„Ich könnte Hunderte verkaufen...“

Mit diesem Patent räumt Felix (20) aus Siegsdorf einen Preis nach dem anderen ab

Felix Straub aus Siegsdorf mit einem seiner magnetischen Kite-Boards und dem jüngsten ISPO-Preis
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Felix Straub aus Siegsdorf mit einem seiner magnetischen Kite-Boards und dem jüngsten ISPO-Preis. Neben dem Patent auf die Magnet-Bindung hat er sich auch seine Markennamen „Klick.ma“ und „West Kiteboarding“ sichern lassen.

Gegen mehr als 1500 neue Sportprodukte hat er sich durchgesetzt, jetzt hat Felix Straub aus Siegsdorf den nächsten internationalen Preis gewonnen: Mit seinem Patent auf magnetische Kiteboard-Bindungen könnte der 20-Jährige noch groß rauskommen.

Siegsdorf - 15 Kiteboards waren es, die er aufgeschnitten und „kaputtgetestet“ hat - doch irgendwann war seine Erfindung perfekt und sie funktionierte: Eine magnetische Bindung für Kiteboards, die zwar 240 Kilogramm pro Seite hält, aber bei einem Sturz per Hebelwirkung trotzdem öffnet. Dafür hat der erst 20-jährige Felix Straub am 1. Februar in Berlin einen Preis der ISPO, der größten internationalen Sportmesse, gewonnen. Der „ISPO Brandnew Overall Winner“ ist bereits sein fünfter Preis. Gegen mehr als 1500 neue Sportprodukte setzte sich Straub durch

Magnetische Kiteboard-Bindungen von Felix Straub aus Siegsdorf

„Anfänger stehen auf dem Kiteboard meistens barfuß in Schlaufen, Fortgeschrittene in Boots mit einer festen Bindung wie bei Snowboards“, erklärt der Siegsdorfer beim Besuch von chiemgau24.de. Die herkömmlichen Bindungen seien entweder kompliziert oder bergen Verletzungsgefahren. Die extrastarken Magneten aus China hat der Zerspanungsmechaniker-Lehrling ins Board verbaut, ein Schuh mit Metallplatten in der Sohle hebt den Kiteboarder auf seinem Brett. 2017 war sein selbstgebauter „Prototyp“ fertig.

Video von der Ideen-Präsentation im Finale des ISPO-Wettbewerbs. Felix Straubs Auftritt beginnt bei Minute 26:20.

Das Patent auf seine Idee hat sich Felix Straub längst gesichert - und sie kommt an: „Ich kriege wöchentlich drei bis vier E-Mails, ich hätte schon Hunderte Boards verkaufen können.“ Woran hapert‘s? „Wegen Corona liegt alles auf Eis“, stöhnt er. Termine mit Kiteboard-Herstellern aus Österreich oder Polen mussten immer wieder verschoben werden. Auch der passende Schuh müsste noch serienmäßig gefertigt werden. Für den Umbau eines Bretts braucht Straub inklusive Aushärten und Lackieren etwa vier Tage. Aber eine serienmäßig gleiche Qualität kann er als „Bastler“ im Haus seiner Eltern natürlich nicht liefern, dafür bräuchte es die Industrie.

Schon im Alter von 14 Jahren kam ihm die Idee

Schon im Alter von sieben Jahren fing Felix Straub mit dem Kite-Surfen an. Die Idee mit der magnetischen Bindung kam ihm dann im Alter von 14 Jahren. Kurz danach fing er langsam an zu Werkeln. Inzwischen sind fünf Stück seiner magnetischen Kiteboards fertig. Selbst fährt der junge Siegsdorfer am liebsten bei Hurghada in Ägypten, „aber auch am Gardasee oder am Neusiedler See lässt es sich gut kiten“. Und wenn der Wind richtig steht dann auch am heimischen Chiemsee. Und falls sich seine Idee wirklich nie vermarkten lassen sollte? „Egal, ich werd‘ meine Boards trotzdem fahren, weil‘s einfach geil ist.“

xe

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