Langer Nachteinsatz

Bergwacht Ruhpolding rettet Ehepaar samt Hund vom Dürrnbachhorn

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Ein Polizeihubschrauber aus Oberschleißheim konnte die Personen Dank ihres Lagerfeuers im letzten Abendlicht entdecken. 

Ruhpolding - Eine große Rettungsaktion mit nächtlicher Suche hatte die Bergwacht Ruhpolding am Sonntagabend (13. Oktober) zu bewältigen.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Ein Ehepaar aus dem Landkreis Berchtesgadener Land war am Sonntag zur Überschreitung des Dürrnbachhorns in den Chiemgauer Alpen gestartet. Beim Abstieg auf der Nordseite des Berges verloren die beiden mit ihrem Hund den schmalen Steig, gerieten in eine steile Rinne und saßen im absturzgefährdeten Schrofengelände fest. 

Kurz nach 17 Uhr wählten sie bei fast leerem Handyakku den Notruf. Die Einsatzleitung konnte kurz mit den Berggehern sprechen, dann schaltete sich ihr Gerät ab. Die Einsatzleitung bestellte sofort einen Hubschrauber, um noch vor Einbruch der Nacht zu den Personen zu gelangen. Eine Polizeimaschine aus Oberschleißheim konnte die Personen Dank ihres Lagerfeuers im letzten Abendlicht entdecken. 

Da ein Windeneinsatz wegen der Dunkelheit nicht mehr möglich war, stiegen mehrere Gruppen von Bergrettern aus Ruhpolding und Inzell von zwei Seiten auf den Berg. Die Drohne des Bergwacht-Technikfahrzeugs konnte die Einsatzstelle per Wärmebildkamera orten und genaue Standortdaten übermitteln. Von oben konnten die Suchtrupps Rufkontakt zu den Personen herstellen, sie aber durch das absturzgefährdete, mit meterhohen Latschen überwucherte Gelände nicht erreichen. 

Auf der Wärmebildkamera ist das Lagerfeuer zu erkennen.

Auch von unten war ein Aufstieg durch das Latschendickicht unmöglich. Eine nachtflugtaugliche Maschine der Polizei versuchte gegen Mitternacht eine Bergung per Rettungswinde. Wegen starken Windes war leider auch das nicht möglich. Mehrere Bergretter kämpften sich durch das steile Latschendickicht, schnitten Wege frei und seilten durch Schrofengelände ab, aber auch sie konnten das Ehepaar nicht erreichen. Nach Abklärung durch Rufen war klar, dass die beiden in gutem Zustand sind. Deshalb entschied die Einsatzleitung, weitere Rettungsversuche bei Tageslicht zu starten. 

Am Morgen flog eine Polizeimaschine mit zwei Luftrettern der Bergwacht Ruhpolding zur Einsatzstelle. Der Hubschrauber konnte das Ehepaar samt Hund per Rettungswinde aufnehmen und ins Tal fliegen. Bei der Untersuchung durch den Bergwacht-Notarzt wurde klar: Die beiden haben die Nacht gut überstanden. Abgesehen von einer leichten Unterkühlung waren sie unversehrt. Im Einsatz waren rund 30 Bergretter sowie Polizei und Rettungsdienst.

Pressemitteilung Bergwacht Ruhpolding

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