Ampel-Ärger: Autos stoppten auf Bahnübergang

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Maximal drei Autos hatten Platz zwischen Baustelle und Bahnübergang - dann wurde es gefährlich
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Siegsdorf - Ganze zwei Tage lang wurde die Baustelle an der Hauptstraße per Ampel geregelt - am Dienstag beendete die Polizei das Kapitel: Immer wieder hielten Autos auf Bahngleisen!

Eine verzwickte Sache: Ein beschrankter Bahnübergang, eine schwer einsehbare Kurve und dahinter eine Baustelle. Wie regelt man nun den einspurigen Verkehr? Was die Baustelle auf der Siegsdorfer Hauptstraße betrifft, einigte man sich auf eine Ampellösung. Aufgestellt wurde sie am Montag in der Kurve hinter dem Bahnübergang - doch am gestrigen Dienstag machte die Polizei der Sache ein Ende und ließ die Ampel wieder abbauen.

Ein Leser von chiemgau24.de machte uns aufmerksam. Das Problem: Obwohl die Autofahrer noch vor dem Bahnübergang auf Baustelle und Ampelregelung aufmerksam gemacht werden, stellten sich so einige bei roter Ampel immer wieder auf die Gleise! Brenzlige Situationen blieben nicht aus: Autos rangierten bei heruntergehender Schranke gerade noch zurück.

"Sehr viele Beschwerden"

"Wir haben sehr viele Beschwerden bekommen. Ich bin den ganzen Tag schon dabei, mich am Telefon bei den Leuten zu rechtfertigen", stöhnt Monika Daburger vom Bauamt in Siegsdorf. Natürlich nehmen erstmal viele die Gemeinde in die Hauptverantwortung.

Aber dort sah man das Problem schon früher auf sich zukommen: "Bei der Baustellenplanung war nicht nur die Polizei eingebunden, wir haben auch die Kreisstraßenverwaltung eingeschaltet", so Daburger. Verkehrszeichen, die auf die Ampel und die Baustelle hinweisen, sollten genügen, dachte man sich bei der Gemeinde. Außerdem sollte der beschrankte Bahnübergang, inklusiver weißer Haltelinie, genug zusätzliche "Abschreckung" sein, könnte man meinen.

Ein Bauleiter als "Verkehrspolizist"

Doch das Verhalten der Autofahrer machte dem Ganzen letztendlich einen Strich durch die Rechnung: "Sogar der Bauleiter musste sich schon hinstellen und den Verkehr selbst regeln, damit am Bahnübergang nichts passiert", erzählt Monika Daburger. Nach einer polizeilichen Anordnung wurde die Ampel wieder entfernt!

Hätte das Problem nicht einfach dadurch gelöst werden können, die Ampel vor, anstatt hinter den Bahnübergang zu stellen? Auch das sei nicht zulässig gewesen, so Daburger: Schließlich wäre es zu Situationen gekommen, bei denen grünes Ampellicht mit rotem Bahnschranken-Blinken zusammengefallen wäre - und das nächste Chaos wäre wohl vorprogrammiert gewesen.

Bis Mitte Oktober wird an der Hauptstraße in Siegsdorf noch gebaut - zumindest für den momentanen Baustellen-Abschnitt wurde nun wieder die "alte" Einbahnstraßenregelung eingeführt: Wer ins Ortszentrum will, muss also über Höpfling oder über Schweinbach ins Dorf - die Ampelregelung ist jedenfalls Geschichte.

Das Siegsdorfer Ampel-Problem

xe

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