Generalsanierung der Hotel-Ausbildungsküche in Staatlicher Berufsschule I Traunstein

Über eine Million Euro investiert

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Statt der symbolischen Schlüsselübergabe überreichte Martin Eisenberger (nicht auf dem Bild) von der Planungsgruppe Strasser und Partner an Landrat Hermann Steinmaßl (links) und Schulleiter Willi Barke (rechts) sowie dem Fachlehrer für Hotel und Gastronomie, Helmut Wieshuber, einen übergroßen Kochlöffel.

Traunstein - Die Hotel-Ausbildungsküche der Staatlichen Berufsschule I wurde saniert. Kostenpunkt: Über eine Million Euro! Jetzt war symbolische Schlüsselübergabe.

Die Staatliche Berufschule I Traunstein positioniert sich als regionales Ausbildungs- und Kompetenzzentrum im Bereich des gastgewerblichen Bereichs. In den vergangenen sechs Monaten wurde eine der drei vorhandenen Hotel-Ausbildungsküchen für rund eine Millionen Euro generalsaniert und erneuert, wobei die Kosten alleine vom Landkreis getragen wurden, nachdem es hier keine Landesförderungen gab. Am Dienstagnachmittag fand die Eröffnungsfeier vor rund 70 geladenen Gästen aus der Kommunalpolitik, Verbänden, dem Handwerk, der Gastronomie sowie den beteiligten Planern und ausführenden Firmen statt.

Schulleiter Willi Barke betonte in seiner Rede, dass die Schule, die unter anderem die Ausbildungsberufe als Koch, als Hotelfachmann und Restaurantfachmann ebenso anbietet wie eine einjährige Berufsfachschule für gastgewerbliche Berufe, nun "gut bis bestens" ausgestattet sei. Die alte Küche sei 35 Jahre alt gewesen, jetzt sei man mit den insgesamt drei sehr gut ausgestatteten Hotelküchen und zwei ebenso gut ausgestatteten Restaurants ein optimaler Partner für Auszubildende, Ausbildungsbetriebe und Verbände und Kammern. "Mit dem Equipment sind wir unschlagbar", sagte Barke, der das duale System lobte und das partnerschaftliche Miteinander in den Vordergrund stellte. Er lobte auch die Möglichkeit einer betrieblichen Ausbildung, die hervorragende Perspektiven biete. Die gastronomischen Berufe seien dabei kein "Beruf", sondern in Wirklichkeit eine "Berufung". "Das Zelebrieren eines Fünf-Gänge-Menüs ist ein Kunsthandwerk" lobte der Schulleiter die Gastronomiesparte in der Berufschule. Gerne hätte er auch den Bereich der Metzgerabteilung gleichzeitig mit sanieren lassen, was sich aber aufgrund aktuell vorhandener Schülerzahlen nicht habe realisieren lassen.

Landrat Hermann Steinmaßl ging auf die Schulentwicklung ein. 2400 Schüler machen weitestgehend im dualen System in 43 Berufsgruppen in den Bereichen Bau, Ernährung, Elektrotechnik und Metall in der BS1 ihre Ausbildung. Der Chiemgau als Tourismusregion verfüge über eine "hervorragende Gastronomie". Diese sei mit entscheidend, dass sich Urlaubsgäste wohlfühlen. "Dazu brauchen wir eine gute Ausbildung." Deshalb sei es wichtig gewesen, "die finanzielle Herausforderung zu stemmen. Wir machen den Standort für die Zukunft fit", erklärte der Landrat im Hinblick auf die Küchenerneuerung. Er sagte, dass es - auch aufgrund der Ausbildungsbereitschaft vieler regionaler Betriebe - eine Zukunftsperspektive für junge Menschen in der Region gäbe, was sowohl für die Industrie wie auch für das Handwerk gelte.

In der Diskussion um die Kosten eines Studienplatzes, die er mit bis zu 10.000 Euro jährlich bezifferte, betonte er, dass ein Auszubildender mit jährlich 20.000 Euro Kosten für die Ausbildungsbetriebe zu Buche schlagen würde. "Mein Dank gilt auch an die Betriebe, die Auszubildende nehmen."

Für die Schulgänger in den gastronomischen Betrieben sah Steinmaßl einen direkten Bezug zwischen neuer Kücheneinrichtung und der künftigen Notenentwicklung der Auszubildenden. "Die müssen ja jetzt mindestens eine Note besser werden", sagte er schmunzelnd.

Martin Eisenberger von der Planungsgruppe Strasser und Partner erläuterte "wo die Million versteckt ist". So wurde in den Sommerferien vergangenen Jahres mit der kompletten Entkernung der Küche begonnen, eine vollständig neue Verkabelung vorgenommen und eine neue Lüftungsanlage eingebaut. Daneben wurde die Küche mit hochwertigen Induktions- und Gasherden sowie weiteren Arbeitsgeräten ausgestattet. Insgesamt waren an dem unfallfrei abgewickelten Bauvorhaben 22 Firmen überwiegend aus der Region beteiligt.

Anschließend übergab Eisenberger an Landrat Steinmaßl und Schulleiter Barke statt einem symbolischen Schlüssel, wie es bei einem Neubau üblich ist, einen übergroßen Kochlöffel, auf dem gute Wünsche für die Küchennutzung aufgedruckt sind.

Die Anwesenden konnten sich im Anschluss an die Reden bei einem Rundgang durch die neuen Räumlichkeiten gleich selbst über die Leistungsfähigkeit der Küche und der Qualität der von den Auszubildenden vorbereiteten kulinarischen Köstlichkeiten überzeugen.

wz/Chiemgau-Zeitung

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