Landkreis: Spritpreise belasten Pendler

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Das Arbeitsplatzangebot im Landkreis Traunstein und die Pendlerströme im Jahr 2011.

Landkreis - Wer ins Grüne gezogen ist, um den hohen Mieten in den Ballungsräumen zu entkommen, hat sich verrechnet. Die über 24.000 Pendler in der Region müssen immer mehr zahlen.

Wegen der enormen Spritpreise ist es derzeit zumeist teurer, zum Arbeitsort zu pendeln.Die Autofahrer unter den 24728 Berufspendlern, die täglich in den Kreis Traunstein hinein oder heraus fahren, können ein Lied davon singen.

Die Benzin- und Dieselpreise haben astronomische Höhen erreicht. Und Hilfe ist nicht in Sicht. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat einer Milderung des Benzinpreises über die Steuerpolitik - etwa durch eine höhere Pendlerpauschale - jedenfalls eine Absage erteilt. Doch wer nun mal ein Haus im Grünen hat oder sonst wie an die Region gebunden ist, muss eben in den sauren Apfel beißen und die tägliche Fahrerei in Kauf nehmen. Nach Auskunft des Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung gab es am 30. Juni 2011 im Landkreis Traunstein 56472 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Sie wurden von 11241 Einpendlern und 45231 Einheimischen besetzt. Das entspricht einer Einpendlerquote von 19,9 Prozent. Da zugleich etliche Einheimische hier keinen Job finden, pendelten zusätzlich 13487 Männer und Frauen aus, was einer Quote von 23,9 Prozent entspricht. Insgesamt pendelten also 2246 mehr Menschen aus als ein.

Nach Männern und Frauen kann man auch aufschlüsseln: Von den 56472 Beschäftigten waren 30652 Männer und 25820 Frauen. Unter den 11241 Einpendlern waren 6935 oder 61,7 Prozent Männer und 4306 oder 38,3 Prozent Frauen. Von den 13487 Auspendlern waren 7917 oder 58,7 Prozent Männer und 5570 oder 41,3 Prozent Frauen.

Zum Vergleich: Bayern hatte Mitte vergangenen Jahres insgesamt 4,7 Millionen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, also solche mit Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung. Das waren gut 135000 oder knapp drei Prozent mehr als 2010. Davon wurden 291967 von Arbeitnehmern aus anderen Bundesländern oder dem Ausland besetzt, das waren 6,2 Prozent. Insgesamt waren 4,6 Millionen Bayern sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 227541 von ihnen pendelten in andere Bundesländer oder ins Ausland zur Arbeit, das waren 4,9 Prozent. Zieht man die Einpendler von den Auspendlern ab, ergibt sich eine positive Bilanz von 64426. Länder mit einer guten Beschäftigungslage wie Bayern weisen einen Einpendlerüberschuss auf. Im Vergleich der sieben bayerischen Regierungsbezirke weisen allerdings nur Oberbayern und Mittelfranken einen Einpendlerüberschuss auf, die fünf übrigen hingegen einen Auspendlerüberschuss.

2010 sind im Landkreis Traunstein 10956 Einpendler gezählt worden. 13137 Männer und Frauen pendelten in andere Kreise, Städte, Bundesländer oder ins Ausland. 1998 sah das Bild folgendermaßen aus: 9154 Arbeitnehmer pendelten ein und 9945 pendelten aus.

dob/Chiemgau-Zeitung

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