Harte Regelung wird vorbereitet

Kampf den Zweitwohnungen: Ruhpolding plant künftiges Verbot

+
Die idyllische Lage von Ruhpolding ist bei vielen gefragt: 349 Nebenwohnsitze gibt es derzeit. Wenn es nach Bürgermeister Pichler oder CSU-Gemeinderat Pfeifer geht, werden keine neuen dazukommen.
  • schließen

Ruhpolding - Der Wohnungsmarkt ist auch in Ruhpolding hart umkämpft - und die leeren Häuser von Zweitwohnungsbesitzern verschärfen das Problem. Doch bald könnte konsequent gegengesteuert werden.

Nach dem Vorbild von Berchtesgaden könnten künftig auch in Ruhpolding neue Zweitwohnungen nicht mehr genehmigt werden. Wie Bürgermeister Claus Pichler auf Nachfrage von chiemgau24.de bestätigt, ist eine dementsprechende Regel gegen Zweitwohnsitze gerade in Vorbereitung. "Das beschäftigt uns schon lange. Wir wollen möglichst wenig Zweitwohnungen bei uns", so Pichler.

Mindestens die Hälfte des Jahres muss in Ruhpolding gewohnt werden

CSU-Gemeinderat Justus Pfeifer.

Das ist der Plan: Jede neu verkaufte oder vermietete Immobilie soll künftig ein Erstwohnsitz sein - mindestens die Hälfte des Jahres muss also in Ruhpolding verbracht werden. Ausnahmen müssen genehmigt werden. Wer gegen die Satzung verstößt, dem könnte eine empfindliche Geldstrafe drohen - in Berchtesgaden sind es bis zu 50.000 Euro. Schon Bauherren oder Notare sollen dann auf die Regelung hinweisen. Sie wird aber nur für die Zukunft gelten und nicht rückwirkend für bestehende Zweitwohnungen. 

"In Ruhpolding sind wir bei den Zweitwohnungen eh noch vergleichsweise gut dran im Vergleich zum Tegernseer Tal oder Reit im Winkl", so Bürgermeister Pichler. 349 Personen mit Nebenwohnsitz gibt es aktuell in Ruhpolding, bei 7100 Einwohnern mit Hauptwohnsitz. "Auch bei uns gibt es große Probleme auf dem Wohnungsmarkt", so CSU-Gemeinderat Justus Pfeifer gegenüber unserer Redaktion. Er sprach sich im Gremium als erster für das "Berchtesgadener Modell" aus. "Das ist kein Riesenwurf, aber es wird die Immobilienpreise etwas mindern und den Markt entlasten", ist sich Pfeifer sicher.

Wie lässt sich die Zweitwohnungs-Regelung überprüfen?

Bürgermeister Claus Pichler

Etwas Skepsis herrscht beim Bürgermeister trotzdem: "Können wir das kontrollieren? Es gäbe ja viele Tricks. Vor allem wenn jemand nicht mehr berufstätig ist, wird das schwer zu überprüfen", so Claus Pichler. Zuletzt wurde das Thema im Gemeinderat nichtöffentlich behandelt, möglicherweise in der Sitzung am 6. Juni könnte dann öffentlich darüber abgestimmt werden. 

Das "Berchtesgadener Modell" könnte für mehrere Gemeinden Vorbildcharakter haben. Bundesweit wurde im März über den Zweitwohnungs-Stopp berichtet. "Das ist ein komplett neuer Weg, um Wohnraum für die einheimische Bevölkerung zu erhalten und ihn betuchten Zuzüglern nicht zugänglich zu machen", so Wilfried Schober, ein Sprecher des Bayerischen Gemeindetages, damals. "Es ist ein Problem, dass gerade in touristisch sehr begehrten und beliebten oberbayerischen Orten entlang der Alpenkette ein Verdrängungswettbewerb zu Lasten vor allem der jungen einheimischen Bevölkerung stattfindet."

xe

Zurück zur Übersicht: Ruhpolding

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT