Staus zwischen Siegsdorf und Traunstein

Vollsperrung auf B306 - und dann auch noch Ampeln auf der Ausweichroute: Warum das?

Foto von der A8-Anschlussstelle Siegsdorf-West (Schweinbach).
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Foto von der A8-Anschlussstelle Siegsdorf-West (Schweinbach). Weil die B306 zwischen Siegsdorf und Traunstein bis 23. Oktober voll gesperrt ist, wurde vor allem die Hochstraße/St2105 als Alternativroute genutzt - doch das führte zu Rückstaus bis auf die Autobahn. Um diese Gefahr zu bannen, wurden rund um die Anschlussstelle Ampeln aufgestellt. Die langen Staus hat man inzwischen besser im Griff, weil auch die Straße über Vachendorf als Umleitung ausgeschildert ist.

Siegsdorf/Traunstein - Staus in Siegsdorf und auf der Hochstraße von Traunstein kommend - wegen neuen Ampeln an der Autobahnbrücke Siegsdorf. Was steckt dahinter? Wir haben uns für euch erkundigt.

Ein Ärgernis für viele Autofahrer zwischen Traunstein und Siegsdorf. Noch vorige Woche reichte der Rückstau von der Autobahn-Anschlussstelle Schweinbach auf der Hochstraße/St2105 fast bis zum neuen Kreisverkehr bei Seiboldsdorf - auch in Siegsdorf stand der Verkehr. Grund dafür: Ampeln rund um die Autobahnbrücke bei Siegsdorf. „Die Ampelsteuerung soll in erster Linie einen Rückstau auf die A8 vermeiden“, so Dipl.-Ing. Peter Maltan, Baudirektor beim Staatlichen Bauamt Traunstein nun gegenüber chiemgau24.de.


Hintergrund ist die derzeitige Vollsperrung der parallel verlaufenden B306 bis 23. Oktober. „Die Ampelsteuerung beziehungsweise die Verkehrssituation an der AS Siegsdorf West wird derzeit weiterhin beobachtet und gegebenenfalls die Schaltzeiten optimiert.“ Es seien zwar noch Rückstauungen an der Ampelanlage zu verzeichnen aber es zeige sich auch deutlich, dass die zusätzlichen Beschilderungsmaßnahmen zu einer Verbesserung der Verkehrssituation geführt hätten. Das beweist auch ein Augenschein vor Ort am Mittwochvormittag.

Leser fragt nach: Warum steht auf der Autobahnbrücke Siegsdorf eine Ampel?


„Warum steht auf der Autobahnbrücke Siegsdorf in beiden Richtungen eine Provisorische Ampel mit unerträglichen Wartezeiten?“, erkundigte sich ein Leser bei chiemgau24.de. „In der Früh steht der Stau, aus Traunstein kommend, bis zur dortigen Gärtnerei aus Siegsdorf kommend bis zur Tankstelle. Das selbe wieder abends.“

Die Instandsetzung der B306 in dem Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Siegsdorf und der Abzweigung der Franz-Xaver-Steber-Straße (Südspange) war aufgrund des schlechten Fahrbahnzustandes notwendig geworden. Der Belag der B306 war in diesem Abschnitt das letzte Mal vor 22 Jahren im Jahr 1998 saniert worden. „Die Straße weist eine Vielzahl von Rissen, von Verdrückungen, Ausmagerungen des Asphaltbelages und Spurrinnen auf“, so Baudirektor Maltan.

„Die Verkehrsbelastung liegt in diesem Streckenabschnitt derzeit bei etwa 15.000 Fahrzeugen am Tag, darunter etwa 850 Lkw. Im Vergleich dazu liegt die durchschnittliche tägliche Verkehrsbelastung auf Bundesstraßen in Bayern bei etwa 9100 täglich“, erläutert er weiter. „Sie ist seit dem Jahr 2000 um etwa 2500 Fahrzeuge gestiegen. Pro Jahr bewegen sich über diesen Streckenabschnitt somit etwa 5,4 Mio. Fahrzeuge.“ Diese sehr hohe Verkehrsbelastung habe ihre Spuren an den Asphaltschichten und der Straße hinterlassen.

Verkehr wird umgeleitet

Noch vorige Woche wurde vor allem die Hochstraße/St2105 als Ausweichroute zur B306 genutzt. Inzwischen wird Verkehr weiträumig umgeleitet. Die Umleitung führt in beiden Fahrtrichtungen über die Südspange Traunstein und die St2095 über Vachendorf bis zur A8-Anschlussstelle Bergen und im weiteren Verlauf über die A8 bis zur Anschlussstelle Traunstein/Siegsdorf. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, die St2105 über Haslach zur Anschlussstelle Siegsdorf West zu nutzen.

Hier wird das Problem ersichtlich: Die B306 ist zwischen Traunstein und Siegsdorf voll gesperrt, die Hochstraße/St2105 dient augenscheinlich als optimale Alternative.

„Grundsätzlich wird die Umleitung im Vorfeld mit den Beteiligten Fachbehörden abgestimmt“, so Maltan. „Ursprünglich war vorgesehen, den Verkehr nur über die Hochstraße und die Anschlussstelle Siegsdorf West zu leiten.“ Eine Umleitung des Verkehrs über die St2095 über Vachendorf nach Bergen sei zwar diskutiert aber letztendlich nicht als Vorzugsvariante behandelt worden, weil im Zuge der St2095 der Verkehr dann durch die beiden Ortsdurchfahrten von Axdorf und Vachendorf geleitet werden müsste. „Die St2095 weist in den Ortsdurchfahrten Engstellen und Kurven auf, die ebenfalls Probleme bereiten können.“

Ampel soll Entlastung bringen

„Vor kurzem mussten wir gemeinsam mit der Polizei feststellen, dass es an der Anschlussstelle Siegsdorf West und im Zuge der St2105 zu erheblichen Behinderungen mit Rückstauungen auf die A8 gekommen war. Die Polizei hat nach Auftreten der Verkehrsprobleme unmittelbar die Verkehrsreglung an der Anschlussstelle übernommen“, erklärt der Baudirektor. In erster Linie um die Rückstauungen auf die Autobahn zu vermeiden und um die Verkehrssicherheit gewährleisten zu können, sei dann eine Ampelanlage an der Anschlussstelle aufgebaut worden.

Um die Umleitungsstrecke über die Staatsstraße 2105 und die Anschlussstelle Siegsdorf West weiter zu entlasten wurde im Laufe des Montags, die Strecke über Bergen als zusätzliche Umleitungsstrecke ausgeschildert. „Provisorische Baustellenampeln können nicht im vollen Umfang verkehrsabhängig betrieben werden“, räumt Maltan ein. „Die Polizei hat hier während des Berufsverkehrs dankenswerterweise die Verkehrsregelung übernommen. Eine Ampel hätte hier kein besseres Ergebnis erzielt.“

„Wir bitten die Pendler, Anwohner und andere Betroffene für die unvermeidbaren Behinderungen um Verständnis. Wir können nur raten, mehr Zeit einzuplanen oder den Bereich großräumig zu umfahren“, so Maltan. „Ich kann auch die Verärgerung verstehen. Gleichwohl wird mit dieser dringend notwendigen Sanierungsmaßnahme die Verkehrssicherheit auf der sehr wichtigen B306 auf Jahre hinaus wieder erhöht.“

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