Aufwändiger Einsatz am Rauschberg bei Ruhpolding

Gleitschirm-Drama: 17-Jährige aus Landkreis Rosenheim nach 25-Meter-Absturz in Lebensgefahr

Bergwacht-Einsatz am Rauschberg bei Ruhpolding
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Bergwacht-Einsatz am Rauschberg bei Ruhpolding.

Ruhpolding - Einen aufwändigen Rettungseinsatz hatte die Bergwacht Ruhpolding am Mittwoch, 16. Dezember, am Rauschberg zu meistern. Auch ein Polizei-Hubschrauber war dabei im Einsatz.

Eine Gruppe junger Gleitschirmflieger war mit leichter Ausrüstung zu Fuß auf den Rauschberg gestiegen und wollte bei Sonnenuntergang gegen 16.15 Uhr ins Tal fliegen. Eine 17-Jährige aus dem Landkreis Rosenheim startete dabei zuerst. Kurz nach dem Start stürzte sie nach Angaben der Ruhpoldinger Bergwacht mit ihrem Schirm „aus sehr großer Höhe ab“. Die Polizei sprach in einem Pressebericht von einer Absturzhöhe von etwa 25 Metern.

Die beiden 17- und 18-jährigen Begleiter - beide aus dem Landkreis Traunstein - setzten nach dem Unfall gegen 16.30 Uhr sofort einen Notruf ab. Insgesamt elf Einsatzkräfte der Bergwacht Ruhpolding machten sich daraufhin sofort auf den Weg zur Einsatzstelle.

„In den Chiemgauer Alpen liegt zwar bislang wenig Schnee, trotzdem war die Anfahrt auf den Rauschberg von winterlichen Verhältnissen geprägt. In einem Voraustrupp fuhren zwei Bergretter und ein Bergwacht-Notarzt so nahe wie möglich an die Unfallstelle heran und waren in weniger als einer Stunde bei der Patientin“, hieß es in der Mitteilung der Bergwacht wörtlich. Die 17-Jährige, die laut Bergwacht „lebensbedrohlich“ verletzt worden war, erhielt vom Notarzt eine Schmerzmedikation, eine Wärmepackung und wurde in einen Bergrettungssack gelagert.

Hubschrauber startet am Münchner Flughafen

Parallel zu einer möglichen bodengebundenen Rettung hatten die Retter wegen der einsetzenden Dunkelheit auch einen nachtflugtauglichen Hubschrauber mit Windenausrüstung angefordert. Die Umstände waren jedoch außerordentlich schwierig: Wegen schlechter Sicht und Bodennebels war es anfangs unsicher, ob der Heli überhaupt würde starten können. Letztlich gelang es einer Crew der bayerischen Landespolizei jedoch doch, vom Münchner Flughafen mit einem Hubschrauber nach Ruhpolding zu fliegen und bei der Rettung mitzuhelfen.

Der Hubschrauber nahm im Tal einen Luftretter der Bergwacht auf und flog daraufhin zur Einsatzstelle. Dort nahm dieser die Patientin samt Notarzt auf und brachte sie ins Klinikum Traunstein. Dort wurde die 17-Jährige medizinisch versorgt. Auch die Belegschaft der Rauschberg-Seilbahn leistete übrigens ihren Beitrag. Trotz Lockdowns wurde die Seilbahn unkompliziert in Betrieb gesetzt und leistete so logistische Unterstützung. Die Traunsteiner Polizei hat nun Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen.

mw/Polizei Traunstein/Bergwacht Ruhpolding

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