Pressemitteilung Tourismus- und Wirtschaftsverband Ruhpolding

Corona-Soforthilfe für Privat- und Kleinvermieter

Ruhpolding - Am 26. April hat sich Sepp Hohlweger, der Vorsitzende des Tourismus- & Wirtschaftsverband, in einem offenen Brief an die Staatsregierung gewandt.

Der offene Brief im Wortlaut

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Markus Söder, sehr geehrter Herr Staatsminister Hubert Aiwanger, 


Ruhpolding ist eine der führenden Tourismusgemeinden in Südostoberbayern.Der Tourismus ist mit rund 700.000 Übernachtungen mit Abstand der wichtigste Wirtschaftszweig mit entsprechend vielen Beteiligten in der Wertschöpfungskette. Die Privatvermieter, mit bis zu 8 Betten sind zwar mittlerweile weniger geworden, jedoch ist der Anteil der Ferienwohnungen, die über Vermietung und Verpachtung betrieben werden, erheblich angestiegen.Etwa die Hälfte unserer rund 4600 Betten werden von diesen Betrieben angeboten. Diese Vermieter sind rechtlich gesehen keine Gewerbetreibende, tragen aber zu einem großen Teil der Wertschöpfung aus dem Tourismus bei.

In den vergangenen Jahren wurde auch von diesen Betrieben viel Kapital in Renovierungsmaßnahmen gesteckt um die steigenden Ansprüche der Gäste erfüllen zu können und natürlich die Betriebe zukunftsfähig zu machen. Oftmals hat hier eine bemerkenswerte Professionalisierung bei den Betreibern stattgefunden, die nur möglich war, weil sie sich auch immer mehr auf dieses Geschäftsfeld konzentriert haben. Für nicht wenige Betreiber ist der Tourismus zum Hauptstandbein geworden.


Als Vorsitzender des Tourismus- und Wirtschaftsverbandes Ruhpolding e.V. möchte ich Sie bitten eine Erweiterung der Bezugsberechtigten für die Corona-Soforthilfen für die "Privatvermieter", wie in Schleswig-Holstein mit folgender Begründung zu ermöglichen:

Sofern ein Vermieter an einen Mieter nicht länger als sechs Wochen vermietet und zusätzliche Dienstleistungen wie Endreinigung oder Frühstück anbietet und er fortlaufend und geschäftsmäßig Werbung betreibt, ist von einem "gewerblichen Gepräge" auszugehen.

Ja, ich bin überzeugt, dass in diesem Jahr und auch noch 2021 sehr viele Landsleute bei uns in Bayern ihren Urlaub verbringen werden. Das wird zwar nicht die Verluste ausgleichen, aber für viele unserer leidenschaftlichen Vermieter das wirtschaftliche Überleben erleichtern. Aber um das Angebot aufrechterhalten zu können, müssen die "Privatvermieter" deren Gewinne nicht der Gewerbesteuer unterliegen, sondern auf die Einkommensteuer entrichtet wird, bei der Corona-Soforthilfe Berücksichtigung finden.

Zugleich möchte ich mich im Namen aller Gewerbetreibenden für die rasche Auszahlung der bayerischen Corna-Soforthilfe bedanken. Bei der erweiterten Bundeshilfe warten viele aber noch auf den Förderbescheid und die Auszahlung nun schon länger als 3 Wochen. Für viele Betriebe ist diese Situation eine große Herausforderung, da besonders auch für den stationären Einzelhandel nach der möglichen Öffnung am 27. April die Umsätze ohne unsere Feriengäste weit geringer ausfallen werden als in den Vorjahren. Die Auszahlung des KuG sollte beschleunigt werden, da manche Betreibe ansonsten in ernsthafte Schwierigkeiten geraten werden.

Wie geht es weiter für unsere Beherbergungsbetriebe in Bayern? 

Können Ferienwohnungen, in denen sich Gäste selbst versorgen, früher öffnen, und wenn ja unter welchen Auflagen? Können für kleinere, Inhabergeführte Hotels bis etwa 100 Betten, z.B. Regelungen gefunden werden, dass zumindest 60% der Betten belegt werden können? Wäre der Beginn der bay. Pfingstferien als Startpunkt in die Gästebeherbergung verantwortbar? Zudem sollte allen Verantwortlichen klar sein, dass viele Menschen auch sichere Rahmenbedingungen für die Buchung eines Urlaubsaufenthalts benötigen. Aus diesem Grund sollte es ein deutliches Signal der Landes- und Bundespolitik dazu geben. Denn erst dann werden sich die möglichen Urlaubsgäste Gedanken über die Buchung eines Ferienaufenthaltes machen.

Pressemitteilung Tourismus- und Wirtschaftsverband Ruhpolding e.V

Rubriklistenbild: © picture alliance / Peter Steffen

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