Darf der "Schwarzbau" bleiben?

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Ruhpolding - Der Neubau eines Einfamilienhauses in Ruhpolding beschäftigt derzeit die Behörden. Von "Schwarzbau" und internen Absprachen beim Bauamt war die Rede. Doch was ist dran? Wir haben nachgefragt:

Auf der Baustelle des Hauses in Ruhpolding wird derzeit fleißig gehämmert, gebohrt und gesägt. Eigentlich kein ungewöhnliches Bild, wenn es um den Neubau eines Einfamilienhauses geht. Wäre da nicht die Sache mit dem Tekturplan, den die Bauherrin erst nachträglich eingereicht hat und der nun Thema im Landratsamt ist. Er enthält nämlich gravierende Abweichungen zum eigentlichen Bauplan des Hauses. Unter anderem ist darin ein freistehender Aufzugsschacht und ein Gerüst für die Überdachung des Balkons enthalten. Zudem wurde auf die Dachüberstände verzichtet. Die Bauherrin - die selbst in einer leitenden Position beim staatlichen Bauamt angestellt ist - reichte die neuen Pläne allerdings erst bei der Gemeinde ein, als die Arbeiten schon abgeschlossen waren. Sie habe es vergessen gehabt, so ihre Argumentation.

Die Mitglieder des Bauausschusses lehnten den Tekturplan prompt ab und wandten sich mit einem Antrag auf Baueinstellung an das Landratsamt. Christian Wurmannstätter berät die Gemeinde in Baufragen und riet dem Gremium zu diesem Schritt. "Die Abweichungen zum eigentlichen Bauplan sind eindeutig." Seiner Ansicht nach habe die Bauherrin nie vorgehabt, dem ersten Plan zu entsprechen. "Das war doch nur Augenwischerei und das nehme ich ihr persönlich übel."

Das Landratsamt entschied sich dagegen, den Bau einstellen zu lassen. Wie Medien berichteten hieß es in einer ersten mündlichen Begründung: Eine Einstellung sei nicht möglich, da der Bau bereits erstellt sei. "In dieser Woche geht noch ein Schreiben an Bürgermeister Klaus Pichler raus, in dem das Bauamt erklärt, warum eine Baueinstellung nicht verfügt wurde", erklärte Roman Schneider, Pressesprecher des Landratsamtes, auf Anfrage von chiemgau24.de. Über den Inhalt des Schreibens wollte er uns bislang nichts verraten.

Da der Baujurist, der für die Bearbeitung des Antrags zuständig war, mittlerweile beim staatlichen Bauamt angestellt ist, kamen schnell Gerüchte über interne Absprachen im Bauamt auf. Doch Schneider wies diese Gerüchte entschieden zurück: "Hier wurden keine Gefälligkeiten erwiesen".

Mit seinem Schreiben an die Gemeinde hat das Landratsamt nun den Ball wieder zurück an die Kommune gespielt. "Ich gehe davon aus, dass die Gemeinde das Thema jetzt nochmal behandeln wird", so Schneider. Und bis dahin wird auf der Baustelle auch weiterhin an der Fertigstellung des Einfamilienhauses gearbeitet. Die Bauherrin selbst wollte sich bislang zu dem Fall nicht äußern: "Ich will jetzt erst einmal abwarten, was das Landratsamt entscheidet."

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