Urteil: Schlag mit dem Glas ins Gesicht

Traunstein - Am Schöffengericht wurde der Fall einer besonders brutalen Körperverletzung verhandelt: Ein Siegsdorfer schlug einem 21-Jährigen unvermittelt ein Trinkglas ins Gesicht.

Es war der 9. September 2012 in einer Diskothek in der Gabelsbergerstraße. Ein damals 21-Jähriger betritt den Raum und entdeckt bekannte Gesichter. Er stellt sich zur Runde und begrüßt sie mit einem "Hey, was geht?" Auf diese Begrüßung folgte ein Schlag mit einem harten Gegenstand mitten ins Gesicht: Ein 25-Jähriger aus Siegsdorf schlug unvermittelt mit einem Trinkglas zu - ohne Grund und ohne Vorwarnung.

Aus diesem Grund stand der Mann aus Siegsdorf gestern vor Gericht. Die Anklage lautete schwere Körperverletzung. Etwa zwei Promille hat er in der Nacht gehabt, in der er dem heute 22-jährigen Mann aus Kirchanschöring die handlange Narbe verpasst hat, die er vermutlich sein Leben lang tragen wird. Heute kann sich der Schläger nicht mehr erklären, warum er derart aggressiv und grundlos auf sein Opfer eingeschlagen hat. Bereits vor der Verhandlung entschuldigte er sich schriftlich beim 22-Jährigen, sagte ihm freiwillig 5000 Euro Schmerzensgeld zu. Der junge Mann, der fest im Leben steht - ohne Vorstrafen, dafür mit soliden Berufsleben - entschuldigte sich nochmal aufrichtig: "Es tut mir unendlich Leid. Ich würde alles gerne rückgängig machen. Aber es geht nicht," zitiert ihn die OVB-Heimatzeitung.

Vom Gericht erhielt er schließlich eine Freiheitsstrafe von neun Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre auf Bewärung. Auf Geldauflagen wurde seitens des Gericht verzichtet. Grund dafür seien die Zahlung von Schmerzensgeld und die Kostenübernahme der Behandlung des 22-Jährigen. Außerdem ist damit zu rechnen, dass die Krankenkasse des Opfers ihn für künftige Behandlungskosten zur Kasse bitten wird.

Der 22-Jährige leidet nach wie vor unter Schmerzen durch die große Narbe im Gesicht. Nach wie vor befindet er sich deswegen in ärztlicher Bahndlung.

Rubriklistenbild: © pa

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