Der schönste Festtag im Chiemgau

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Um 10 Uhr erhebt der Herold auf dem Stadtplatz seinen Stab und gibt das Zeichen zum Aufbruch.

Traunstein - Am Ostermontag ziehen wieder festlich geschmückte Pferde und Wagen, historische Gruppen und Musikkappellen in einem langen, bunten Festzug vom Traunsteiner Stadtplatz zum Ettendorfer Kircherl.

Der Traunsteiner Georgiritt ist eine der schönsten und größten Pferdewallfahrten in Altbayern. Angeführt wird der Umzug von Rittern und Landsknechten in historischen Kostümen des ausklingenden Mittelalters. Um 10 Uhr erhebt der Herold auf dem Stadtplatz seinen Stab und gibt das Zeichen zum Aufbruch. Unter dem Geläut aller Kirchenglocken, darunter auch die Glocke der Stadtpfarrkirche St. Oswald, der Primizkirche von Papst Benedikt XVI., setzt sich der Zug in Bewegung. Veranstaltet wird der Georgiritt vom St. Georgs-Verein, der Stadt Traunstein und der Stadtpfarrei St. Oswald. Sie zeigen damit, wie wichtig die Traditionspflege und die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart ist.

Mit dem Georgiritt verbunden ist der Schwertertanz, dessen historische Wurzeln bis ins Jahr 1530 zurückreichen. Der Tanz symbolisiert den Sieg des Frühlings über den Winter. Aufgeführt wird er um 9.30 Uhr und noch einmal um 14 Uhr auf dem Stadtplatz.

Wenn man von der Resonanz und den Zusagen bei den Rittbitten in den umliegenden Landgemeinden ausgehen darf, dann werden heuer wieder zahlreiche Rösser und Reiter an dem farbenfrohes Historienspiel, lebendigen Brauchtum und Bekenntnis zum christlichen Glauben teilnehmen.

Der Zugweg geht vom Stadtplatz, über den Max-platz, die Maxstraße, Herzog-Friedrich-Straße, Ludwigstraße, den Klosterberg, die Schützenstraße, Kammerer Straße, Ettendorfer Straße hinauf nach Ettendorf, wo die Segnung von Ross und Reiter vorgenommen wird. Nach dem Umritt um das Kircherl geht es über die Ettendorfer Straße, Kammerer Straße, Schützenstraße und den Kniebos zurück zum Stadtplatz, wo die zweite Segnung erfolgt. Die Vorstandschaft des Georgivereins bittet alle Straßenanlieger, ihre Häuser zu beflaggen und festlich zu schmücken.

Im Foyer des Rathauses wird von 9 bis 16 Uhr wieder das "Café St. Georg" eröffnet. Die Frauen des Vereins bewirten die Gäste mit frischem Kaffee und selbst gebackenen Kuchen. In der Hütte auf dem Stadtplatz werden interessante Georgiritt-Souvenirs verkauft, unter anderem Broschüren, Postkarten und Festzeichen ver-gangener Jahre. Für den Verkauf der aktuellen Festzeichen bittet Vereinskassier Peter Graspeuntner wie immer, dass sich Zeichenverkäufer bei ihm melden. Wer Interesse hat, sich etwas zuzuverdienen, meldet sich am Ostermontag früh in seinem Trachtengeschäft am Stadtplatz.

Wie alle Jahre sind Vorsicht und Rücksicht die Voraussetzung für einen reibungslosen Ablauf des Ritts. Die Zuschauer lassen Haustiere am besten zu Hause. Hundegebell kann die Pferde scheu machen. Eltern mit Kinderwagen sollten sich vorsichtshalber nicht ganz vorne am Gehsteig aufstellen, denn ein tänzelndes Pferd kann schnell einmal in die falsche Richtung gehen. Rücksicht sollten auch die Autofahrer walten lassen. Abgestellte Fahrzeuge entlang des Zugwegs behindern nicht nur die Sicht, sie können einen Blechschaden durch tänzelnde Pferde davon tragen. Ein absolutes Parkverbot gilt auch für die Aufstellbereich südlich des Stadtplatzes (Hofgasse, Mittlere Hofgasse, Fuchsgrube, Höllgasse sowie Auberg einschließlich der Nebenstraßen). Wer sein Auto dort trotzdem parkt, der muss darauf gefasst sein, dass es abgeschleppt wird.

bjr/Chiemgau-Zeitung

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