Mehr Kontrollen für Traunstein

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Der stellvertretende Landrat Josef Konhäuser (Links) und Polizeivizepräsident  Peter Mauthofer beim Sicherheistgespräch

Traunstein - Weil die Zahl der Verkehrstoten im Landkreis gestiegen ist, soll es in Zukunft mehr Verkehrs- und Alkoholkontrollen geben. Was auf die Autofahrer zukommt:

Die Zahl der Todesopfer bei Verkehrsunfällen ist im Vergleich zum Jahr 2010 um 30 Prozent gestiegen. Die Polizei will dieser Entwicklung nun mit mehr Verkehrs- und Alkoholkontrollen entgegenwirken. Das erklärte Polizeivizepräsident Peter Mauthofer beim Sicherheitsgespräch am Mittwoch im Traunsteiner Landratsamt. "Konkret wollen wir im späten Frühjahr und Sommer 2012 mit Hilfe der Bereitschaftspolizei einen neuen Schwerpunkt bei den Kontrollen im Landkreis setzen."

Sicherheitsgespräch im Landratsamt

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Landkreis Traunstein ist indes ebenfalls um 1,1 Prozent gestiegen. Mauthofer setzt bei der Verhinderung von Unfällen auch große Hoffnungen in den Führerschein ab 17 Jahren. "Ich sehe es ja bei meiner eigenen Tochter, dass dieses eine Jahr Fahren unter Aufsicht sehr viel bringt für die jungen Leute."

Natürlich durfte bei dem Sicherheitsgespräch auch die allgemeine Sicherheitslage im Landkreis nicht fehlen. Und die sieht in Zahlen wirklich positiv aus: Mit 4.023 Straftaten pro 100.000 Einwohner im Jahr 2011 liegt Traunstein klar unter dem Landesdurchschnitt von 4.969. "Diese Zahlen verdeutlichen, wie sicher man hier im Landkreis lebt", so Mauthofer. Auch die Aufklärungsquote bei den Gewaltdelikten ist deutlich gestiegen - von 84,6 Prozent auf 88,8 Prozent. Diese Quote sei besonders wichtig für das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung.

Hier finden Sie den ausführlichen Sicherheitsbericht

Bei der Straßenkriminalität sprechen die Zahlen allerdings eine andere Sprache: Hier stieg die Zahl um 34 auf 1.099 Delikte an. Die Aufklärungsquote liegt bei diesen Straftaten, wie zum Beispiel Handtaschenraub, Körperverletzungsdelikte und Diebstähle, bei lediglich 18,8 Prozent. Diese schlechte Quote sei aber leicht zu erklären, so Mauthofer. "Wenn jetzt heute einer ein Fahrrad vor der Kneipe klaut, und es dann irgendwo ins Gebüsch wirft, dann ist so ein Fall für die Polizei natürlich fast nicht zu klären. Aber die Aufklärungsquote steigt natürlich mit der Qualität der Delikte."

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Auch bei den Sexualdelikten war ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Mit 99 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gab es insgesamt 37 Fälle mehr als im Vorjahr. Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten sprechen die Zahlen eine ähnliche Sprache: hier gab es eine Zunahme um 5,1 Prozent. Das liege daran, meint Mauthofer, dass die Kriminellen immer häufiger über das Internet ihre Straftaten begehen würden. "Zu diesem Zweck haben wir jetzt auch vier Informatiker eingestellt, die uns bei der Aufklärung dieser Fälle helfen sollen."

Zum Schluss sprach Mauthofer noch über die steigende Gefahr durch die Droge "Crystal Speed". Meist komme diese Droge aus dem tschechischen Raum nach Deutschland.  Die Inhaltsstoffe wie Methamphetamin seien dort frei käuflich. "Das große Problem dabei ist, dass der Preis der Droge weit unter dem für Kokain und Heroin liegt. Daher ist 'Crystal Speed' natürlich sehr beliebt in der Drogenszene." Die Polizei gehe davon aus, dass in Zukunft auch in unserer Region die Zahl der Konsumenten steigen werde. Für das Chiemsee Reggae Festival gibt er allerdings Entwarnung: "Wir gehen nicht davon aus, dass das Festival von 'Crystal Speed' überschwemmt wird. Dort ist eher Cannabis die bevorzugte Droge."

ps/red/Polizeipräsidium Oberbayern Süd

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