Spendenbereitschaft für Kriegsgräber in Traunstein ungebrochen

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Die Stadt Traunstein und der Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge würdigten die ehrenamtlichen Spendensammler mit einem Empfang im „Alten Ratssaal“. Auch viele Schüler hatten sich an der Sammlung beteiligt und erhielten dafür eine Ehrenurkunde.

Traunstein - Die Sammlung des Volksbundes erzielte 11.500 Euro. Es fand ein Empfang für die erfolgreichsten Sammler im Rathaus statt.

Mit einem Empfang im „Alten Saal“ des Rathauses würdigte die Stadt Traunstein den Einsatz von zwanzig Jugendlichen und Erwachsenen, die im Jahr 2009 im Stadtgebiet von Traunstein Spenden für den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge gesammelt haben.

Die Haus- und Straßensammlung erzielte ein Ergebnis von 11.500 Euro – das sind 1.650 Euro mehr als im Jahr zuvor und das drittbeste Ergebnis seit Abzug der Bundeswehr aus Traunstein im Jahr 1996. An der Sammlung beteiligten sich mehrere Traunsteiner Schulen, die Gebirgsschützenkompanie Traunstein sowie die Krieger- und Soldatenkameradschaften Kammer und Haslach. Einen erheblichen Beitrag leistete auch das Kreisverbindungskommando der Bundeswehr.

Unter der Devise „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden“ pflegt der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge auf Soldatenfriedhöfen in 45 Ländern die Gräber von etwa 2,3 Millionen gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege. „Der Erhalt der Soldatenfriedhöfe ist wichtig, damit die Erinnerung an die Kriegsopfer und die Mahnung zum Frieden immer präsent bleiben“, machte Oberbürgermeister Manfred Kösterke in seiner Ansprache deutlich. Zum einen dankte der Oberbürgermeister den Traunsteiner Bürgern für die ungebrochen hohe Spendenbereitschaft, zum anderen den Teilnehmern des Empfangs für den ehrenamtlichen Einsatz als Spendensammler. „Ich darf mich bei jedem von Ihnen für die Zeit bedanken, die er für den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge aufgebracht hat.“

Seine Anerkennung sprach Kösterke besonders auch den Traunsteiner Schulen aus, die ihre Schüler immer wieder erfolgreich zur Teilnahme an der Sammlung motivieren. Den symbolischen Spendenscheck überreichte der Oberbürgermeister zusammen mit dem Kreisvorsitzenden des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge, Anton Eckart, an den Bezirksgeschäftsführer des Verbandes, Jörg Raab, der sich von dem Ergebnis der Sammelaktion beeindruckt zeigte. „In der Großen Kreisstadt Traunstein wurden zwei Drittel der Summe gesammelt, die auch in einer Millionenstadt wie Hamburg zusammen kommt“, freute sich Raab. Nirgendwo sonst in Deutschland erhalte man für die Pflege der Soldatenfriedhöfe eine so großzügige Unterstützung wie in Bayern. 40 Prozent des gesamten Spendenaufkommens würden im Freistaat erzielt. Auf die Einnahmen aus den Spendensammlungen sei der Volksbund auch dringend angewiesen, da lediglich 15 Prozent der erforderlichen Mittel von der öffentlichen Hand als Zuschuss gewährt würden.

Den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge, der nach Ende des Ersten Weltkrieges gegründet wurde, bezeichnete der Bezirksgeschäftsführer als „eine der ältesten Bürgerinitiative in Deutschland“. Die Arbeit des Verbandes und die mahnende Botschaft, die von den Soldatenfriedhöfen ausgehe, sei gerade mit Blick auf die Auslandseinsätze der Bundeswehr wieder aktuell. Eine tiefgreifende Veränderung bedeute auch die Tatsache, dass die Zeitzeugen immer weniger würden und fast niemand mehr den Zweiten Weltkrieg noch als Erwachsener erlebt habe. „Mit dem großen zeitlichen Abstand erklären sich die Soldatenfriedhöfe nicht mehr von selbst, sondern sie bedürfen der Erläuterung.“ Von großer Bedeutung sei daher ein Beschluss der Kultusministerkonferenz, dass die Schulen auch weiterhin an den Aufgaben des Volksbundes mitwirken und damit eine nachhaltige Erziehung zum Frieden fördern. Gerade in der Stadt Traunstein sei die Zusammenarbeit zwischen den Schulen und dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge vorbildlich, was sich auch in den Ergebnissen der jährlichen Haus- und Straßensammlungen widerspiegle.

Die fleißigsten Sammler waren Isabell Allegretta, Julia Hohenadler und Isabell Schreiner vom Annette-Kolb-Gymnasium, Felix Ceschi, Shanna Ebert und Bettina Lederer vom Chiemgau-Gymnasium, Marinus Dobler, Eduard Hill und Eduard Tatarinov von der Franz-von-Kohlbrenner-Hauptschule sowie Laura Mayer und Steffi Seehuber von der Maria-Ward-Mädchenrealschule. Sie alle erhielten eine Ehrenurkunde und ihre Schulen eine Anerkennungsplakette. Ausgezeichnet wurden darüber hinaus die Sammler der Gebirgsschützenkompanie Traunstein und der Krieger- und Soldatenkameradschaften. Die Verdienstspange in Bronze für mindestens fünf Jahre erfolgreiche Sammeltätigkeit erhielten Hauptmann Paul Walde und Johann Sedlmeier von der Gebirgsschützenkompanie Traunstein.

Die höchste Summe überhaupt hatte ihr Kompanie-Kamerad Hans Mallwitz gesammelt, der die Ehrung bereits im Jahr 2007 erhalten hatte. Mit der Verdienstspange in Silber für mindestens zehn erfolgreiche Einsätze im Rahmen der Haus- und Straßensammlung ehrte der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge den langjährigen Vorsitzenden der Krieger- und Soldatenkameradschaft Haslach, Hans Einsiedl, sowie Rudolf Thrul von der KSK Traunreut, der aber ebenfalls in Traunstein gesammelt hat. Seine Ehrung mit der Verdienstspange in Silber nicht persönlich entgegennehmen konnte Georg Jobst von der KSK Haslach. Ausgezeichnet wurde auch Kreisvorsitzender Anton Eckart für sein langjähriges, verdienstvolles Wirken für den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge. Er erhielt die Bronzene Ehrennadel des Verbandes.

Pressemitteilung Stadt Traunstein

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