670.000 Euro Förderung

Staatsministerin Michaela Kaniber übergibt Förderbescheid für das Holzknechtmuseum in der Laubau

Staatsministerin Michaela Kaniber übergibt den offiziellen Förderbescheid des bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie die Gelder aus LEADER-Projektmitteln, insgesamt 690.000 Euro.
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Staatsministerin Michaela Kaniber übergibt Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer, Vorsitzender des Zweckverbandes Holzknechtmuseum, und der Leiterin des Museums, Dr. Ingeborg Schmid, den offiziellen Förderbescheid des bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie die Gelder aus LEADER-Projektmitteln, insgesamt 690.000 Euro.

Ruhpolding - Auch die Sonne lachte, ebenso Staatsministerin Michaela Kaniber, Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer, zugleich erster Vorsitzender des Holzknechtmuseums, und alle übrigen Vertreter des Museums, des Vinzenzivereins, des Forstbetriebs Ruhpolding, des Fördervereins und des Landkreises. Fröhlicher Anlass war die offizielle Übergabe des Förderbescheids für die Erneuerung des Holzknechtmuseums in Höhe von gut 670 000 Euro.

Genau 421.726,92 Euro davon stammen aus den Mitteln des EU-ProgrammsLEADER“ und zusätzlich ein direkter Zuschuss von
250. 000 Euro vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.


Staatsministerin Kaniber übergab den Scheck auf dem Gelände des Museums an Bürgermeister Justus Pfeifer und die Leiterin des Museums, Dr. Ingeborg Schmid. In ihrer Ansprache erklärte die Ministerin, das Museum sei bayernweit einzigartig und erzähle nunmehr seit 32 Jahren die über 400-jährige Geschichte der Forstwirtschaft, als in Ruhpolding die Saline in Betrieb genommen wurde. In mühsamer und gefährlicher Handarbeit im Bergwald hätten die Holzknechte, heute eher als Waldarbeiter oder Forstwirte bekannt, bis 1912 dafür gesorgt, dass die Salinen mit genug Holz versorgt wurden. Künftig werde nun auch der Weg zur heutigen modernen, nachhaltigen Forstwirtschaft in einer modernen, interaktiven Ausstellung gezeigt werden.

Finanzielle Unterstützung zur Erhaltung von Lebensressourcen


Gerade in Zeiten des Klimawandels werde der Bergwald nicht nur als Schutzwald wichtiger denn je. Der Wald spende sauberes Trinkwasser, liefere Luft zum Atmen und damals wie heute den elementaren Rohstoff Holz. Auch für den Tourismus sei der Wald zunehmend von wichtiger Bedeutung, so Kaniber. Daher freue es sie besonders, dass ihr Ministerium die rund eine Million Euro teure Umgestaltung des Holzknechtmuseums finanziell unterstützen könne. Für den Zweckverband reduziere sich nun das finanzielle Defizit und die Neugestaltung werde Wirklichkeit.

Frau Kaniber lobte aber nicht nur die heutigen Betreiber des Museums, sondern erinnerte auch an die Väter und Initiatoren des Holzknechtmuseums wie den verstorbenen Leiter der damaligen Waldarbeitsschule, Josef Demleitner, den verstorbenen Altlandrat Leonhard Schmucker und den ehrenamtlichen Architekten und Planer des Museums, Anton Zeller.

Große neue Herausforderungen

Bürgermeister Justus Pfeifer betonte, dass die Forstwirtschaft auch heute wieder mit großen neuen Herausforderungen fertig werden müsse, zum Beispiel dem Borkenkäfer aber auch dem zunehmenden Tourismus, mit dem man glücklicherweise in dieser Region noch gut fertig werden könne. Das Museum werde die Entwicklung des Waldes über die Jahrhunderte hinweg darstellen, so dass dieses Wissen auch die kommenden Generationen nicht verloren gehe.

All das sei nur durch die Unterstützung vieler Menschen, aber auch durch die finanziellen Fördermittel möglich. Ihren herzlichen Dank für die großzügige Zuwendung drückte auch die stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber als politische Vertreterin des Landkreises aus. Die Holzknechte hätten die Lebensgrundlagen für unseren heutigen Wohlstand geschaffen und seien auch in ihrem Sozialverhalten vorbildlich gewesen.

Eine Beziehung „auf Augenhöhe“ ist das besondere Alleinstellungsmerkmal

Der Leiter des Forstbetriebs Ruhpolding, Paul Höglmüller, auch Vorsitzender des Fördervereins Holzknechtmuseums, betonte, dass das Haus ein Alleinstellungsmerkmal unter den Museen in Bayern und sogar ganz Deutschland habe. Nirgendwo habe er in seiner über 30jährigen Berufserfahrung eine vergleichbar enge Beziehung zwischen Förstern und Holzknechten „auf Augenhöhe“ erlebt, ebenso zwischen politischer Gemeinde und Forst.

Ruhpoldingern, die in deren Familien von der Forstwirtschaft lebten, nehmen es als „unser Museum“ war.

Das Museum sei von Beginn an ein Symbol für dieses besondere Verhältnis gewesen. Es wurde nicht nur von allen gemeinsam konzipiert und gestaltet, sondern jahrelang traditionell vom Ruhpoldinger Forstmeister geleitet. Vor einigen Jahren sei aus dem Museumsförderverein der Wunsch laut geworden, in der Ausstellung die Lücke zum 21. Jahrhundert zu schließen und auch die Bergwaldbewirtschaftung von heute authentisch darzustellen. „Das Besondere an diesem Museum ist, dass es von so vielen getragen wird“, sagte auch Dr. Ingeborg Schmid. Von vielen

Ruhpoldingern, in deren Familien über die Jahrhunderte hinweg viele von der Waldwirtschaft lebten, nehmen es als „unser Museum“ war. So solle es auch bleiben.

Mit einem Rundgang durchs weitläufige Gelände und im Museum endete der Besuch der Ministerin.

von gi/Christiane Giesen

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