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Langjähriger Betriebsleiter feiert mit seiner Familie

Ernst Baumgartner aus Ruhpolding wird 100: Sein Herz schlägt für die Rauschbergbahn

Stolz präsentiert Ernst Baumgartner das Bundesverdienstkreuzam Bande, das er aufgrund seiner vielfältigen Verdienste verliehen bekam. Am heutigen Samstag kann er im Kreis seiner Familie den 100. Geburtstag feiern.
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Stolz präsentiert Ernst Baumgartner das Bundesverdienstkreuzam Bande, das er aufgrund seiner vielfältigen Verdienste verliehen bekam. Am heutigen Samstag kann er im Kreis seiner Familie den 100. Geburtstag feiern.
  • VonLudwig Schick
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Ein volles Jahrhundert bewegte Zeit- und persönliche Lebensgeschichte liegt hinter ihm: Am Samstag (25. September) kann Ernst Baumgartner, der langjährige Betriebsleiter der Rauschbergbahn, bei relativ stabiler Gesundheit seinen 100. Geburtstag feiern.

Ruhpolding – An diesem besonderen Ehrentag wird sich die Großfamilie – Ehefrau Rosemarie, zwei Töchter, zwei Söhne, fünf Enkel und vier Urenkel – im Haus in der Waich einfinden, unweit seiner früheren Arbeitsstelle am Fuß des Rauschbergs, um den Jubilar gebührend hochleben zu lassen.

Von Niederösterreich nach Oberbayern

Denn Ruhpoldings Hausberg ist seit dem Bau der damals schnellsten Seilschwebebahn Deutschlands für den vielseitigen Elektromeister zum beruflichen Lebensinhalt geworden. Bis es soweit kam, waren ihm in seiner Jugendzeit allerdings ganz andere Bergnamen geläufig. Der gebürtige Niederösterreicher stammt ursprünglich aus Reichenau an der Rax (Schneeberggebiet bei Wien), wo er sich in Mödling und Wien zum Elektriker ausbilden ließ und sich kurz darauf zum Kriegsdienst melden musste. Er wurde zur Nachrichtenschule in Pocking abberufen. Die Erinnerungen aus dieser gefahrvollen Zeit als Bordfunker im Kampfgeschwader des Verbands 53 (Legion Condor), wie beispielsweise riskante Lufteinsätze über Russland oder England sind Baumgartner noch so präsent, als wären sie erst gestern gewesen.

In den Kriegswirren Beerdigung des Vaters verpasst

Viele Erlebnisse kommen ihm während des Gesprächs mit den OVB Heimatzeitungen wieder in den Sinn. So auch die verpasste Beerdigung seines Vaters, zu der er bedingt durch die Kriegswirren eine Woche zu spät aus Greifswald angereist kam.

Eine zufällige Begegnung am Salzburger Bahnhof in den letzten Kriegstagen lenkte seinen Weg nach Ruhpolding, wo er zuerst eine Anstellung bei der Stromversorgung Ruhpolding bekam. Nach der bestandenen Meisterprüfung eröffnete er 1952 ein eigenes, kleines Elektrogeschäft und so konnte er bereits beim Bau der Rauschbergbahn sein fundiertes Wissen mit einbringen.

Nicht nur Beruf, auch große Liebe gefunden

Seine fachliche Kompetenz blieb dem damaligen Geschäftsführer, Leonhard Schmucker nicht unbemerkt, worauf der junge Meister im Dezember 1953, genau zum Zeitpunkt der Bahn-Eröffnung, als stellvertretender Betriebsleiter eingestellt wurde. Er war somit ein Mann der ersten Stunde.

Oben am Rauschberghaus lernte er seine zweite Frau Rosemarie kennen und lieben. Der Hochzeit im Jahr 1959 folgte zwei Jahre später der Umbau von Rosemaries Elternhaus mit direktem Blick auf die große Sandreiße des Berges. 1974 übernahm er von Ing. Helmut Minwegen den Posten des ersten Betriebsleiters, den er bis zum Rentenalter 1987 ausführte.

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Sein Augenmerk galt der Attraktivitätssteigerung und Sicherung des Winterbetriebs, sei es durch Pistenpflege am Südhang oder der Lawinensprengung in der Rossgasse. Nach der Ausbildung in Garmisch war er der erste Sprengmeister im ganzen Umkreis. Nebenbei wurde die Zeitmessanlage für das Training der alpinen Rennläufer installiert und Zeitkarten an der Talstation eingeführt.

Daneben engagierte sich Baumgartner als aktives Mitglied in der Vertreterversammlung und im technischen Ausschuss der Gewerkschaft öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) sowie der Berufsgenossenschaft. Er übernahm fünf Jahre lang den Vorsitz der örtlichen SPD, kandidierte für die Gemeinderatswahlen und ist bis heute begeisterter Förderer der Bergwacht und des Alpenvereins.

Als aktiver Pilot den Flugplatz Neustadl ausgiebig genutzt

Eine weitere Herzensangelegenheit waren ihm der Wiederaufbau der Arbeiterwohlfahrt, die Gründung des Aeroclubs Ruhpolding sowie der Bau des Flugplatzes Neustadl, den er als aktiver Pilot ausgiebig nutzte. Im gesegneten Alter bleibt er jetzt lieber auf sicherem Boden, damit ihn die Familie in der gewohnten Umgebung betreuen kann. Denn in der „Höhe“ war er Zeit seines langen Lebens oft genug.

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