Bürgermeisterkandidaten für Siegsdorf

Siegsdorf: Kandidaten stellen sich vor

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Die Bürgermeister-Kandidaten für Siegsdorf: Thomas Kamm (links) und Willi Geistanger.

Siegsdorf - Der amtierende Bürgermeister Thomas Kamm wird bei der Kommunalwahl von Willi Geistanger herausgefordert. Wir haben mit beiden Kandidaten über ihre Ziele gesprochen.

Die Kandidaten:

Thomas Kamm, Unabhängige Wählergemeinschaft Siegsdorf (amtierend): 52 Jahre, verheiratet, 3 Kinder, 1. Bürgermeister seit 2008

Willi Geistanger, Bündnis 90/Die Grünen: 55 Jahre, verheiratet, 3 erwachsene Kinder, seit 1996 Mitglied im Siegsdorfer Gemeinderat

Was läuft gut in Siegsdorf?

Thomas Kamm: Ich denke zunächst einmal hat Siegsdorf durch seine ausgeglichene Struktur bei Bevölkerung, dem Gewerbe, den sozialen und kulturellen Einrichtungen eine gute Ausgangsposition für eine weiterhin positive Entwicklung. Grundlegend dafür ist der innere Zusammenhalt in der Gemeinde, dass nach der Gebietsreform die verschiedenen Ortsteile zueinander gefunden und trotzdem ihren eigenen Charakter erhalten haben. Deutlich wird das vor allem im Vereinsleben, das läuft wirklich "richtig"! Auf dieser Grundlage lässt es sich auch auf Veränderungen, die auf eine Gemeinde einwirken, leichter und schneller reagieren. Möglich machen das auch die innovativen Betriebe, ob die vielen Familienbetriebe oder auch unsere erfolgreichen Industrieunternehmen, die qualifizierte und sichere Arbeitsplätze bieten. Viele zukunftsorientierte Projekte insbesondere auf dem Sektor Kinderbetreuung, Schule und Energie sind auf den Weg gebracht und werden in nächster Zukunft zur Umsetzung kommen. Wir haben uns im Gemeinderat eine Diskussionskultur zu eigen gemacht, die sachliche und fundierte Entscheidungen ermöglichen, auch unbequeme. So sollte dies auch im neuen Gemeinderat laufen, der sich nach den Kommunalwahlen durch das Ausscheiden vieler Räte stark verändern wird. Wenn wir an unsere bisherige Arbeit anknüpfen können, dann wird es auch zukünftig richtig laufen.

Willi Geistanger: Eine der Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gemeindepolitik ist, dass die Fraktionen im Gemeinderat einigermaßen konstruktiv zusammenarbeiten. Dies ist, trotz mancher politischen und persönlichen Reibereien, im Siegsdorfer Gemeinderat der Fall. Die Gemeinde Siegsdorf ist eine der wenigen Gemeinden in Landkreis, die schuldenfrei ist. Dies ist einer äußerst erfreulichen Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen zu verdanken, sowie einer disziplinierten Ausgabenpolitik. Dank der günstigen finanziellen Entwicklung ist es möglich, die Hebesätze der gemeindlichen Steuern, wie der Grund- und Gewerbesteuer, stabil zu halten. Eine große Einigkeit herrscht in Rat auch, wenn es darum geht soziale Angelegenheiten zu beraten und zu beschließen. So konnten in der letzten Wahlperiode die Betreuungsangebote für Kinder und Jugendliche erheblich ausgebaut werden. Hier möchte ich daran erinnern, dass eine Kinderkrippe eingerichtet wurde, dass es in Siegsdorf einen hauptamtlich betreuten Jugendtreff gibt. Weiterhin wurde das Betreuungsangebot für die Grund- und Mittelschulkinder stark erweitert. Das Raumangebot der Mittelschule wird mit dem geplanten Anbau bedarfsgerecht erweitert. Außerdem wurde die finanzielle Unterstützung für die Kinder- und Jugendarbeit der Vereine verbessert. Durch den engagierten und außerordentlich gut koordinierten Einsatz der Feuerwehren des Gemeindegebietes Siegsdorf konnten die Schäden, die das Hochwasser Anfang Juni 2013 anrichtete, in erträglichem Umfang gehalten werden. Engagierte Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Siegsdorf sind dafür verantwortlich, dass in den letzten Jahren die Stromerzeugung durch Photovoltaikanlagen und Wasserkraftwerke erheblich gesteigert wurde. Beim Bürgerentscheid zur Olympiabewerbung 2022 haben sich zirka 66 Prozent der Siegsdorfer Bürgerinnen und Bürger gegen die Bewerbung ausgesprochen, trotz einer massiven Kampagne der Befürworter. Dies ist für mich ein Beweis für eine mündige Bürgergesellschaft in Siegsdorf.

Was gilt es zu verbessern in Siegsdorf?

Thomas Kamm: Dazu gehört in jedem Fall der Verkehr und zwar in allen Gemeindeteilen. Unerträglich ist er bereits seit Jahrzehnten im Ortskern von Eisenärzt, wofür auch unter Berücksichtigung der Hochwassersituation eine Lösung gefunden werden muss. Diese Schwelle ist nun mittlerweile auch für den Ortskern in Siegsdorf erreicht, was in zunehmendem Maße für den Schwerlastverkehr gilt. Hier soll in 2014 ein Verkehrsgutachten Klarheit über Lösungsansätze geben. Direkt damit verbunden ist die Frage, wie sich unser Ortszentrum entwickeln soll. Hält man sich die Entwicklungsvorstellungen der großen Kreisstadt Traunstein in Richtung Süden vor Augen, dann läuft hier etwas ganz und gar nicht richtig und das mit direkten Auswirkungen auf unseren Ortskern. Für mich heißt das, dass wir unserem Dorf ein Thema geben müssen, um das herum sich eine positive Gesamtentwicklung und eine Investitionsbereitschaft ergeben kann.

Willi Geistanger: UW und CSU haben sich im Siegsdorfer Gemeinderat zu einer Art großen Koalition zusammengeschlossen. Großen Koalitionen haftet der Makel an, dass trotz ihrer erdrückenden parlamentarischen Mehrheit, zu wenig bewegt wird. Meist wird zögerlich und ohne erkennbares Konzept agiert. So wird seit Jahren über eine verbesserte Wärmedämmung und eine effizientere Haustechnik der beiden Turnhallen und der Grundschule diskutiert. Trotz verschiedener planerischer Aktivitäten ist bis heute kein realistisches Konzept herausgekommen. In meiner Rede zum Haushaltsplan 2014 habe ich angeregt, die Doppelturnhalle abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, da eine Sanierung zu aufwendig und uneffektiv ist. Die Gemeinde Siegsdorf verschläft die Energiewende. In den vergangen Jahren wurden 2 Projektstudien in Auftrag gegeben, wie der Siegsdorfer Dorfkern über eine Nahwärmeversorgung, umweltfreundlich mit Wärme versorgt werden kann. Als Brennstoff waren Holzhackschnitzel vorgesehen. Leider scheiterte das Projekt, weil sich die Gemeinderatsmehrheit, im letzten Augenblick, dafür entschied, statt Erneuerbarer Energien auf den fossilen Energieträger Erdgas zu setzen. Laut dem Energienutzungsplan des Landkreises Traunstein könnte Siegsdorf rund 130 Prozent seines Strombedarfes mit Hilfe Erneuerbarer Energien decken. Zur Zeit liegt ihr Anteil bei zirka 30 Prozent. Eine Strategie, wie diese Lücke geschlossen werden kann, ist nicht erkennbar. Siegsdorf braucht dringend eine Sanierung seines Dorfkerns, damit der Dorfkern für den Einzelhandel und die Touristen wieder attraktiver wird. Weiterhin ist es notwendig, dass im Dorfzentrum Pkw und Lkw langsamer fahren. Außerdem soll sich ihre Anzahl verringern. Die Notwendigkeit, dass der Verkehr im Siegsdorfer Dorfkern weniger werden soll, ist unbestritten. Leider ist konkret bei der ganzen Diskussion nur herausgekommen, dass vermutlich 2014 der Verkehr gezählt werden soll. In den Medien konnte man nachlesen, dass der Bayerpark Eisenärzt verkauft wurde. Nachdem hohe Sanierungskosten erforderlich gewesen wären, um diese touristische Einrichtung zu sanieren, war es im Gemeinderat unstrittig, das Gebiet in ein Allgemeines Wohngebiet umzuwandeln. Mein Wunsch war es, dass die Gemeinde das Grundstück kauft, erschließt und an die einheimische Bevölkerung wieder verkauft. In der Amtszeit von Altbürgermeister Maier wurden Baulandausweisungen, nach ähnlichem Muster, erfolgreich durchgeführt. Leider wurde das Grundstück an einen Bauträger veräußert, weil der Gemeinderat es ablehnte, hier aktiv zu werden. So können nur zirka 50 Prozent der Bauparzellen an SiegsdorferInnen vergeben werden und nicht 100 Prozent.

Zurück zur Übersicht: Siegsdorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser