Wichtiges Fachwissen für hohe Erträge

Pflanzenbautagungen in Sondermoning und Surheim

Sondermoning/Surheim - Mit mehr als 200 Teilnehmern waren die beiden Pflanzenbautage des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Sondermoning und Surheim wieder gut besucht. 

Bereichsleiter Rolf Oehler vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein ging in seiner Begrüßung auf die Frage ein, die derzeit alle Landwirte bewegt, nämlich wann und was kommt mit der neuen Düngeverordnung auf die Bauern zu.Dass die Düngeverordnung verschärft werden wird, stehe seit langem fest, nur um die letzten Details werde nach wie vor gerungen. Mit einer Verabschiedung sei laut Oehler frühestens Ende März zu rechnen. Was bereits fest stehe, sei unter anderem eine Ausdehnung der Sperrfristen für die Ausbringung von Wirtschaftsdüngern im Herbst und Winter. Hier riet Oehler, bereits jetzt zusätzlichen Güllelagerraum zu schaffen, um Engpässe zu vermeiden. Darüber hinaus wird das Auslaufen der Zulassungen von verschiedenen Pflanzenschutzmitteln erwartet, was zu schwierigeren Behandlungsstrategien führen kann. Gerade bei der Grünlandverbesserung riet der Bereichsleiter Landwirtschaft dringend dazu, eigene Grünlandbestände zu kontrollieren, und wenn notwendig unbedingt heuer noch zu verbessern, da möglicherweise chemische Maßnahmen zur Totalerneuerung ab 2018 nicht mehr zur Verfügung stehen werden.

Silo- und Körnermais

Mathias Mittereiter vom AELF Rosenheim ging zunächst auf die Witterung des vergangenen Jahres im Raum Oberbayern Südost ein. Insgesamt lag die Jahres-Temperatur um 1,5° C höher als im langjährigen Durchschnitt. Die Höhe der Niederschläge lag im Bereich des langjährigen Durchschnitts. Dagegen sei der Januar 2017 mit bisher 20 l weniger als der langjährige Durchschnitt zu trocken. Die Mais-Anbaufläche im Raum Oberbayern-Süd stagniert seit einigen Jahren. Nach anfänglichen Auflaufschwierigkeiten beim Mais, kam es zu einem Wachstumsschub ab Ende Juni und einer guten Abreife im warmen September. Neben der Vorstellung der empfohlenen Maissorten für das Anbaujahr 2017, die alle im Versuchsberichtsheft nachzulesen sind, ging Mitterreiter auf den Gewässerschutz beim Einsatz von Maisherbiziden ein. Auf Gewässer-sensiblen Standorten gäbe es gute Möglichkeiten auf wasserproblematische Wirkstoffe wie etwa Terbuthylazin zu verzichten.

Zwischenfrüchte gezielt einsetzen

Franz Unterforsthuber von der Saatenunion erläuterte, wie wichtig der Anbau von Zwischenfrüchten sei, um die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern und die Böden gegen Erosion zu schützen. Zwischenfrüchte wie Senf, Ölrettich oder Phazelia haben unterschiedliche Wurzelformen, Saattermine und weitere spezielle Anforderungen bei der Produktionstechnik. Wenn Zwischenfrüchte nicht abfrieren, gäbe es neben dem Einsatz von Totalherbiziden die Möglichkeit der mechanischen Bekämpfung etwa mit der Scheibenegge, so Unterforsthuber.

Thomas Müller vom AELF Rosenheim stellte die Rechte und Pflichten der Landwirte bei der eigenen Vermehrung von Saatgut vor. Laut Sortenschutzgesetz dürfen Landwirte nur Nachbau betreiben, wenn das Erntegut im eigenen Betrieb erzeugt und verwendet wird, sowie eine Gebühr bis spätestens 30. Juni nach der Aussaat an die Saatgut-Treuhandverwaltungs GmbH (STV) bezahlt wird. Im Auftrag der jeweiligen Sortenschutzinhaber erhebt die STV die Nachbaugebühren bei den Landwirten und leitet diese komplett an die Züchter weiter. Hybridsorten und Sojabohnen dürfen dagegen überhaupt nicht selbst vermehrt werden. Landwirte müssen Auskunft über ihre Anbauverhältnisse geben, wenn die STV konkrete Anhaltspunkte über einen möglichen Nachbau hat. Landwirte mit weniger als 20 ha Ackerfläche in Bayern müssen keine Nachbaugebühren bezahlen.Müller wies auf die teure Sortenentwicklung hin und betonte, dass die Nachbaugebühr vor allem bayerische mittelständische Züchter unterstützt.

Bekämpfung von Weizen-Krankheiten

Stefan Weiß vom Landwirtschaftsamt Traunstein erläuterte, wie die wichtigste Weizenkrankheit Septoria tritici erfolgreich bekämpft werden könne. Das Wichtigste sei eine ständige Bestandskontrolle und Wetterbeobachtung. Die Infektion findet bereits im Herbst auf den jungen Blättern statt und kann sich im nächsten Jahr bei Regen und Blattnässe auf die oberen Blätter ausbreiten. Bis eine Infektion sichtbar wird, vergehen bis zu 30 Tage. Die besten Fungizide haben nur eine heilende Wirkung von vier bis acht Tagen, was eine Pflanzenschutzmaßnahme notwendig macht, wenn der Befall mit Septoria auf den ertragsrelevanten Blattetagen noch nicht sichtbar sei. Die effektivste Maßnahme um diese Blattkrankheit zu bekämpfen, sei die Wahl gesunder Sorten, so Weiß.

Der Maiswurzelbohrer

Zum Schluss wies Weiß auf die notwendige Fortbildung zur Pflanzenschutz-Sachkunde im Drei Jahres Zeitraum hin. Darüber hinaus machte er die Landwirte auf die aktuelle Ausbreitung des Maiswurzelbohrers aufmerksam. In den in Bayern aufgestellten Fallen wurden drei Viertel aller Käfer in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein gefunden. Beste und derzeit einzig wirksame Maßnahme sei, so Weiß, die strikte Einhaltung einer 50% Maisfruchtfolge auf der jeweiligen Fläche. Das heißt, ein Jahr Mais und im Folgejahr unbedingt eine andere Kultur anbauen, so sein Appell an die anwesenden Landwirte.

Zum Abschluss dankte Rolf Oehler den Referenten für die engagierten Vorträge und den Anwesenden für ihre Teilnahme. Er wünschte allen ein erfolgreiches Anbaujahr 2017 ohne Schäden durch Unwetter und Krankheiten.

Pressemitteilung AELF Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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