Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Siegsdorf

18 Fragen an Thomas Kamm (UW)

Thomas Kamm (UW) will in Siegsdorf Bürgermeister bleiben.
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Thomas Kamm (UW) will in Siegsdorf Bürgermeister bleiben.

Siegsdorf - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Siegsdorf wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Thomas Kamm (UW).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Thomas Kamm


2. Partei

Unabhängige Wählergemeinschaft (UW) Siegsdorf

3. Alter

58

4. Wohnort

seit 50 Jahren Siegsdorf

5. Geburtsort

Würzburg (Bürgermeister mit Migrationshintergrund ;-)

6. Familienstand

verheiratet

7. Kinder

3 erw. Kinder

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Gemeinderat 2002-2008, seit 2008 Bgm Siegsdorf

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Ich habe keine wirklichen politischen Vorbilder. Ich habe aber großen Respekt und Hochachtung vor Personen, die komplexe Sachverhalte einfach und verständlich analysieren und erklären können. Damit erreicht man die Menschen und weckt Verständnis.

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Siegsdorf ist meine Heimat - mit allem, was man mit diesem Begriff emotional verbindet. Menschen, Landschaft, Lebensgefühl. In Siegsdorf lässt sich hervorragend leben, wohnen und arbeiten. Das liegt an der Lage unseres Ortes, dem gesellschaftlichen Zusammenhalt, der von den vielen Ortsvereinen getragen und gelebt wird, und natürlich an den leistungsfähigen Betrieben, ob klein oder groß.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Ob ich der Richtige bin, müssen die Wählerinnen und Wähler am 15. März entscheiden. Ich denke, dass der Gemeinderat und ich in den letzten 12 Jahren Vieles auf den Weg gebracht haben - ohne parteipolitische Querelen, sondern in konstruktiver Zusammenarbeit und kritischer Auseinandersetzung mit den eigentlichen Themen zum Wohle der Gemeinde und seiner Bürgerinnen und Bürger. So wie Kommunalpolitik eben gelebt werden soll. Das dafür notwendige Geschick, Menschen zusammen zu bringen, Diskussionen wertschätzend zu führen, das denke ich, habe ich.

12. Was haben Sie in ihrer vergangenen Amtszeit erreicht? 

Auf jeden Fall nicht alles, was ich mir selbst gewünscht hätte. Wir haben es aber erreicht, dass in gleichem Maße Arbeitsplätze als auch Wohnraum in Siegsdorf geschaffen werden konnten. Arbeiten und Wohnen am Ort reduziert Verkehr, bindet die Menschen an ihre Heimat. Das „Komplettangebot“ in Siegsdorf stimmt. In den vergangenen Jahren wurde intensiv in die Kinderbetreuung, die Schule und Infrastruktur investiert. Die Infrastruktur, ob Straße, Kanal, Wasser oder Breitband, wurde weiter ausgebaut oder zukunftssicher saniert. Wir haben uns für das Ehrenamt und das Vereinsleben stark gemacht und zusätzliche, attraktive Freizeitmöglichkeiten geschaffen. Insgesamt haben wir dafür 70 Mio € in den letzten 12 Jahren aufgewendet und dabei unseren Schuldenstand auf Null reduziert.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Die größte Herausforderung für nahezu jede Kommune ist die gesellschaftliche Veränderung, die in vielen Bereichen vor sich geht. Der demographische Wandel, das Konsum- und Einkaufsverhalten, das Aufbrechen der Familienstrukturen. Schwierig wird der Umgang mit diesen Veränderungen für eine Kommune durch die Geschwindigkeit, mit der sich dieser Wandel vollzieht.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

  • Verkehr: Das Verkehrsaufkommen in Siegsdorf und Eisenärzt ist in beiden Ortsdurchfahrten unerträglich. Dafür müssen Lösungen erarbeitet und umgesetzt werden, die Verkehrsführung, Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlagerung sowie alternative Beförderungsangebote umfassen. 
  • Ortskernentwicklung/-gestaltung: Seit einem guten Jahr ist Siegsdorf zusammen mit seinen Nachbargemeinden Inzell und Ruhpolding in einem Städtebauförderprogramm. Das beinhaltet auch die Aufwertung, Neu- und Umgestaltung von Bereichen im Ortskern von Siegsdorf durch bauliche (Gebäude, Straßen und Gehwege) und funktionale Maßnahmen (Nutzungen). Dabei steht im Vordergrund, sowohl die Grundversorgung für die Bürger zentrumsnah zu sichern als auch die Aufenthaltsqualität zu verbessern. 
  • Demographischer Wandel: Viele Gemeinden haben sich in den letzten Jahren auf den Weg gemacht, ein Konzept für ein „Soziales Dorf“ zu entwickeln und umzusetzen. Darunter verstehe ich ein Angebot für unsere Bürger vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, welches die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben barrierefrei ermöglicht und fördert. Darunter fallen z.B. Ergänzungsangebote in der Tagespflege/-betreuung, ein Seniorencafe, die Bücherei u.ä..

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Die Gemeinde Siegsdorf hat in den letzten 4 Jahren über 70.000qm für Wohnbebauung bauplanungsrechtlich entwickelt, zum Teil auch gebunden für Einheimische. Der größte Teil davon waren bereits anderweitig genutzte/versiegelte Flächen. Darauf entstehen bereits Eigenheime bzw. Geschoßflächenbau. Zentrumsnah werden auf einem ehemaligen Gewerbegelände Ende diesen Jahres fast 60 ETW´s bezugsfertig. Die Gemeinde wird demnächst selbst ein Wohnbauprojekt mit Mietwohnungen starten. Gemeindliche Aufgaben enden aber nicht hier, sondern aus dem Zuzug leiten sich z.B. auch zusätzlich notwendige Kinderbetreuungsplätze ab. Auch hier wird bereits vorausschauend in Eisenärzt investiert.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Wir leben bekanntermaßen bereits seit langem auf Kosten unserer Nachfolgegenerationen. Diese Lebensweise ganz bewusst abzulegen und unser persönliches Verhalten darauf auszurichten, ist eine unserer größten Herausforderungen. Wir haben uns im Gemeinderat gemeinsam darauf verständigt, dass wir jeden Beschluss des Gremiums unter die Handlungsprämisse der CO²- Neutralität und Nachhaltigkeit stellen. An dem werden wir uns messen lassen.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Ich sehe das überwältigende Ergebnis des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ als ein Abbild des Zwiespaltes zwischen dem Wollen und dem Handeln unserer Gesellschaft. Da muss sich jeder einmal selbst an die Nase fassen. Wenn wir bereit wären, für unsere Lebensmittel einen gerechten Preis zu bezahlen, wären unsere Landwirte auch in der Lage, wirtschaftlich auskömmlich und ökologisch vertretbar zu produzieren. Tun wir aber nicht. Wenn die größte Wertschöpfung auf dem Lebensmittelmarkt beim Handel liegt, dann läuft da etwas ganz deutlich verkehrt! Die neue Düngeverordnung gleicht für mich dem Versuch eines Nichtschwimmers, einem anderen Nichtschwimmer das Schwimmen beizubringen.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

„Von allen Prüfungen, die einem Menschen auferlegt werden, ist der „andere Mensch“ die schwerste“. Die Wahrheit dieses Satzes trifft sowohl im privaten wie auch im politischen Bereich den Nagel auf den Kopf. Wir müssen uns im Umgang miteinander wieder mit mehr Respekt begegnen. Wenn wir allein mit diesem Vorsatz in Diskussionen, in die Äußerung von Wünschen oder Kritik einsteigen, ist schon viel gewonnen.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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