Viele Flüchtlinge sind in schlechter Verfassung

Sanitätsstation für Flüchtlinge im Bayernpark

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Siegsdorf - Das Rote Kreuz unterstützt die 200 Asylbewerber, die seit kurzem im Bayernpark untergebracht sind, mit einer Sanitätsstation. Die Hilfe ist auch dringend nötig:

Seit gut einer Woche sind 200 Asylbewerber in der ehemaligen Ferienanlage „Bayernpark“ im Siegsdorfer Ortsteil Hörgering untergebracht. Rund um die Uhr werden die Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Nigeria und dem Sudan dort vom Kreisverband Traunstein des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) unterstützt, der vor Ort eine ambulante Sanitätsstation eingerichtet hat.

In der ersten Woche wurden bereits über 90 Asylbewerber von den Rotkreuz-Helfern behandelt, viele davon auch mehrfach. „Wir sind ständig mit zwei bis drei Helfern und einem Rettungswagen vor Ort“, berichtet Jakob Goëss, Kreisbereitschaftsleiter beim BRK-Kreisverband Traunstein. Alle in Hörgering eingesetzten BRK-Helfer gehören den Bereitschaften im Landkreis an und leisten den Dienst im „Bayernpark“ ehrenamtlich.

„Viele BRK-Leute verwenden ihren Urlaub, um hier helfen zu können. Eine große Unterstützung für uns sind auch die Arbeitgeber, die die Helfer für den Dienst hier freistellen“, lobt Goëss. Insgesamt werden die BRK-Helfer in den vier Wochen, in denen die ehemalige Ferienanlage als temporäre Asylunterkunft genutzt wird, rund 1350 Stunden Sanitätsdienst leisten. Zu den Aufgaben der Rotkreuzler in Hörgering zählen neben der Sicherstellung des Sanitätsdienstes auch die medizinische Erstversorgung von Asylbewerbern bei Notfällen, die Erfassung von körperlichen Beschwerden und die Organisation der dadurch nötigen Arztbesuche, die Steuerung der Medikamentenausgabe sowie der permanente Austausch mit Regierungsvertretern und Ärzten bezüglich der medizinischen Maßnahmen.

 „Viele der Asylbewerber kommen mit Husten, Fieber oder Erkältungen zu uns“, berichtet Verena Ortner von der BRK-Bereitschaft Siegsdorf. Das liege neben der allgemeinen körperlichen und psychischen Erschöpfung durch die Flucht auch an der unzureichenden Bekleidung, mit der viele Asylbewerber in Hörgering angekommen sind. „Teilweise hatten sie wirklich nur Flip-Flops an den Füßen“, erzählt Ortner. „Als eine der ersten Maßnahmen haben wir darum 100 Paar Socken besorgt, damit die Leute zumindest etwas Warmes an den Füßen haben“, ergänzt Goëss. Sehr erfreut sind die BRK-Helfer über das Mitgefühl und die Hilfsbereitschaft vieler Bürger.

„Ein Siegsdorfer Unternehmen hat sofort für jedes Kind zwei Paar Schuhe besorgt“, betont Goëss. Manches, was die BRK-Helfer zu sehen bekommen, ist für sie Neuland. „Man ist schon entsetzt, wenn man feststellt, dass jemand mit einer Kugel im Körper von Syrien bis hierher fliehen musste“, sagt Ortner. Auch andere einschlägige Verletzungen wie ausgerenkte Kiefer sind keine Seltenheit. „Da kommt man ins Grübeln, was die Leute durchgemacht haben“, meint die BRK-Helferin.

Die meisten der 200 Asylbewerber haben eine beinharte Flucht hinter sich. „Gerade von den Syrern sind viele von Lybien aus mit dem Schiff übers Mittelmeer Richtung Italien gefahren“, schildert Goëss. Mitunter eine Herausforderung ist die Verständigung zwischen den BRK-Helfern und den Asylbewerbern. „Sehr viel läuft über einen Arzt aus Syrien, der für seine Landsleute auf Englisch übersetzt“, erzählt Goëss.

Bei Asylbewerbern aus anderen Ländern muss man häufig kreativ werden. „Da kommen dann schon einmal Hände und Füße oder Piktogramme zum Einsatz“, berichtet der BRK-Kreisbereitschaftsleiter schmunzelnd. „Wir versuchen dabei größtmögliche Rücksicht auf kulturelle Besonderheiten zu nehmen“, betont Goëss, “und am Ende kommen wir immer irgendwie zusammen.“

BRK TS

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