Schüler machen sich für Naturschutz stark

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Traunstein - Dank eines Schülerprojekts soll der Grundbach der Stadt Umgestaltet werden. Damit erreichten sie eine gute Platzierung beim Wettbewerb zur Gewässerentwicklung.

Unter den 30 Einsendungen zum Gewässerentwicklungspreis der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) wurde das Traunsteiner Projekt für eine Belobigung ausgewählt. "Die Jury war begeistert, zwischen so vielen qualifizierten Vorschlägen auswählen zu können. Dies zeigt den hohen Stellenwert der Renaturierung deutscher Gewässer", machte DWA-Präsident Otto Schaaf deutlich. Gewinner des Gewässerentwicklungspreises ist ein Projekt in Sachsen, eine Belobigung erhielt neben Traunstein auch noch die Stadt Arnsberg in Nordrhein-Westfalen. Über den Erfolg für Traunstein zeigte sich Oberbürgermeister Manfred Kösterke erfreut: "Wir sind stolz auf die Auszeichnung, die vor allem eine Anerkennung für die beteiligten Grund- und Hauptschüler ist, aber auch für unsere Abteilung für Gewässerbau."

Unter Anleitung von Fachleuten der Stadt Traunstein und des Wasserwirtschaftsamtes hatten die Jugendlichen aus Traunstein und Surberg dem weitgehend begradigten Grundbach auf einer Länge von 130 Metern seine natürliche Form zurückgegeben. Unter anderem haben die Schüler neue Uferbereiche angelegt und darauf Schilf, Weiden- und Erlenstecklinge gepflanzt. Mit am Projekt beteiligt waren auch die Traunsteiner Agenda-Arbeitskreise und der Bund Naturschutz. Die Federführung lag bei Heinrich Vogl, der im Traunsteiner Rathaus das Sachgebiet Stadtentwässerung leitet und die Bewerbung für den Gewässerentwicklungspreis einreichte. "Natürlich ist die Freude über bei allen Beteiligten riesig. Die Belobigung durch die Jury bestätigt, dass unser Projekt erfolgreich war und wir die Struktur des Grundbachs nachhaltig verbessern konnten", sagte Vogl. Freuen konnte sich auch Georg Hermannsdorfer vom Wasserwirtschaftsamt, der das Projekt in seiner Funktion als Gewässerberater fachlich mit begleitet hat.

Der Grundbach entspringt auf Surberger Gemeindegebiet und mündet im Traunsteiner Stadtteil Heilig Geist in die Traun. Vor der Umgestaltung handelte es sich um ein strukturarmes, weitgehend mit Holzbrettern begradigtes Gewässer mit gleichmäßiger Breite. Das Ergebnis der Umgestaltung ist ein natürlicher Bachlauf mit unterschiedlichen tiefen Wasserzonen, in denen sich eine große Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren entwickeln konnte. Im Zuge ihres Projekt haben die Schüler unter anderem Holzpflöcke am Ufer eingebaut, diese mit Weidenflechtwerk stabilisiert, mit Erde aufgefüllt und mit Bäumen bepflanzt. Parallel zu den Arbeiten am Grundbach fand unter dem Motto "Gewässer unter der Lupe" auch praxisbezogener Unterricht statt, damit die Jugendlichen die Ökologie des Gewässers kennenlernen und ein nachhaltiges Umweltbewusstsein entwickeln. All das überzeugte die Jury und gab letztlich den Ausschlag, das Projekt der Stadt Traunstein mit einer Belobigung zu würdigen.

Voraussichtlich im Juni wird ein Vertreter der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall nach Traunstein kommen und die Auszeichnung überreichen. Die Vereinigung von Kommunen, Forschungseinrichtungen, Behörden und Unternehmen hat rund 14.000 Mitglieder und setzt sich für eine sichere und nachhaltige Wasserwirtschaft ein.

Pressemitteilung der Stadt Traunstein

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