Startschuss für Hochwasserschutz

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Zum Start der Bauarbeiten für den Hochwasserschutz Traunstein-Süd machten sich Oberbürgermeister Manfred Kösterke und der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein, Günter Hopf, vor Ort ein Bild vom geplanten Verlauf der Maßnahme, die in diesen Tagen im Bereich Mühlwiesen beginnt. In das von der Europäischen Union unterstützte Projekt investieren der Freistaat Bayern und die Stadt Traunstein rund 5,3 Millionen Euro.

Traunstein - Erdwälle, Schutzmauern und Spundwände sollen die Bewohner zukünftig vor Hochwasser schützen. 5,3 Millionen Euro werden in das System investiert.

In Traunstein beginnen an den südlichen Flussabschnitten der Traun langsam aber sicher die Arbeiten für den Hochwasserschutz. Neben der Tieferlegung der Traun und dem Einbau von Sohlrampen wird in Zukunft ein System aus Erdwällen, Schutzmauern und Spundwänden die Anwohner vor Hochwasser schützen. In das von der Europäischen Union unterstützte Projekt investieren der Freistaat Bayern und die Stadt Traunstein rund 5,3 Millionen Euro. Offizieller Start der Maßnahme war am 21. Juni. Noch ist von den Arbeiten nicht viel zu sehen, da der erste Bauabschnitt zwischen Mühlwiesen und Seiboldsdorf im Moment noch für den Einsatz der schweren Spezialgeräte vorbereitet wird: Im Auwald entlang der Traun werden Wurzelstöcke und Unterholz entfernt, um eine provisorische Baustraße aufschütten zu können. Ab übernächster Woche wird ein Bagger in etwa 30 Meter Abstand zum Fluss die Spundwände in den Boden rammen.

Von den Fortschritten auf der Baustelle auf Höhe der Haslacher Fußgängerbrücke überzeugten sich der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein, Günter Hopf, und Oberbürgermeister Manfred Kösterke. „Für die Anwohner im Süden von Traunstein ist es eine erfreuliche Nachricht, dass nach den Phasen der Planung und Vorbereitung jetzt der Hochwasserschutz verwirklicht werden kann“, waren sich die Vertreter von Stadt und Wasserwirtschaftsamt einig. Von der Maßnahme profitieren vor allem die Wohn- und Gewerbegebiete in den Bereichen Mühlwiesen, Daxerau, Haslacher Mühle und Seiboldsdorf – aber auch in Traunstein selbst sinkt das Risiko einer Überflutung, wie Hopf betonte. „Das Einfallstor für Hochwasser wird erst vollständig geschlossen sein, wenn die Planungen für Traunstein-Süd umgesetzt sind.“

Abschluss bis Herbst 2011

Auf einer Karte erläuterte Bernhard Unterreitmeier vom Ingenieurbüro Aquasoli, das für die Projektplanung verantwortlich zeichnet, den Zeitplan und Verlauf der Bauarbeiten: In drei Bauabschnitten werden an der Traun mehr als fünfzig neue Bauwerke errichtet. Wenn alles nach Plan läuft, werden die Arbeiten für den Hochwasserschutz Traunstein-Süd bis Herbst 2011 abgeschlossen sein. Vor dem Start der Bauabschnitte II und III möchte die Stadt Traunstein die betroffenen Anwohner auch noch einmal direkt informieren, wie der Leiter des Sachgebiets Stadtentwässerung, Heinrich Vogl, ankündigte. „Alle Anwohner in den betroffenen Bereichen erhalten eine persönliche Einladung zu den Informationsabenden“, so Vogl. Der erste Abschnitt, der gerade anläuft und bis Oktober abgeschlossen sein soll, umfasst den Bau von Spundwänden, Hochwassermauern und einer Brücke.

Erdbauarbeiten im Bereich der Blauen Wand

Im zweiten Bauabschnitt werden von Mitte August bis voraussichtlich Anfang November vor allem Erdbauarbeiten im Bereich der Blauen Wand durchgeführt. Der größte und wichtigste Teil der Maßnahme beginnt Ende September mit der dritten Bauphase: In den Wintermonaten, wenn das Hochwasserrisiko am geringsten ist und Arbeiten direkt im Fluss möglich sind, wird das Traunsteiner Wehr abgebrochen und die Traun um bis zu 1,5 Meter tiefer gelegt. Wie wichtig die Verbesserungen im Hochwasserschutz sind, haben zuletzt die Ereignisse in der Woche nach Pfingsten gezeigt, als sich die Traun innerhalb weniger Stunden in einen reißenden Strom verwandelte und einen Pegel von 2,94 Metern erreichte. Das Wasser trat in einigen Bereichen auch über die Ufer, ohne aber größere Schäden anzurichten.

Puffer von 80 Zentimetern

Der Hochwasserschutz Traunstein-Süd ist auf einen Pegelstand von 3,50 Meter ausgelegt, was der Marke eines hundertjährigen Hochwassers entspricht. Mit eingerechnet sind ein Puffer von 80 Zentimetern, um das Überschwappen der Wassermassen über die Dammkrone zu verhindern, sowie ein Klimazuschlag von 15 Prozent, da aufgrund des Klimawandels in Zukunft mit einer Zunahme der Hochwassergefahr zu rechnen ist. Das Wasserwirtschaftsamt hatte bereits vor dem großen Hochwasser vom August 2002, als die tiefer gelegenen Stadtteile von Traunstein kurz vor einer Überflutung standen, damit begonnen, den Hochwasserschutz zu verbessern.

Die an den kritischsten Stellen bereits im Rohbau fertigen Maßnahmen hatten damals eine Katastrophe in der Traunsteiner Unterstadt verhindert. In die Maßnahmen zwischen dem Viadukt und dem Traunsteiner Wehr wurden bisher rund 6,3 Millionen Euro investiert. Für den nächsten Bauabschnitt im Bereich Traunstein-Süd werden die Kosten auf rund 5,3 Millionen Euro geschätzt: 40 Prozent entfallen auf die Stadt Traunstein, 60 Prozent auf den Freistaat Bayern. Oberbürgermeister Manfred Kösterke machte deutlich: „Die Investitionen sind richtig und notwendig, um das Hab und Gut und vielleicht sogar das Leben der Menschen in Traunstein zu schützen.

Pressemeldung Stadt Traunstein

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