Wasserkraftwerk feierlich eingeweiht

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Über die Einweihung des Wasserkraftwerkes Triftweg freuten sich (von links) Alt-Oberbürgermeister Fritz Stahl, Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Will, Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser und Oberbürgermeister Manfred Kösterke.

Traunstein - Die Stadtwerke Traunstein haben das Wasserkraftwerk am Triftweg eingeweiht. Die Turbine dreht sich bereits seit dem 6. Januar und liefert seit dem Frühjahr Strom.

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Reichhaltig war das Programm für den Tag der offenen Tür. Das Wasserkraftwerk liefert Strom für rund 200 Haushalte in der Stadt. Die Turbine dreht sich bereits seit 6. Januar, seit dem Frühjahr liefert das Kraftwerk Strom.

Stefan Will, einer der Geschäftsführer der Stadtwerke, erinnerte an die langfristigen Planungen, die im Rahmen des Hochwasserschutzes bereits im Jahr 2007 begonnen hatten. Letztlich mündeten sie dann in eine Gemeinschaftsaktion von Freistaat, Stadt und Stadtwerken - was sich dann auch als Chance für die weiteren Triebwerksbesitzer an der Traun dargestellt hat.

Baubeginn war im Frühjahr 2011. Der Mühlbach war für einige Monate leer, das alte Wehr, das über 90 Jahre das Stadtbild Traunsteins mitprägte, wurde abgerissen. Der Anbindung des alten Kanals an den neuen folgte die Schaffung des Verbindungskanals, der alsdann den Traunsteiner und den Haslacher Mühlbach zusammenschlossen.

Der Bau des Wasserkraftwerks sei ein "Projekt mit Ecken und Kanten" gewesen, sagte Will. Schwierigkeiten beim Bau hätten teilweise zu Mehrkosten geführt, auch von Seiten der Nachbarn habe es Proteste gegeben. Und hinzugekommen sei zuletzt dann auch noch ein Schaden an der Fischbauchklappe. Gegenübergestanden seien die gute Zusammenarbeit in dem Gemeinschaftswerk, ein guter und koordinierter Bauablauf, der auch in der Bauzeit von Hochwasser verschont geblieben sei und eine unfallfreie Baustelle. Das Bauwerk füge sich nathlos in die Umgebung ein. "Es ist technisch und funktional gelungen, ein Symbol moderner Technik."

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Traunstein baut am Wasserkraftwerk "Triftweg"

Oberbürgermeister Manfred Kösterke sagte, die Wasserkraft sei eine "echte erneuerbare Energie". Die Stadt versuche, jede Kilowattstunde auszunutzen, "wenn wir das ökologisch hinbekommen". Impulsgeber für den Bau des Wasserkraftwerks sei letztlich der Hochwasserschutz gewesen. Gerade sein Amtsvorgänger, Alt-Oberbürgermeister Fritz Stahl, habe nach den Jahrhunderthochwassern der Jahre 1999/2002 darauf hin gearbeit, den erforderlichen Schutz zu erhalten. "Herausgekommen ist auch ein wunderschönes Naherholungsgebiet, in dem sich die Traunsteiner richtig wohlfühlen können", so der Oberbürgermeister. Das Kraftwerk funktioniere und arbeite technisch und wirtschaftlich. Er erwarte, dass die prognostizierten Werte erreicht werden.

Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser betonte, Stromnetze und Stromleitungen seien "Lebensadern". Erst Strom ermögliche den heutigen hohen Lebensstandard. Steigende Kosten würden es erforderlich machen, mehr und mehr erneuerbare Energien einzusetzen. Ziel des Landkreis sei weiterhin, bis zum Jahr 2020 den Strom für Haushalte, Kommunen und Gewerbebetriebe zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken. "Diese große Herausforderung schaffen wir nur gemeinsam", betonte Konhäuser. Das Wasserkraftwerk Triftweg sei ein wichtiger Baustein.

Konhäuser wies darauf hin, dass man von Seiten des Landkreises derzeit mit der Stadt Traunstein eine weitere Maßnahme am Mühlbach plane - und zwar in der ehemaligen Hasslberger Mühle im Bereich des Chiemgau Gymnasiums. "Der Landkreis Traunstein befürwortet zudem grundsätzlich den Ausbau bestehender Anlagen und die Errichtung neuer Wasserkraftwerke, vor allem im Rahmen der Sohlstabilisierung an der Salzach", betonte der Stellvertretende Landrat.

Das Kraftwerk weihten der katholische Stadtpfarrer Georg Lindl und der evangelische Pfarrer Torsten Fecke. Günther Hartmann vom gleichnamigen Ingenieurbüro und Wolfgang Lechner als planender und bauleitender Architekt übergaben symbolisch den Schlüssel für das Kraftwerk an die Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Will und Josef Loscar.

Buntes Programm

Am "Tag der offenen Tür" zeigte die Taekwando-Abteilung des SB Chiemgau-Traunstein Vorführungen, die vom Zerschlagen von Holzbrettern bis zur Selbstverteidigung reichten. Mehrere Informationsstände waren entlang der Traun aufgebaut. Das Forum Ökologie und der Bund Naturschutz informierten zum Thema Wasserkraft, die Vertreter des Projektes "Chiemgauer" erläuterten, warum sich die Nutzung der Regionalwährung lohnt. Mütterzentrum, Kinderkrippe "Himmelszelt" und Arbeiterwohlfahrt gaben Einblicke in ihre Arbeit. Die DLRG zeigte einige spektakuläre Rettungsaktionen im Kanal. Ein wenig litt der Besuch unter der Hitze. "Es war leider viel zu heiß", sagte Will.

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wz/Chiemgau-Zeitung

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