern, die zu uns kommen, von Montag bis Freitag draußen.“, so Dankemeyer. Der neue Bergwalderlebnispfad kommt da als ergänzendes Umweltbildungsangebot gerade recht.

Monika Konnert

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