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Gelübde unter weiß-blauem Himmel

Nach zwei Jahren Corona-Pause:  2000 Trachtler bitten bei Wallfahrt nach Maria Eck um Frieden

Ein beeindruckendes Bild: Die Trachtenwallfahrt des Gauverbandes 1 am Sonntag.
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Ein beeindruckendes Bild: Die Trachtenwallfahrt des Gauverbandes 1 am Sonntag.

Zwei Jahre konnten die Trachtler des Gauverbandes 1 wegen Corona nicht ihrem Gelübde aus dem Jahr 1951 nachkommen. Umso voller und inniger waren die Bitten und Herzen heuer.

Von: Werner Bauregger

Siegsdorf – Bei strahlendem Sonnenschein und einem angenehmen „Mailüfterl“ machten sich am Sonntag nach zwei Jahren Coronapause 2000 Trachtler aus 97 Mitgliedsvereinen zur 72. Trachtenwallfahrt des Gauverbandes 1 nach Maria Eck auf. Der prachtvolle Zug wurde angeführt vom Siegsdorfer Pilgerkreuz, dem Gauvorstand mit Ehrengästen und der Vereinsfahne des Trachtenvereins Siegsdorf. Mit der Wallfahrt erfüllen die Trachtler ein Gelübde aus dem Jahr 1951, mit dem sie jährlich der Gefallenen und Vermissten der Mitgliedsvereine gedenken. Angesichts des Ukrainekrieges ist der Gedanke aktueller denn je.

Die Ramsauer Weihnachtsschützen Ramsau, der Guardian des Klosters, Bruder Franz und seinem Mitzelebranten sowie Diakon Josef Stürzer begrüßten die Trachtler am Freialtar neben der Wallfahrtskirche.Für die musikalische Umrahmung sorgte die Musikkapelle Grabenstätt.

Persönliche Bitten an die Gottesmutter

Gauvorstand Michi Hauser betonte, dass es dem Verband ein großes Anliegen sei nach schwierigen Pandemie-Zeiten in diesem Jahr wieder Bitten der Vereine, der Familien und persönliche Bitten zur Gottesmutter zu tragen, aber auch zu danken. Die Entscheidungsträger und Verantwortlichen in der Welt bat Hauser ihrer Verpflichtung, stets zum Wohle der Menschen zu handeln, nachzukommen. Er bat weiter um gute Ge-danken für die Trachtengemeinschaft, dem Glauben und dem gelebten Brauchtum.

Die Gebirgsschützen begrüßten den Zug mit ihrer krachenden Ehrenbekundung am Freialtar.

Hauser begrüßte namentlich zahlreiche Ehrengäste, darunter Landrat Bernhard Kern und Altlandrat Georg Grabner – beide Berchtesgadener Land, die stellvertretende Landrätin des Landkreises Traunstein Resi Schmidhuber, Siegsdorfs Bürgermeister Thomas Kamm, Bezirksrat Georg Wetzelsberger, den Gauvorstand des Inngaues, Pankraz Perfler, Gau-Ehrenvorstand Peter Eicher senior und nicht zuletzt den Organisationsleiter Sepp Geisreiter junior aus Siegsdorf.

Vertrauen und Zuversicht in schweren Zeiten nicht verlieren

Zu Beginn der Messe segnete Bruder Franz eine Kerze des Trachtenvereins Bad Endorf, der in diesem Jahr das Gau-Trachtenfest ausrichten wird. Der Quardian richtete seinen Blick auf Corona, den Klimawandel und den Krieg in der Ukraine. Trotzdem zeige die Wallfahrt, dass als Gegenmittel zur Verfügung stehe, von Gott mit Zuversicht, Mut, Kraft und Tatendrang beschenkt zu werden. In einer bemerkenswerten, tiefgründigen und ansprechenden Predigt beschrieb Diakon Josef Stürzer, der auf der Fraueninsel als Seelsorger tätig ist, Wege, „wia ois guad weida geh` kann, wenn ma vertraut“.

Jung und alt verfolgten die nachdenklich stimmende Predigt von Diakon Josef Stürzer.

Er stellte die Frage in den Raum, ob nach der Krise alles wieder so weiter gehen solle wie vorher, ob die Welt weiter im Stile eines riesigen Jahrmarktes ausgebeutet werde. Oder ob es nicht besser wäre, Lehren daraus zu ziehen und grundlegend umdenken.

Auf das Wichtige im Leben konzentrieren

Es sei notwendig, so Stürzer, einen klaren Standpunkt einzunehmen und sich auf das zu konzentrieren, was im Leben wirklich wichtig sei. Für die Christen sollte hier auch das Wort Gottes dazugehören. Elementar sei im täglichen Leben, dass man aufeinander schaue, Rücksicht nehme und einander helfe, ohne Vorbehalte.

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Wichtig sei dies auch in den Familien, der Kirchen, den Vereinen und für den Frieden in der Welt. In den Familien würden etwa durch Treue, Zuwendung und sich Zeit für die Familie zu nehmen, die Grundlage für die Zukunft der Kinder gelegt. Im Bereich Kirche werde nur durch Zusammenhalte für junge Menschen Gemeinschaft spürbar, die in Notsituationen auch Hilfe sein könne.

Im Bezug auf den Ukraine-Krieg zeigte Stürzer sich aber ratlos, angesichts der „irrealen Machtansprüche eines einzelnen Narrischen“, der nicht davor zurückschrecke, Menschen töten zu lassen und ihnen unsägliches Leid zuzufügen - da helfe nur zu beten und zu bitten, wie dies auch in dem Gelübde von 1951 festgelegt worden war.