250 Tonnen im letzten Winter

Anwohner hinterfragten: Gemeinderat Ruhpolding legt Streusalzverbrauch im Winter offen

In der öffentlichen Gemeinderatssitzung in Ruhpolding wurde offengelegt, wie viel Salz die Gemeinde im Winter streut. Zuvor hatte eine Anwohnerin bedenken geäußert, dass zu viel Salz auf kleinen Straßen verwendet würde.

Ruhpolding - Mehrere Briefe an Bürgermeister und Gemeinderat wegen zu starker Verwendung von Streusalz war einer der Punkte in der jüngsten öffentlichen Gemeinderatssitzung im Pressezentrum der Chiemgau-Arena.

Donata Beckers vom Michaelshof in Froschsee befürchtete, dass von der Gemeinde zu viel Streusalz verwendet würde, besonders auf den kleinen Straßen. Sie bemängelt, dass „eine adäquat unterschiedliche Streuhandhabe zwischen der kleinen Straße hier am Froschsee und der B305“ nicht stattfinde. Sie fragte, ob das bayerische Straßen- und Wegenetz hier als alleiniger Maßstab ausreiche. Die Auswirkungen des Klimawandels auch auf Ruhpolding verdiene eine differenzierte Betrachtung und wollte von der Gemeinde wissen, wie viel Streusalz verwendet werde.

Da viele Bürger an diesem Thema interessiert seien, bat sie darum, ihr Anliegen im Gemeinderat zu besprechen. Es gehe ihr um Transparenz „in Form einer Informationsfreiheit, wie sie bereits in 80 bayerischen Kommunen eingeführt worden ist“. 

In einem weiteren Schreiben schickt Frau Beckers ein Foto von der kleinen Straße am Froschsee vom Vorabend des 6. März. Damals sei die Straße komplett trocken gewesen, das Wetter stabil gut und die Wettervorhersage habe weiter sonniges Wetter gemeldet. So habe an diesem Morgen ohne erkennbaren Nutzen Salz auf der Oberfläche der Straße gelegen, das am Abend dann mit dem Regen in den Boden und auf die Wiesen gespült worden sei.

Rückläufiger Salzverbrauch

Bürgermeister Justus Pfeifer begrüßte es, dass die Gemeinde aufgrund dieses Briefes nun öffentlich wichtige Infos zu diesem Thema geben könne. Der Salzverbrauch in der Gemeinde sei in den letzten Jahren immer rückläufig gewesen. Stets müsse zwischen Verkehrssicherheit und Naturverträglichkeit abgewogen werden. Für genauere Informationen gab er dem technischen Leiter des Bauhofs Sepp Eder das Wort.

Dieser sagte, dass in den letzten Jahren im Gemeindegebiet immer zwischen 200 und 450 Tonnen Streusalz verwendet worden seien, viel weniger als in früheren Jahren. Das sei auch der fortschreitenden Technik zu verdanken, nämlich den modernen Streuern an den Streufahrzeugen, bei denen man die Salzmengen genau dosieren könne. Pro laufendem Meter würden maximal acht Gramm Salz gestreut, bei einer Straßenbreite von vier Metern also zwei Gramm pro Quadratmeter. Die Straße sehe deshalb so weiß aus, weil viel feineres Streusalz, nicht mehr so grobkörniges, wie früher verwendet werde, erklärte Eder.

Wenn an kalten Tagen Niederschlag angesagt sei, werde am Vortag oft vorsorglich gestreut, damit es in der Früh schon zu Beginn des Berufsverkehrs nicht zu glatt sei. Durch diese vorsorgliche Streuung würde auch Salz gespart, weil natürlich viel mehr gebraucht würde, wenn es bereits vereist sei.

2020/21 habe es sich um einen „relativ normalen Winter“ gehandelt, so Eder. Heuer seien 250 Tonnen Streusalz verwendet worden. Zu diesem sehr komplexen Thema gebe es sehr viel zu sagen, aber er wolle sich auf das Wesentliche beschränken. Auch Sepp Eder hielt es für wichtig, die Bevölkerung aufzuklären und Verständnis für das Vorgehen der Gemeinde und der Mitarbeiter des Winterdiensts zu wecken. Diese Winterdienstarbeiter müssten jeweils selbst vor Ort entscheiden und hätten eine große Verantwortung zu tragen.                                                   

gi

Rubriklistenbild: © Armin Weigel

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