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Was sich ab Sonntag alles ändert

„Wir dürfen die Sache ausbaden“: Streit zum Betreiberwechsel auf Ruhpoldinger Zugstrecke

Zeitenwende auf der Zugstrecke zwischen Traunstein und Ruhpolding: Ab Sonntag übernimmt die private „Bayerische Regiobahn“ - was bleibt, was sich ändert und warum es jetzt schon Konflikte gab.

Ruhpolding/Traunstein - Betreiberwechsel auf der Zugstrecke zwischen Traunstein und Ruhpolding: Ab Sonntag (11. Dezember) fährt nicht mehr die DB-Tochter Südostbayernbahn, sondern die Bayerische Regiobahn (BRB), die die jüngste Ausschreibung gewann. Optisch wird also vom Rot der Bahn zum Blau der BRB gewechselt. „Wir haben zwei Neufahrzeuge vom Typ FLIRT im Einsatz“, so BRB-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann. Ausgestattet sind die Züge dann mit WLAN und Steckdosen inklusive USB-Anschluss. Außerdem: „modernste Klimatechnik“ mit hoher Luftaustauschfrequenz.

Deutliche mehr Plätze im Schülerverkehr

Der bisherige Fahrplan zwischen Traunstein und Ruhpolding bleibe fast gleich, so BRB-Pressereferentin Annette Luckner gegenüber chiemgau24.de. „Aber unsere neuen Fahrzeuge haben eine höhere Kapazität. Sie bieten im Schülerverkehr 300 statt 200 Plätze“, so Luckner. Deshalb entfalle auch die bisherige Busunterstützung in der Früh. Außerdem wird die Fahrradmitnahme kostenlos, finanziert durch den Landkreis. Die Anzahl der Radl muss aus Sicherheitsgründen aber begrenzt werden

Erste Bewährungsprobe wird der Biathlon-Weltcup in Ruhpolding vom 11. bis 15. Januar. „Wir planen Züge mit einer höheren Sitzplatzanzahl einzusetzen, das muss allerdings erst technisch noch abschließend geprüft werden. Außerdem planen wir einen dichteren Takt zu fahren“, so die Sprecherin der Bayerischen Regiobahn. Schon zu Zeiten der Südostbayernbahn wurde größere Züge eingesetzt, um die Fans in Richtung Chiemgau-Arena zu bringen.

Streit um verschobene Streckensperrung im Juni

Rund um den Betreiberwechsel am Sonntag gibt es aber auch ordentlich Krach. Der Grund: Kaum übernimmt die BRB, wird der Betrieb auch schon wieder gestoppt. Von 28. Mai bis 12. Juni 2023 wird die Strecke gesperrt, alle Züge entfallen. In Siegsdorf wird ein neues, elektronisches Stellwerk gebaut, außerdem erhält der dortige Bahnhof einen zweiten Außenbahnsteig und die Sicherungsanlagen der drei Bahnübergänge in Siegsdorf werden erneuert. Nur: Das alles hätte die Deutsche Bahn schon heuer machen sollen - jetzt fallen die Arbeiten der „DB RegioNetz Infrastruktur“, die die Gleise unterhält, ausgerechnet in die BRB-Zeit.

Der Schaden trifft uns finanziell sehr hart“, so BRB-Sprecherin Annette Luckner. Das Image auf der neuen Strecke bekomme gleich mal einen „kräftigen Knacks“. Kaum habe man den Betrieb übernommen, müsse man schon wieder auf eine zweiwöchige Sperrung mit Schienenersatzverkehr hinweisen. Überhaupt müsse man hoffen, genügend Busse zu bekommen, „denn die Busbranche leidet unter dem gleichen Arbeitskräftemangel wie wir“, so Luckner.

BRB: „Wir dürfen die Sache ausbaden“

Die Bahn argumentiert dagegen, dass das Planfeststellungsverfahren, das seit 2020 läuft, noch nicht abgeschlossen werden konnte. Daher die Verschiebung ins Jahr 2023. Noch liegt schlicht kein Baurecht für die Maßnahmen in Siegsdorf vor. Auch ein massiver Mangel an Bauteilen sowie unsichere Liefertermine für Materialien waren ausschlaggebend, dass heuer noch nicht angepackt werden konnte. Darüber hinaus wehrte sich auch der Siegsdorfer Gemeinderat gegen die Umbaupläne im Ortskern. Die Bayerische Regiobahn hat jetzt den „Schwarzen Peter“: „Wir sind die Überbringer der schlechten Nachricht, dürfen die Sache ausbaden und können nichts dagegen tun.“

xe

Rubriklistenbild: © pa/obs

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