Plan B: Schnee per Lkw zum Biathlon-Weltcup

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Präparierung der Chiemgau-Arena im Winter 2012/13
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Ruhpolding - Nur am Mittwoch war es bisher kalt genug, Kunstschnee zu produzieren. Nun bangen die Organisatoren wieder: Erste Wettbewerbe in der Chiemgau-Arena wurden schon abgesagt.

"Wenn's zu warm ist, geht einfach nix. Da können wir auf- und niederhupfen" - Alois Reiter wirkt etwas angespannt: Noch etwa ein Monat, dann soll der Biathlon-Weltcup in Ruhpolding über die Bühne gehen. Wohl kaum jemand hofft momentan so auf einen Wintereinbruch wie der stellvertretende Leiter der Chiemgau-Arena. Echter Schnee vom Himmel war in diesem Winter schließlich noch kaum zu sehen.

27.500 Kubikmeter Schnee fehlen noch - mindestens

Präparierung der Chiemgau-Arena im Winter 2012/13

Das Problem: Auch Kunstschnee kann erst bei Temperaturen unter drei Grad minus produziert werden. Dienstagnacht bis Mittwochmittag war es erstmals soweit. Reiter und seine Kollegen sind sofort los und haben die Schneekanonen angeworfen: "2.500 Kubikmeter haben wir da hinausschießen können, aber das reicht noch lange nicht." 30.000 Kubikmeter (Kunst-)Schnee werden mindestens gebraucht, um den Weltcup am 14. Januar ausrichten zu können. Das würde auch ins Geld gehen: Mit ungefähr vier Euro pro Kubikmeter Kunstschnee rechnet Reiter.

Fünf volle Beschneiungstage würden den Organisatoren dazu reichen - doch es ist zu warm. Der "Grenzland-Cup" im Langlauf am kommenden Sonntag wurde vom Veranstalter SV Oberteisendorf bereits abgesagt. Der Andi-Wallner-Gedächtnislauf eine Woche später steht auf der Kippe. Doch was, wenn sich an den Temperaturen nichts ändert? "Ein Verschieben gibt's nicht! Wir setzen alle Hebel in Bewegung", so Reiter im Gespräch mit chiemgau24.de.

Plan B: Lastwagen anrollen lassen

"Plan B ist: Wir lassen den Schnee einfach herbringen, wenn's gar nicht anders geht." Damit wären die Ruhpoldinger nicht die Ersten: Bereits für den Biathlon-Weltcup in Hochfilzen (Tirol) am kommenden Wochenende mussten die Lastwagen anrollen. Dort holte man den Schnee vom Großglockner und aus Saalbach, damit die Wettbewerbe über die Bühne gehen können.

Auch das Schneedepot blieb 2014 leer

In den vergangenen Jahren wurde der Schnee im ausgehenden Winter ganz einfach mit Styropor abgedeckt und für die nächste Saison wieder herausgeholt. Rund zwei Drittel davon konnten so über den Sommer hinübergerettet werden. Aber auch für diese Maßnahmen waren die ersten Monate 2014 zu warm.

"Das hätte dann zumindest für eine Grundbelegung der Chiemgau-Arena gereicht", so Reiter. Derweil weicht der Ruhpoldinger Wintersportkader nach Osttirol zum Training aus - und kehrt eines Tages hoffentlich in eine weiße Chiemgau-Arena zurück.

xe

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