Bahnhof soll zur Tourist-Info werden

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Ruhpolding - In der Monatsversammlung des SPD-Ortsvereins Ruhpolding wurden die Pläne der neuen Tourist-Info vorgestellt. Demnach soll diese zukünftig im Bahnhof zu finden sein:

Der Vorsitzende Johannes Hillebrand konnte zu dieser Thematik im Gasthof Almhäusl nicht nur die interessierte Öffentlichkeit, sondern auch den Leiter der Tourist-Info, Herbert Ringsgwandl, begrüßen.

Ringsgwandl begründete, warum die Tourist-Info dringend eine neue Bleibe benötigt. Über den Umzug in den Bahnhof werde seit 2003 geredet. Verständlicherweise sei seitdem in den Pavillon nur noch das Allernötigste investiert worden. Das Gebäude sei in vieler Hinsicht höchst renovierungsbedürftig und entspreche in den Arbeitsabläufen, den logistischen Möglichkeiten, den Arbeitsbedingungen und auch im Erscheinungsbild für den Gast nicht mehr den Anforderungen an ein modernes Touristikbüro. Hinzu komme, dass die Aufgaben nicht weniger, sondern immer umfangreicher werden. Das Internet und insbesondere der E-Mail-Verkehr führe beim Gast nicht zu weniger, sondern zu einem höheren Informationsbedarf. Dem Rechnung zu tragen gehöre zum selbstverständlichen Serviceangebot.

Auch der Betreuungsaufwand gegenüber den Vermietern werde nicht kleiner. Ganz neue Aufgaben kommen auch immer wieder dazu, beispielsweise im Bereich der Softwarepflege.

Den Bahnhof bezeichnete Ringsgwandl als geradezu idealen Standort für seine neue Bestimmung. Er sei nicht nur für Bahnreisende, sondern auch für Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer gut erreichbar. Mit einem ansprechenden Gebäude könne der Ort auch seine Wertschätzung gegenüber seinem Haupterwerbszweig Tourismus und seinen Gästen deutlich machen.

Anhand eines Modells und der Grundrisse wurde gezeigt, wie die künftigen Gebäude und deren Nutzung denkbar sind, wobei sich im Detail noch vieles ändern kann. Unter Denkmalschutz steht das Hauptgebäude sowie der kleinere Bau aus Schlackenstein. Die dazwischenliegende Gepäckhalle kann dagegen entfernt werden. Sie wird durch einen Neubau ersetzt, der allerdings nicht mehr an das Hauptgebäude angebaut, sondern mehrere Meter davon entfernt ist. Der Hauptbau ist damit freigestellt. Der Denkmalschutz schränkt die Nutzung der Gebäude naturgemäß erheblich ein. Es zeigt sich aber im Planungsablauf, dass ein guter Kompromiss zwischen den verschiedenen Interessenlagen denkbar ist.

Der Neubau, ein transparenter Bau mit viel Glas und einer Holzkonstruktion, würde hauptsächlich den Publikumsverkehr der Tourist-Info aufnehmen. Das Hauptgebäude ist teilweise unterkellert. Dort sind Lager- und Technikräume denkbar. Im Erdgeschoss sind unter anderem eine Eingangshalle, Schließfächer, öffentliche WCs auch für Behinderte und ein Veranstaltungsraum vorgesehen. Das Obergeschoss kann für die Büros der Ruhpoldinger Tourismus GmbH (RTG) genutzt werden, die bisher in der Neuwirtsschule untergebracht ist und ihre Räume für andere Zwecke freimachen würde. Das Dachgeschoss könnte die Archive der Gemeinde und der Tourist-Info aufnehmen. Der andere denkmalgeschützte Bau der ehemaligen Güterhalle ist für Büros der Tourist-Info vorgesehen.

Bürgermeister Claus Pichler schilderte die Probleme, die sich daraus ergeben, dass an Bau und Finanzierung des Vorhabens sehr viele Stellen und Behörden mit ganz unterschiedlichen Zielsetzungen beteiligt sind. Die bisherige Kostenschätzung beläuft sich einschließlich Erwerb der Gebäude und aller Nebenkosten auf 1,8 Mio Euro. Bei Projekten dieser Art wird von den Förderstellen ein Gemeindeanteil von 40% der Kosten erwartet, das wären 720.000 Euro. Da es sich um ein Denkmal handelt, könnten in diesem speziellen Fall noch weitere Zuweisungen zu erzielen sein. Der gemeindliche Anteil könnte dann im günstigen Fall auf unter 600.000 Euro gedrückt werden, so der Bürgermeister. Verteilt auf zwei bis drei Haushaltsjahre hält Claus Pichler die Finanzierung für machbar und hofft auf eine breite Unterstützung im Gemeinderat.

Er wies jedoch ausdrücklich darauf hin, dass jede Sanierung mit einem finanziellen Restrisiko verbunden bleibt. Allerdings sei es in den letzten Jahren gelungen, bei allen Vorhaben jeweils den Kostenrahmen einzuhalten. Jedem Risiko aus dem Weg zu gehen, würde Stillstand bedeuten. Ein Baubeginn käme für ihn ohnehin erst in Frage, wenn die Zuwendungsbescheide der Förderstellen vorliegen.

Pressemeldung SPD Ruhpolding

Rubriklistenbild: © Ruhpolding Tourismus GmbH

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