Zwei Unfälle in zwei Tagen bei Höpfling

"Müssen wir warten, bis es zum Todesfall kommt?"

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Von der B306 kommend verläuft die Straße in Richtung Eisenärzt fast schnurgerade bei Tempo 100 den Berg hinunter.
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Siegsdorf - Zwei Schwer- und zwei Leichtverletzte gab es an der Kreuzung in Höpfling allein seit Sonntag: Ein Gemeinderat fordert nun Konsequenzen - und hat viele unserer Leser auf seiner Seite.

"Wir alle wissen, dass das ein saugefährliches Eck ist, aber müssen wir warten, bis es zum Todesfall kommt?" - die Tagesordnung des Siegsdorfer Gemeinderates am Montagabend war eigentlich schon abgearbeitet, aber die Situation an der Kreuzung in Höpfling brannte Alex Klammer noch auf der Seele.

70er-Beschränkung oder Kreisverkehr?

Zwei schwerverletzte Seniorinnen waren nach einem Frontalunfall am Sonntag zu beklagen, auch am Montag krachte es dann wieder: Aus Unsicherheit bremste eine 44-jährige Traunsteinerin, aus der Ruhpoldinger Straße kommend, kurz nach dem Anfahren in die Kreuzung hinein wieder ab - der nachfolgende Autofahrer, 62 Jahre alt und aus Ruhpolding, konnte nicht mehr bremsen, zwei Personen wurden leicht verletzt

Schwerer Verkehrsunfall in Siegsdorf

Wie könnte die Kreuzung entschärft werden? "Vielleicht eine 70er-Beschränkung, aber ein Kreisverkehr wäre wahrscheinlich das beste. Wenn man sich anschaut, wo sonst schon überall Kreisel hingebaut wurden...", schlug Gemeinderat Klammer vor. Derzeit verläuft die Strecke von der B306 kommend bei Tempo 100 schnurgerade den Berg hinunter - kurz vor der Kreuzung macht die Straße aber eine leichte Biegung, was es für die Einbiegenden schwierig macht.

Auch viele Leser fordern Maßnahmen

Zwei Seniorinnen wurden am Sonntag schwer verletzt.

Ein Großteil unserer Leser sieht es dabei ähnlich wie Gemeinderat Klammer. Auf unserer Facebook-Seite entspann sich nach dem Unfall am Sonntag eine längere Diskussion zur Kreuzung. "Ich versteh' einfach nicht warum an dieser Scheiß-Kreuzung immer noch 100 ist?! Da passiert so oft was aber das interessiert das Landratsamt anscheinend nicht. Keine Geschwindigkeitsbegrenzung, kein Kreisverkehr, nichts...", meinte zum Beispiel Angie Lindhuber.

"Ich fahre da grundsätzlich keine (wenn auch erlaubte) 100 km/h und hab beim bergab fahren schon den Fuß auf der Bremse, um schnell genug reagieren zu können wenn mal wieder jemand kurz vor knapp rauszieht obwohl er mich deutlich sieht und eigentlich abschätzen müsste, dass das nix mehr wird", so Daniel Weber stellvertretend für einige andere.

Gemeinde wird Kreuzung wieder zum Thema machen

Als Appell an die Autofahrer kann dagegen die Meinung von Wolfgang Klauser verstanden werden: "Sorry aber muss man überall Ampeln oder Kreisverkehre bauen wo die Leute einfach nur zu blöd sind zum schauen? Steuern verbraten? Wie lange gibt es diese Kreuzung schon?"

Im Rahmen der anstehenden Verkehrsschau will die Gemeinde nun auf die übergeordneten Behörden einwirken, dass die Kreuzung bei Höpfling sicherer wird. Ob man damit Erfolg hat, darf aber angezweifelt werden. "Der Gemeinde sind die Hände gebunden. Mehrmals haben wir im Gemeinderat den Antrag gestellt, dass hier ein Kreisverkehr gebaut werden soll. Antwort: Kein Unfallschwerpunkt", so Gemeinderat Alex Klammer, der sich auch selbst in der Facebook-Diskussion zu Wort meldete.

xe

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