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Auch Tochter Loreena (†14) wurde hingerichtet

Foltermord an Forscher aus Siegsdorf: Drei Deutsche verhaftet - neue grausame Details

Von Bredow Haus Paraguay
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Der Siegsdorfer Forscher Bernard von Bredow und seine Tochter Loreena wurden auf ihrem Anwesen in Paraguay (rechts) ermordet.

Asunción/Siegsdorf – Nach dem grausamen Foltermord an Forscher Bernard von Bredow (†62) aus Siegsdorf und seiner Tochter Loreena (†14) gibt es nun eine Erfolgsmeldung: Die Polizei konnte in Paraguay insgesamt drei Deutsche festnehmen – es besteht Mordverdacht!

Update, 15.03 Uhr - Drei Deutsche verhaftet - neue grausame Details

Nach dem mutmaßlichen Raubmord an einem deutschen Forscher und seiner Tochter in Paraguay hat die Polizei des südamerikanischen Landes drei Deutsche festgenommen. Das berichtete unter anderem auch die Zeitung „ABC Color“ in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit). Laut übereinstimmenden Medienberichten handelt es sich hierbei um Volker G., Yves S. und Stephen D..

Alle drei würden verdächtigt, an der Tat beteiligt gewesen zu sein, sagte der Leiter des Morddezernats der Nationalpolizei, Hugo Grance, dem Radiosender Monumental. Als mögliches Motiv nannte Grance den Raub wertvoller alter Instrumente sowie Zertifikate über deren Echtheit, die der Getötete besessen habe.

In einer Wohnung des festgenommenen 58-jährigen Volker G. in der Stadt Areguá seien neben Schusswaffen auch Musikinstrumente - darunter offenbar auch Stradivari-Geigen - gefunden worden, die mutmaßlich dem Opfer gehörten, berichtete „ABC Color“ unter Berufung auf den Kommissar. Der 58-Jährige sei möglicherweise der Drahtzieher des Verbrechens an dem Wissenschaftler und Musiker sowie seiner Tochter, sagte Grance der Zeitung zufolge.

Den Ermittlungen zufolge vertraute von Bredow Yves S. die Betreuung seiner Instrumente an, während er sich auf einer Reise nach Deutschland befand. Doch während seiner Abwesenheit habe das Haus des Hausmeisters angeblich Feuer gefangen und die Musikinstrumente seien kaputt gegangen. Bei der Hausdurchsuchung von Volker G. wurden diese angeblich verbrannten Instrumente jedoch wieder aufgefunden, was den Verdacht aufkommen lasse, dass die ganze Sache ein abgekartetes Spiel war.

Nun wird spekuliert, dass von Bredow zu Tode gefoltert wurde, um ihn zur Herausgabe der Echtheitszertifikate der Musikinstrumente zu bewegen. Der dritte Verdächtige Stephen M. wurde bei einer Razzia geschnappt, als er auftauchte und angeblich versuchte, eine Schusswaffe, die später offenbar mit dem Doppelmord in Verbindung gebracht werden konnte, zu verstecken.

Die Leichen des 62-Jährigen und des 14 Jahre alten Mädchens waren im Haus der Familie nahe Areguá, rund 30 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Asunción, entdeckt worden. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes am 22. Oktober.

Beide Opfer seien durch Schüsse gestorben, vermutlich aus derselben Waffe, sagte der Rechtsmediziner Héctor Meza. Der Vater wurde demnach mit einem Genickschuss getötet. Seine Tochter sei in einer mit Wasser gefüllten Badewanne gefunden worden.

Bei dem Vater handelte es sich um einen Wissenschaftler und Archäologen aus Siegsdorf. Seine paraguayischen Papiere wurden 2016 ausgestellt, er lebte also seit mindestens fünf Jahren zumindest zeitweise in dem südamerikanischen Land. Er habe sich in dem noch nicht fertig gebauten Haus, in dem das Verbrechen mutmaßlich geschah, auch der Reparatur von Musikinstrumenten wie etwa Geigen gewidmet, hieß es in Medienberichten.

Update, 12.50 Uhr - Zwei weitere Deutsche festgenommen

Inzwischen konnten in Paraguay zwei weitere Tatverdächtige festgenommen werden, wie die Bild-Zeitung nun berichtet. Damit erhöht sich die Zahl der Festgenommenen auf drei. Bei dem Trio handelt es sich laut dem Bericht um die drei deutschen Staatsbürger Stephen D., Volker G. und Yves S., die das schreckliche Verbrechen aus Habgier begangen haben sollen, um an die wertvollen Instrumente des Opfers zu kommen. Bei einem der festgenommenen Männer soll zudem ein großes Waffenarsenal gefunden worden sein.

Die Erstmeldung:

Die Festnahme bestätigte der Leiter des Morddezernats der Nationalpolizei, Hugo Grance, gegenüber einem lokalen Radiosender. Zudem würde nach zwei weiteren Deutschen intensiv gesucht. Das Trio werde verdächtigt, an der grausamen Tat beteiligt gewesen und möglicherweise die Hintermänner zu sein. Genauere Angaben machten die Polizisten aus ermittlungstaktischen Gründen jedoch zunächst nicht. Auch zur Identität des Festgenommenen gibt es bislang keine weiterführenden Angaben.

Zudem scheinen die Ermittler auch in Sachen Mordmotiv nun einen Schritt weitergekommen zu sein: Laut Grance wurden im Zuge des Überfalls zahlreiche alte und wertvolle Instrumente, die von Bredow besessen hatte, gestohlen. In einer Wohnung des Festgenommenen in der Stadt Areguá seien neben Schusswaffen nun eben auch Musikinstrumente gefunden worden, die mutmaßlich dem Opfer gehörten, berichtete die paraguayische Zeitung „ABC Color“ unter Berufung auf den Kommissar.

Ermittler offenbar großen Schritt vorangekommen

Damit scheint die Polizei rund drei Wochen nach der barbarischen Tat einen großen Schritt vorangekommen zu sein. Die Leichen von von Bredow und seiner 14-jährigen Tochter waren im Haus der Familie nahe Areguá, rund 30 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Asunción, entdeckt worden. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes am 22. Oktober. chiemgau24.de hatte bereits mehrfach darüber berichtet. Zuletzt standen zwei Trupps von Bauarbeitern auf der Liste der Verdächtigen ganz oben (Plus-Artikel). Ob diese Männer nach den neuen Entwicklungen jetzt immer noch verdächtigt werden, die Tat begangen oder zumindest daran beteiligt gewesen zu sein, ist derzeit unklar.

Bei dem Doppelmord waren beide Opfer durch Schüsse hingerichtet worden – von Bredow durch einen Genickschuss, Loreena wohl durch einen Schuss in den Bauch (Plus-Artikel). Zudem gibt es laut Polizei Anzeichen dafür, dass der Wissenschaftler zuvor gefoltert worden ist. Von Bredow, der aus Siegsdorf (Landkreis Traunstein) stammt, war vor rund fünf Jahren nach Südamerika ausgewandert. Seine Papiere hatte er im Jahr 2016 von den paraguayischen Behörden erhalten. Er galt als „Tausendsassa“ und widmete sich – neben seiner großen Leidenschaft für Archäologie – vor allem auch der Reparatur von alten Musikinstrumenten wie etwa Geigen.

mw

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