Er hat bereits über 400 COVID-Impfungen durchgeführt

Todesfälle im Zusammenhang mit der Corona-Impfung? - Siegsdorfer Impfarzt klärt auf

Dr. med. Lothar Seissiger aus Siegsdorf hat schon über 400 COVID-Impfungen durchgeführt.
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Dr. med. Lothar Seissiger aus Siegsdorf hat schon über 400 COVID-Impfungen durchgeführt.

Weltweit gibt es immer wieder Berichte über Todesfälle direkt nach einer Corona-Impfung. Wir haben mit einem Arzt aus Siegsdorf gesprochen, wie die Lage in der Region ist:

Siegsdorf - Er war bereits neun Mal im Impfzentrum in Ainring und davon drei Mal mit mobilen Impfteams in Altenheimen im Einsatz. Dr. med. Lothar Seissinger aus Siegsdorf ist an vorderster Impffront in der Region unterwegs. „Die Impfung wird durchweg gut vertragen“, erzählt der Mediziner im Gespräch mit chiemgau24.de. „Bei der zweiten Impfung können erfahrungsgemäß öfter grippeähnliche Symptome wie Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, Kopfweh, Fieber oder Müdigkeit auftreten. Und das durch alle Altersschichten hindurch.“

„Keine Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Impfung“

Das musste der Allgemeinmediziner, der selber bereits geimpft wurde, auch am eigenen Leib erfahren. „Ich fühlte mich ein wenig abgeschlagen, aber nachdem ich eine Ibuprofen genommen habe, war alles wieder gut.“ Auch sein Sohn habe die selbe Erfahrung gemacht. Trotz der leichten Symptome kurz nach der Impfgabe betont Seissiger: „Es gibt in der Region keine Berichte über Todesfälle im Zusammenhang mit einer COVID-Impfung.“

Über 400 Impfungen hat der Arzt bereits durchgeführt. Nur ein einziges Mal sei es bei einem Patienten zu einem Kreislaufzusammenbruch gekommen. „Das kann aber auch im Zusammenhang mit Angst vor Spritzen gewesen sein.“ Er selber hätte gerne schon mehr geimpft, was aber wegen Mangels an Impstoff nicht möglich war. Seissiger betont aber auch, dass er derzeit nur Aussagen über die Sofortfolgen einer Impfung eine Einschätzung abgeben könne. „Über die Langzeitfolgen kann man derzeit einfach noch nichts sagen. Da laufen die Studien noch.“ Auch über die Dauer des Impfschutzes nach der zweiten Impfung könne man noch keine Aussagen machen.

„Es gibt dennoch ein Restrisiko“

Dennoch ist der Mediziner der festen Überzeugung, dass es keinen anderen Weg aus der Pandemie als die Impfung gebe. „Ich verstehe nicht, warum Menschen sich nicht impfen lassen wollen. Täglich erlebe ich in der Praxis, dass die Menschen Angst vor einer COVID-Infektion haben.“ Er möchte aber dennoch nicht verschweigen, dass es ein Restrisiko bei der Corona-Impfung gebe. „Wie bei jedem anderen Medikament auch. Wir sind nicht perfekt.“

Auf die Frage hin, dass laut einer Studie die Wahrscheinlichkeit für jüngere Menschen einen schweren Verlauf zu haben geringer ist, als Impfschäden zu bekommen erwiedert Seissiger: „In dieser Studie gingen aber meines Wissens die Langzeitfolgen einer COVID-Erkrankung nicht mit ein. Und die können gravierend sein. Die meisten jüngeren Menschen haben einen leichteren Verlauf nach einer Coronainfektion, aber es wird auf den Intensivstationen unseres Landes auch um Leben von jüngeren Patienten in nicht vernachlässigbarer Zahl gekämpft. Soweit mir bekannt ist gibt noch keine Studien, die Spätfolgen einer Covidinfektion aufarbeiten. Ist auch bei dem Zeitraum in dem man sich mit diesen Thema beschäftigt eigentlich nicht möglich. Aus meiner eigenen Praxis ist mir bekannt, dass doch auch viele jüngere Menschen über gravierende Spätfolgen klagen. Genaue Zahlen liegen mir aber nicht vor.“

Paul-Ehrlich-Institut: „Corona-Impfungen nicht die Ursache für Todesfälle“

Auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) als deutsches Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel hat sich mit der Thematik „Todesfälle nach COVID-Impfungen“ befasst und kommt nach Analysen zu dem Schluss: Corona-Impfungen seien bisher nicht die Ursache für Todesfälle in Deutschland.

Die 69 Todesfälle, die eine Stunde bis 18 Tage nach der Impfung mit den Corona-Präparaten von Biontech/Pfizer oder Moderna gemeldet wurden, seien PEI-Präsident Klaus Cichutek zufolge nicht von der Impfung verursacht worden. Im RND-Interview sagte er: „Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sie von der Impfung verursacht wurden“ und ergänzt: „Es handelt sich häufig um Personen mit Grunderkrankungen. Es ist plausibel, dass diese Grunderkrankungen zum Versterben geführt haben.“ Die Verstorbenen seien zwischen 56 und 100 Jahre alt gewesen.

jb

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