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„Wir stehen in den Startlöchern“

Gespräch mit den führenden Touristikern von Ruhpolding Frank Oette und Herbert Ringsgwandl

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Der Geschäftsführer der Ruhpolding Tourismus GmbH, Tourismusdirektor Frank Oette und der stellvertretende Tourismusdirektor Ruhpolding, Herbert Ringsgwandl beim Gespräch mit chiemgau24.de

Es war schon sehr, sehr frustrierend“, sagt der Geschäftsleiter der Ruhpolding Tourismus GmbH, Frank Oette, über den langen Lockdown. „Aber wir haben immer versucht, die Hoffnung hochzuhalten und die Zeit zu nutzen“. In einem Gespräch mit chiemgau24.de bestätigt auch der stellvertretende Tourismusdirektor, Herbert Ringsgwandl, dass die Zeit des Stillstands auch von vielen Gastgebern sehr gut genutzt wurde, um zu modernisieren und lange anstehende Renovierungen vorzunehmen.

Ruhpolding - „Wenn so wie in 2020 bald Unterkünfte und wenigstens die Außengastronomie geöffnet werden dürfen, haben wir die Chance mit einem blauen Auge davonzukommen“, so Ringsgwandl. Auf jeden Fall würden zwar im Tourismusjahr 2020/21 (in Ruhpolding bisher immer von 1. November bis 31. Oktober gerechnet) die Übernachtungszahlen sicherlich um ein Drittel sinken, was kaum mehr aufzuholen sei, aber „die Sehnsucht der Leute endlich ein bisschen ´rauszukommen und in die Natur zu gehen, ist riesig“. Und für seine intakte Natur, den guten Kontakt der Gäste mit ihren Vermietern sei Ruhpolding „bekanntlich geradezu prädestiniert“. 

Der Ruhpolding Tourismus nutzte die Zeit zum Beispiel für einen neuen Internetauftritt und die Herausgabe des neuen, inzwischen im vierten Jahr erschienenen „O´Kemma“ - Ankommen in Ruhpolding - mit Gastgeberverzeichnis im Innenteil. Das Heft mit vielen schönen Fotos und Geschichten über Ruhpolding ist bei vielen Stammgästen inzwischen zum beliebten Sammelobjekt geworden.

Anfragen und Buchungen seit Wochen

Seit Wochen gebe es bereits viele Anfragen und Buchungen für den Sommer, wobei natürlich alles registriert, aber immer vertröstet werden musste,sagt Tourismusdirektor Frank Oette. Alle Umfragen hätten ergeben, dass über 50 Prozent aller Reiseentscheidungen auf Empfehlungen von Freunden und Bekannten beruhen. Daher sei der persönliche Kontakt der Gastgeber mit den Gästen von so entscheidender Bedeutung.

Die Hauptsaison besonders für die Familien seien die Ferienzeiten, sagt Oette weiter, aber ansonsten nutzten die Gäste den beliebten Urlaubsort beinahe das ganze Jahr. Grund seien die vielen abwechslungsreichen Angebote in der Sommersaison und die fast immer Schnee sichere Wintersaison im Dreiseengebiet und den Bergen. Im Übrigen gestalte sich die Zusammenarbeit mit den Nachbarorten Reit im Winkl und Inzell, zum Beispiel durch die Chiemgau-Card Ruhpolding-Inzell oder den für die Gäste günstigen Busverkehr – im Ort sogar kostenslosen - sehr gut.

Die vierte Ausgabe von „O´Kemma“ – Ankommen in Ruhpolding – für das Jahr 2021/22 ist gerade neu erschienen.

Schade ist es natürlich, dass die großen Feste derzeit noch sicher nicht stattfinden können. Aber: „Wir brauchen die großen Veranstaltungen wie Gaufeste, Georgiritt, Waldfest oder Almkirta im Holzknechtmuseum nicht unbedingt, um Gäste glücklich zu machen“ sagt Ringsgwandl. Die Feste seien zwar immer sehr beliebt und gut besucht gewesen, aber wenn sie ein paar Jahre wegen der Pandemie ausfallen müssten, verstünden das fast alle.

„Vorbildliche Konzepte der Gastronomie“

Die Gastronomie hat, laut Aussagen der beiden Touristiker „vorbildliche Konzepte“ erarbeitet. Das ohnehin „große Potential an Stammkunden“ werde gerade in dieser Zeit sicher nicht „untreu“ werden.

Die Pandemie ist natürlich für die in der Tourismusbranche arbeitenden Angestellten eine große, personelle Herausforderung für die Gemeinde und andere Arbeitgeber gewesen. Bei der RTG (Ruhpoldinger Tourismus GmbH) gab es zwar Kurzarbeit für alle, aber niemand sei entlassen worden, so Oette. So könnte man jederzeit wieder voll durchstarten. Im Übrigen sei der Gradmesser für den funktionierenden Tourismus nicht Gäste- und Übernachtungszahlen, sondern die Wertschöpfung. Dabei schneide Ruhpolding in den vergangenen Jahren hervorragend ab, denn in den letzten acht Jahren habe es bei der Wertschöpfung eine Steigerung von rund acht Millionen Euro gegeben.

Kurhaus und Areal voll funktionsfähig

Wenn auch das Kurhaus derzeit ohne Gastronomie sei, stehe das gesamte Kurhausareal zur Nutzung zur Verfügung – auch mit gutem Catering Service. „Bis ein neues Gesamtkonzept für die Nutzung und Modernisierung des Kurhauses samt Finanzierung gefunden ist, kann das Kurhausareal zum Beispiel für Tagungen, Firmenveranstaltungen oder Familienfeiern weiter genutzt werden“, so Ringsgwandl. Personell und organisatorisch werde weiter alles professionell und effektiv ablaufen. Auch beim Wellenhallenbad oder der Eishalle stünden in den kommenden Jahren dringende Renovierungen an. Dabei müsse man natürlich auch immer wieder „vom Lieb gewonnenen Abstand nehmen“, sagt Ringsgwandl.  Wichtig sei jedoch immer „das richtig gute, touristische Produkt“, und das sei in Ruhpolding zweifellos vorhanden. 

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